Seoul (dpa) *14:54 Uhr – Samsung-Konzern plant über 420 Milliarden Euro Investitionen
Der größte südkoreanische Mischkonzern Samsung will in den kommenden fünf Jahren 450 Billionen Won (420 Milliarden Euro) investieren. Damit will die Gruppe um den Smartphone- und Speicherchip-Marktführer Samsung Electronics nach eigenen Angaben das Wachstum in den Bereichen Halbleiter und Biopharmaka sowie bei neuen Technologien beschleunigen. Die Investitionsvorhaben entsprächen einer Erhöhung um mehr als 30 Prozent im Vergleich zu den 330 Billionen Won, die im vorigen Fünf-Jahres-Zeitraum ausgegeben worden seien, hieß es am Dienstag in einer Mitteilung von Samsung Electronics. Bis 2026 sollen demnach möglichst 80 000 Arbeitsplätze entstehen, in erster Linie in den Kerngeschäften Halbleiter und Biopharmazeutika.
Wie viel jeweils für die einzelnen Bereiche eingeplant sind, war zunächst unklar. Jedoch sollen 80 Prozent des Betrags in Südkorea investiert werden. Er schließt zugleich die 240 Billionen Won ein, die die Gruppe bereits im vergangenen Jahr an geplanten Investitionen angekündigt hatte.
Der Pharmakonzern Pfizer kann an seinem Standort in Freiburg künftig größere Mengen deutlich schneller produzieren. Das teilte das Unternehmen am Dienstag anlässlich der Eröffnung einer neuen Anlage mit. In der hochmodernen Fabrik sollen die Arzneimittel zudem ressourcenschonender hergestellt werden. Dafür wurde das bestehende Werk über drei Jahre hinweg für rund 300 Millionen Euro ausgebaut und erweitert. Es handelt sich laut Pfizer um eine der weltweit modernsten Produktionsstätten der Pharmaindustrie.
Die Anlage greife in vorbildlicher Weise Nachhaltigkeitsaspekte auf, sagte Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut. «Unter Berücksichtigung von Ressourceneffizienz und Energiemanagement wird hier ein hochautomatisierter und gleichzeitig nachhaltiger Produktionsprozess vom Pulver bis zur Tablette ermöglicht.»
Pfizer zufolge werden auf rund 13.500 Quadratmetern künftig bis zu sieben Milliarden Tabletten und Kapseln zusätzlich hergestellt - eine Steigerung um 140 Prozent auf jährlich bis zu zwölf Milliarden Tabletten und Kapseln. Das Freiburger Werk beziehe 90 Prozent seiner Energie aus nachhaltigen Quellen wie Geo- oder Solarthermie. Bis zu 200 neue Arbeitsplätze sollen bis Ende des Jahres geschaffen werden. Im Moment arbeiten bei Pfizer in Freiburg rund 1800 Menschen.
Die deutsche Chemie- und Pharmaindustrie bleibt angesichts kräftig steigender Energiekosten und des Ukraine-Krieges für 2022 vorsichtig. «Vom erhofften Aufschwung nach dem Coronawinter ist nichts mehr übrig geblieben», sagte VCI-Präsident Christian Kullmann am Dienstag in Frankfurt. Die Perspektiven seien wegen steigender Energie- und Rohstoffkosten zunehmend düster. Zudem drosselten industrielle Kunden wegen gestörter Lieferketten ihre Produktion und bestellten weniger Chemikalien. Ein Stopp der Gaslieferungen aus Russland hätte zusätzliche verheerende Auswirkungen, warnte er.
Wegen der unabsehbaren Folgen des Krieges in der Ukraine und der Null-Covid-Strategie Chinas verzichte der VCI weiter auf eine quantitative Vorhersage für die Entwicklung der Branche im Gesamtjahr, teilte der Verband Chemischen Industrie (VCI) mit. Mitte März hatte er seine Prognose zurückgezogen.
Im ersten Quartal kletterten die Umsätze der drittgrößten deutschen Industriebranche im Vergleich zum Vorquartal dank der kräftig gestiegenen Preise um 7,8 Prozent auf 66,3 Milliarden Euro. Die Produktion stieg im Quartalsvergleich nur dank der Pharmaindustrie um 1,3 Prozent, die reine Chemieproduktion verringerte sich hingegen um 1,1 Prozent.
Die Chemie- und Pharmabranche hatte 2021 ein Rekordjahr erlebt. Mit der Erholung vom Corona-Krisenjahr 2020 stieg der Umsatz 2021 um 19,2 Prozent auf 227,1 Milliarden Euro. Die Produktion legte kräftig um 5,3 Prozent zu.
Stand: 08.12.2025
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