Newsticker Mai: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Milliardendeal: Lanxess trennt sich von Spezial-Kunststoffen

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02.05.2022

Leverkusen (dpa) *20:07 Uhr – Covestro senkt Gewinnerwartung – Gegenwind auch aus China

Der Kunststoff-Konzern Covestro blickt wegen Gegenwinds unter anderem aus China pessimistischer auf das laufende Jahr. 2022 werde das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) bei 2 Milliarden bis 2,5 Milliarden Euro liegen, teilte das Dax-Unternehmen am Montagabend in Leverkusen mit. Zuvor war Covestro von 2,5 Milliarden bis 3,0 Milliarden Euro ausgegangen. Die durchschnittliche Erwartung von Analysten liege bei 2,7 Milliarden Euro.

Neben dem anhaltenden Corona-Lockdown in China insbesondere in Shanghai nannte der Konzern weiterhin signifikant steigende Energie- und Rohstoffkosten sowie ein Weltwirtschaftswachstum, das unter den bisherigen Erwartungen liegen dürfte.

Im ersten Quartal hatte das Ebitda den Angaben zufolge bei 806 Millionen Euro gelegen und damit im Rahmen der Erwartung von Covestro Im zweiten Quartal rechnet das Unternehmen mit einem kräftigen Rückgang auf 430 Millionen bis 530 Millionen Euro.

Mainz (dpa/lrs) *15:01 Uhr – 200 Millionen Euro für Tron – Forschung näher an Patienten bringen

Beim Ausbau der Biotechnologie geht Rheinland-Pfalz einen weiteren Schritt: Mit rund 200 Millionen Euro soll die 2010 vom Land gegründete gemeinnützige Tron Gesellschaft auf dem Gelände der Mainzer Universitätsklinik ausgebaut werden. Das Geld stamme aus Umsatzerlösen des herausragenden Forschungsinstituts, das die Landesregierung von 2010 bis 2017 mit rund 13 Millionen Euro in seiner Aufbauphase gefördert habe, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) am Montag in Mainz. Tron-Gründer und Biontech-Chef Ugur Sahin sprach «von einer historischen Chance», einen internationalen Spitzenforschungsstandort für die nächsten Jahrzehnte zu schaffen.

Tron ist eine Ausgründung der Universitätsmedizin, die Forschungsergebnisse schneller in die Gesundheitsversorgung bringen will – also gewissermaßen direkt ans Krankenbett. Es geht um innovative, auf Patienten zugeschnittene Immun- und Krebstherapien. Beim geplanten Ausbau der Forschung gehe es auch um andere Zukunftsthemen, insbesondere bei Alterserkrankungen, erläuterte Sahin.

Das Grundstück soll bis Ende des Jahres bereit sein, wie der Vorstandsvorsitzende der Universitätsmedizin, Norbert Pfeiffer, sagte. Dann solle das neue Gebäude von Tron in drei Jahren, 2025, fertig sein, ergänzte Gesundheits- und Wissenschaftsminister Clemens Hoch (SPD).

Schwedt/Oder (dpa/bb) *12:25 Uhr – Stadt Schwedt: Appell an Minister Habeck

Die Stadt Schwedt/Oder hat sich in einem offenen Brief an Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) gewandt und um ein persönliches Gespräch zur Zukunft der Region angesichts des Öl-Embargos gebeten. «Wir sind noch völlig fassungslos über Ihre Ankündigung auf dem Twitter-Portal, die in unserer Stadt und Region mit großer Verunsicherung aufgenommen wurde», heißt es in dem Schreiben, das am Montag Staatssekretär Achim Kellner bei einem Besuch in Schwedt übergeben wurde.

Habeck hält ein Öl-Embargo gegen Moskau wegen des Angriffs auf die Ukraine für machbar und sieht sich vorbereitet. Für den anstehenden Transformationsprozess brauche man den nötigen zeitlichen Vorlauf, wird in dem Brief betont. Man wünsche sich da keine «politischen Diktate» aus der Ferne, sondern Handeln mit Bedacht und Weitsicht.

Schwedt (dpa) *05:30 Uhr –Gewerkschaft stellt sich hinter PCK-Beschäftigte – Stadt übt Kritik

In der Diskussion um weniger Abhängigkeit von russischem Öl gerät auch die Zukunft der Raffinerie PCK Schwedt in der Uckermark immer mehr in den Blick. Die Gewerkschaft IG BCE Berlin-Brandenburg hat sich klar hinter die Beschäftigten gestellt. «Wenn sich irgendetwas ergibt, was sich auf die Beschäftigten auswirkt, steht ihre Gewerkschaft selbstverständlich dicht an ihrer Seite», sagte Bezirksleiter Rolf Erler der Deutschen Presse-Agentur.

PCK verarbeitet ausschließlich russisches Erdöl. Eigentümer ist mehrheitlich der russische Staatskonzern Rosneft. Die Raffinerie PCK bekommt das Öl über die Pipeline «Druschba» (Freundschaft). 1200 Mitarbeitende sind direkt im Werk beschäftigt. Darüber hinaus gibt es Hunderte Mitarbeiter, die bei Zulieferern und Dienstleistern auf dem Werks-Gelände arbeiten. Zudem werden zahlreiche Firmen der Region vom PCK mit Benzin, Diesel, Kerosin und Heizöl beliefert.

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PCK hat eine Schlüsselrolle für die Versorgung im Osten Deutschlands. 90 Prozent der Versorgung mit Benzin, Kerosin, Diesel und Heizöl in Berlin und Brandenburg wird von PCK sichergestellt.

Die derzeitige öffentliche Berichterstattung über die Zukunft des Werks sieht die Gewerkschaft IG BCE kritisch. «Ich gehe davon aus, dass es für die Beschäftigten sehr herausfordernd ist, dass jeden Tag über ihre Zukunft spekuliert wird», so Bezirksleiter Erler.

Auch in der 30.000-Einwohner-Stadt Schwedt, die mit Errichtung des Erdölverarbeitungswerks in den 1960er Jahren entstand – ist die Verunsicherung weiter groß. Auch sie selbst habe im Moment mehr Fragen als Antworten zu dem, «was da auf uns zukommen wird», sagte Bürgermeisterin Annekathrin Hoppe (parteilos). In einem Brief an Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) fordern sie und die Stadtverordneten, dass in Berlin mit Bedacht und Weitsicht gehandelt wird. «Vom Bundeswirtschaftsministerium fühlen wir uns derzeit zu wenig mitgenommen», kritisierte Hoppe.

Natürlich müsse die Energiepolitik neu ausgerichtet werden. Aber das schaffe man nicht innerhalb weniger Tage. «Das ist ein Prozess, der mehrere Jahre in Anspruch nehmen wird und der, wie der Kohleausstieg in der Lausitz, politisch begleitet und finanziell abgepuffert werden muss.» Die Stadt stehe aktuell im engen Austausch mit dem PCK, dem brandenburgischen Ministerpräsidenten und dem Wirtschaftsministerium, sagte Hoppe. Im Moment gingen alle Bemühungen dahin, keinen Arbeitsplatz zu verlieren.

Am Freitag wurde im Bundestag erstmals eine Novelle des Energiesicherungsgesetzes beraten. Sie sieht vor, dass die Bundesregierung in einem Energie-Krisenfall in den Markt eingreifen darf und Unternehmen zur Not auch enteignen kann. So könnte etwa die Raffinerie in Schwedt unter staatliche Treuhandverwaltung gestellt oder sogar enteignet werden.

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