Milchkonsum in Deutschland Käse und Butter verdrängen die klassische Milch

Von Manja Wühr 2 min Lesedauer

Der Pro-Kopf-Verbrauch von Käse erreicht mit 26,4 Kilogramm einen Rekordwert seit der Wiedervereinigung. Gleichzeitig sinkt der Konsum von Trinkmilch auf nur noch 45,1 Kilogramm pro Person – pflanzliche Alternativen gewinnen an Bedeutung.

Käse, Butter und Joghurt liegen im Trend: Der Verbrauch von Milchprodukten in Deutschland entwickelt sich unterschiedlich – während Käse auf Rekordniveau klettert, sinkt der Konsum von Trinkmilch weiter.(Bild:  Gemini 3.1 Flash Image / KI-generiert)
Käse, Butter und Joghurt liegen im Trend: Der Verbrauch von Milchprodukten in Deutschland entwickelt sich unterschiedlich – während Käse auf Rekordniveau klettert, sinkt der Konsum von Trinkmilch weiter.
(Bild: Gemini 3.1 Flash Image / KI-generiert)

Die Menschen in Deutschland konsumieren mehr Käse und Butter, aber weniger Milch. Das teilte das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL) auf Basis vorläufiger Zahlen mit. Der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch von Käse legte 2025 auf 26,4 Kilogramm zu, knapp ein Kilo mehr als im Vorjahr. Der Wert steigt seit Jahren und erreicht damit der Behörde zufolge den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung.

Gefragt waren zuletzt auch Butter, Milchfett- und Milchstreichfetterzeugnisse. 2025 wurden pro Person 5,6 Kilogramm verbraucht und damit 250 Gramm mehr als im Vorjahr. Mehr war es zuletzt 2022. Anders verlief die Entwicklung bei Milch. Pro Kopf wurden im vergangenen Jahr 45,1 Kilogramm konsumiert – rund ein Kilo weniger als 2024. Der Trend zeigt seit Jahren nach unten. 2015 lag der Wert noch bei 52,6 Kilo je Einwohner.

Der Behörde zufolge könnte die steigende Nachfrage nach pflanzlichen Milchalternativen zum erneuten Rückgang beigetragen haben. Bei Butter lösten die hohen Preise Anfang 2025 eine Ausweitung der Produktion aus. In der Folge wurden die Produkte wieder günstiger. Dies habe vermutlich zu einer erhöhten Nachfrage geführt, hieß es. Der höhere Käsekonsum könnte nach Angaben des BZL auf die wachsende Beliebtheit der Produkte zurückgehen.

Mehr Milchkühe, weniger Betriebe

Pro-Kopf-Verbrauch von Milch und Milchprodukten 2025(Bild:  Gemini 3.1 Flash Image / KI-generiert)
Pro-Kopf-Verbrauch von Milch und Milchprodukten 2025
(Bild: Gemini 3.1 Flash Image / KI-generiert)

Die heimischen Erzeuger lieferten 2025 laut BZL rund 31,6 Millionen Tonnen Milch an deutsche Molkereien – das war gut ein Prozent mehr als im Vorjahr. Daraus wurden unter anderem vier Millionen Tonnen Konsummilch (-2,6 Prozent), knapp 2,8 Millionen Tonnen Käse (+0,5 Prozent) und 518.100 Tonnen Butter sowie Milchfett- und Milchstreichfetterzeugnisse (+9,4 Prozent) hergestellt.

Für die Produkte wird unterschiedlich viel Milch gebraucht. Für ein 250-Gramm-Päckchen Butter werden rund fünf Kilogramm Milch benötigt. Ein Liter Milch entspricht etwa 1,03 Kilogramm.

Höhere Milchmengen je Kuh

Der seit 2015 andauernde Rückgang der Milchkuhbestände hat sich zuletzt nicht fortgesetzt. 2025 gab es laut BZL knapp 3,6 Millionen Tiere, gut 7.000 mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Milchviehbetriebe sank dagegen um 3,1 Prozent auf gut 47.100 und erreichte damit der Behörde zufolge einen Tiefstand.

Eine Milchkuh lieferte 2025 im Schnitt 9.452 Kilogramm Milch – und damit mehr als im Vorjahr, als es 9.410 Kilo waren. Die durchschnittliche jährliche Milchleistung je Tier ist in den vergangenen Jahrzehnten stetig gestiegen. 2020 lag sie noch bei gut

6.200 Kilogramm pro Kuh.

Der Export von Konsummilch (hier Vollmilch, teilentrahmte und entrahmte Milch, sowie sonstige Konsummilch) ging 2025 um rund zehn Prozent auf 422.000 Tonnen zurück. Der Import fiel mit 186.300 Tonnen um 12,4 Prozent deutlich geringer aus als 2024.

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