Newsticker Mai: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Milliardendeal: Lanxess trennt sich von Spezial-Kunststoffen

< zurück

Seite: 15/23

10.05.2022

Schwedt (dpa/bb) *16:40 Uhr – Polizei verhindert Störaktionen auf Raffinerie-Gelände des PCK

Die Polizei hat bei dem Besuch von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) in Schwedt Störaktionen mehrerer Aktivisten auf dem Gelände der Öl-Raffinerie PCK verhindert. Nach Polizeiangaben wurden am Montag sieben Menschen in Gewahrsam genommen, zwei weiteren wurden Platzverweise erteilt.

Einige der Personen seien in den zurückliegenden Wochen bereits mit Störaktionen in Erscheinung getreten, wie die Polizei am Dienstag weiter mitteilte. Bei ihnen fanden die Beamten Gegenstände, die den Angaben zufolge den Schluss zuließen, dass erneut Störungen beabsichtigt waren.

Zudem nahm die Polizei zwei Männer im Alter von 28 und 47 Jahren fest, die sich auf dem Firmengelände angekettet und angeklebt hatten. Beide Männer müssen sich nun wegen des Vorwurfs der Störung öffentlicher Betriebe verantworten.

New York/New Haven (dpa) *14:23 Uhr – Pfizer kauft für 11,6 Milliarden Dollar Migräne-Spezialisten Biohaven

Pfizer übernimmt in einem Milliardendeal seinen bisherigen Partner Biohaven komplett. Die Vorstände beider Unternehmen hätten dem Zukauf zugestimmt, teilten die Firmen am Dienstag mit. Demnach will der US-Pharmariese den bisherigen Biohaven-Aktionären je Aktie 148,50 Dollar bezahlen. Das Angebot entspreche einem Aufschlag von 33 Prozent auf den volumengewichteten Durchschnittspreis der Aktie der vergangenen drei Monaten, hieß es weiter. Insgesamt belaufe sich die Transaktion damit auf einen Wert von 11,6 Milliarden Dollar (rund 11 Milliarden Euro).

Pfizer übernimmt laut der Vereinbarung bei Abschluss der Transaktion Schulden bei Dritten und leistet zudem Zahlungen, um alle ausstehenden Vorzugsaktien zurückzukaufen.

Die US-Firma Biohaven arbeitet aktuell vor allem an Mitteln gegen neurologische Krankheiten. Pfizer war im Januar mit einer kleineren Beteiligung beim Unternehmen eingestiegen, das sich im Besitz von Finanzinvestoren befindet. Mit der Übernahme kommen unter anderem ein bereits zugelassenes Migränemittel sowie ein noch vor der Zulassung stehendes Migränespray in den Besitz des Pharma-Riesen.

Bestimmte Teile der Biohaven-Pipeline werden jedoch in eine neue börsennotierte Firma ausgegliedert. Die Biohaven-Stammaktionäre einschließlich Pfizer sollen pro Papier 0,5 neue Anteile an der New Biohaven erhalten.

Frankfurt/Main (dpa) *14:00 Uhr – Teure Düngemittel – Agrarchemie warnt vor Gas-Embargo gegen Russland

Angesichts von rasant gestiegenen Düngerpreisen warnt die Agrarchemiebranche vor einem Gas-Embargo gegen Russland. Ohne russisches Gas ließen sich Düngemittel in Deutschland kaum produzieren, sagte Marco Fleischmann, Vorsitzender des Fachbereichs Pflanzenernährung im Industrieverband Agrar (IVA), am Dienstag in Frankfurt. Dann müsse man Ammoniak, ein Grundstoff für die allermeisten Stickstoff-Dünger, importieren und sich so wieder stark von Russland abhängig machen. Denn das Land sei ein wichtiger Exporteur auch von Ammoniak.

Stickstoffdünger, aber auch Kali- und Phosphatprodukte haben sich wegen der hohen Energiepreise seit vergangenem Jahr stark verteuert. Darunter leiden die Bauern. Der Gaspreis macht bei Stickstoffdünger 80 bis 90 Prozent der Produktionskosten aus. Russland spielt eine doppelte Rolle auf dem Weltmarkt – als wichtiger Lieferant sowohl von Erdgas als auch von Stickstoff, Phosphat und Kali. Manche Chemieunternehmen haben schon Anlagen für Ammoniak gedrosselt, weil sie höhere Energiepreise nicht an Kunden weitergeben konnten. Eine Prognose, ob sich Düngemittel wegen des Ukraine-Kriegs noch weiter verteuern, wollte der IVA nicht abgeben. Der Verband vertritt Agrarchemiefirmen, darunter Konzerne wie Bayer und BASF.

Der Angriff auf die Ukraine habe die Agrarmärkte geschockt, sagte IVA-Präsident Michael Wagner. «Zu den Herausforderungen, denen sich die Landwirtschaft stellen muss, hat sich eine fast schon überwunden geglaubte zurückgemeldet: der Kampf gegen den Hunger.» Um die Versorgung mit Nahrung zu sichern und zugleich Biodiversität und Klima zu schützen, brauche es einen Wandel der Landwirtschaft.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

Die Ziele der «Farm-to-Fork-Strategie», mit der die EU eine umweltfreundlichere Landwirtschaft mit weniger Dünger und Pestiziden durchsetzen will, seien «außerordentlich ambitioniert, aber nicht unerreichbar», sagte Wagner. Die Digitalisierung helfe durch eine zielgenauere Ausbringung etwa ein Viertel der Menge an Pflanzenschutzmitteln ohne Verlust an Produktion einzusparen.

Schwedt/Berlin (dpa/bb) *12:04 Uhr – Bürgermeisterin hält Pläne für Raffinerie nicht für ausreichend

Die Pläne der Bundesregierung zur Abfederung eines Öl-Embargos der EU gegen Russland in der Raffinerie PCK reichen aus Sicht der Schwedter Bürgermeisterin Annekathrin Hoppe nicht. «Was mir Sorge macht, ist die geringe Menge, die aus Rostock kommt», sagte die SPD-Politikerin am Dienstag im RBB-Sender Radio eins mit Blick auf den Ostseehafen, über den künftig Öl nach Schwedt kommen soll. «Wir brauchen noch Ergänzungslieferungen dazu. (...) Das heißt, wir brauchen Unterstützung, um erstmal ein überhaupt verkaufbares Produkt herzustellen.»

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) sucht nach alternativen Öl-Quellen für Schwedt, neben Lieferungen aus Rostock auch aus Danzig in Polen. Damit kann allerdings nicht die komplette Leistung der Raffinerie ausgeglichen werden. Er machte den Beschäftigten bei einem Besuch am Montag Mut und sieht eine Chance für den Erhalt. Habeck plant auch einen Umbau zur Nutzung zum Beispiel von Wasserstoff. Hoppe sagte dazu: «Auch dafür brauchen wir finanzielle Unterstützung.»

Leverkusen (dpa) *08:02 Uhr – Starke Agrarnachfrage gibt Bayer Rückenwind

Bayer sieht sich dank eines starken Wachstums des Agrargeschäfts auf Kurs zu den Jahreszielen. Der Konzernumsatz stieg im ersten Quartal um fast ein Fünftel auf 14,6 Milliarden Euro, wie der Agrarchemie- und Pharmakonzern am Dienstag in Leverkusen mitteilte. Währungseffekte und Zu- sowie Verkäufe von Unternehmensteilen herausgerechnet, ergibt sich ein Plus von gut 14 Prozent. Das operative Ergebnis (Ebitda) vor Sondereffekten legte im ersten Quartal im Jahresvergleich um mehr als ein Viertel auf 5,25 Milliarden Euro zu. Konzernchef Werner Baumann hatte die Aktionäre auf der Hauptversammlung Ende April bereits auf einen positiven Auftakt eingestellt.

Es zeichne sich ab, «dass wir trotz aller Unsicherheiten in der Welt sehr erfolgreich ins Jahr gestartet sind», hatte Baumann gesagt. «Gerade im Agrargeschäft sehen wir ein deutlich positiveres Marktumfeld als in den vergangenen Jahren.» Unter dem Strich blieben zum Jahresstart 3,3 Milliarden Euro hängen, nach 2,09 Milliarden vor einem Jahr.

Schwedt (ots) *07:08 Uhr – Woidke: Habeck-Besuch bei PCK in Schwedt „richtig gute Geschichte“

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke begrüßt, dass sich der Bund für den Erhalt der PCK-Raffinerie in Schwedt einsetzt. Der SPD-Politiker sagte dem rbb-Fernsehen am Montagabend in Schwedt, Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck habe hier ein wichtiges Signal für die Belegschaft und die Region gesendet: "Ein wichtiges Signal auch für uns, als Land Brandenburg, weil er nochmal deutlich gemacht hat, dass wir gemeinsam stehen zur Lösung der riesengroßen Probleme, die wir hier vor der Brust haben und das war in der Beziehung wirklich eine richtig gute Geschichte und ich bin froh, dass wir über die letzten Wochen schon eine sehr enge Zusammenarbeit hatten und dass er heute nochmal bekräftigt hat, dass wir das auch über die kommenden Wochen und Monate haben, um hier den Menschen eine gute Zukunft zu geben".

Schwedt/Berlin (dpa/bb) *04:30 Uhr – Brandenburg pocht auf Erhalt von Schwedt: «Jetzt müssen Taten folgen

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hofft nach dem Besuch von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) auf den Erhalt der Raffinerie PCK in Schwedt an der Oder. «Jetzt müssen Taten folgen», sagte Woidke der Deutschen Presse-Agentur.

Woidke hatte Habeck vor dessen Besuch in Schwedt am Montag einen Brief geschrieben und Forderungen gestellt. So solle der Bund helfen, die Versorgungssicherheit in Ostdeutschland zu gewährleisten und die Arbeitsplätze in der Raffinerie und bei allen beteiligten Unternehmen zu sichern. Zudem solle der Bund politische und finanzielle Unterstützung für Umbau- und Transformationsmaßnahmen geben.

«Die Forderungen stehen im Raum», sagte Woidke. «Erfüllt sind sie erst, wenn sie erfüllt sind.» Zugleich bedankte er sich bei Habeck für den Besuch und die Zusage, den Standort erhalten zu wollen. Der Linken-Politiker Dietmar Bartsch warnte für den Fall eine EU-Ölembargos vor schweren wirtschaftlichen Folgen für Ostdeutschland – selbst wenn die Raffinerie in Schwedt gerettet werde. «Die Sorgen sind mehr als verständlich», sagte Bartsch der «Reinischen Post» (Dienstag). Die Linke halte das Embargo für überstürzt. Die Spritpreise würden weiter ansteigen, was auch Lebensmittel noch teurer machen würde. «Die gesamte Wirtschaft im Osten droht um Jahre zurückgeworfen zu werden», warnte der Chef der Linksfraktion im Bundestag.

Die Bundesregierung erwägt als letztes Mittel eine Enteignung oder eine Treuhandlösung für die Anlage. Bartsch sagte, beides sei denkbar. «Entscheidend ist, dass der Standort Schwedt erhalten bleibt und möglichst alle Jobs gerettet werden. Sollte der Staat Eigentümer beziehungsweise Treuhänder werden, muss es eine Beschäftigungsgarantie geben.»

(ID:48267922)