Newsticker Mai: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Milliardendeal: Lanxess trennt sich von Spezial-Kunststoffen

< zurück

Seite: 11/23

16.05.2022

Demmin/Strasburg (dpa) *17:40 Uhr – Protest gegen Ölpipeline nach Schwedt – An Pumpstationen angekettet

Mitglieder der Gruppe «Letzte Generation» haben sich am Montag erneut an der Erdölleitung vom Rostocker Hafen zur Raffinerie Schwedt (Brandenburg) zu schaffen gemacht. Dreimal ketteten sich jeweils zwei Aktivisten an Pumpstationen in Lindenhof bei Demmin und Glantzhof bei Strasburg (beides Landeskreis Mecklenburgische Seenplatte) an, wie ein Polizeisprecher der Deutschen-Presse-Agentur sagte.

In den vergangenen Wochen hatte es wiederholt ähnliche Aktionen der Gruppe an der Pipeline gegeben. Gegen die Beteiligten sei auch dieses Mal Anzeige wegen Hausfriedensbruchs und Störung öffentlicher Betriebe gestellt worden, so die Polizei.

Ziel der Aktionen der Gruppe «Letzte Generation» ist es nach eigenen Angaben, den Ölfluss in der Pipeline zu unterbrechen. Auch andere Pipelines in Deutschland waren schon betroffen. Die Aktivisten verlangen von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) den Verzicht auf neue Ölbohrungen in der Nordsee und auf den Bau sowie die Finanzierung neuer Leitungen für fossile Energieträger. Die Erdölleitung von Rostock nach Schwedt existiert schon viele Jahre.

Leuna (dpa/sa) *16:40 Uhr – Habeck sieht Leuna als Vorreiter für alternative Energiebasis

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) sieht den Chemie- und Raffineriestandort Leuna als einen Vorreiter auf dem Weg aus der Abhängigkeit von Öl und Gas. «Was mich in Leuna vor allem beeindruckt hat, ist, dass eine Dynamik da ist, die über diese Probleme der Gegenwart hinausweist», sagte er am Montag bei einem Besuch des Standorts in Sachsen-Anhalt.

Die Möglichkeit neue Energieträger, Treibstoffe zu schaffen, sei hier schon in der Umsetzung. In Leuna gibt es Forschungs- und Produktionsvorhaben zur Erzeugung von sogenanntem grünem Wasserstoff. Dieser gilt als Energie- und Rohstoffbasis der Zukunft. Im Gegensatz zu traditionellem Wasserstoff soll hier in der Produktion kein klimaschädliches CO2 entstehen.

«Hier kann man sehen, wie es werden soll, und dass es sich tatsächlich in der Umsetzung befindet», sagte Habeck. Das sei die Aufgabe über den Tag hinaus, über die Gegenwart hinaus, dafür zu sorgen, dass an Industrie- und Chemiestandorten Produktionsketten entstehen, die Deutschland und Europa in Zukunft wettbewerbsfähig machen.

«Es gibt in Leuna eine klare Perspektive», sagte Habeck. So stelle der französischen Mineralölkonzern Totalenergies, der in Leuna die Raffinerie betreibt, die Ölimporte aus Russland ein. Lieferungen sollen über andere Anbieter am Markt via Danzig (Polen) nach Leuna kommen. Aber: «Wenn ein plötzlicher Gasabriss, ein Embargo kommen würde, dann hätten Deutschland und Leuna ein Problem. Wir arbeiten daran, dass wir auch so eine Situation aufhalten können», sagte Habeck. Die Gasspeicher in Deutschland seien aber bereits zu 40 Prozent gefüllt. Das gebe «eine gute Perspektive», sagte Habeck.

Im 1300 Hektar großen Chemiestandort Leuna sind bisher laut Betreibergesellschaft Infraleuna Öl und Gas die Energie- und Rohstoffbasis. In den Firmen arbeiten 12.000 Menschen, darunter etwa 600 in der Raffinerie. Die Erdölverarbeitungsanlage war nach 1990 neu gebaut worden. Sie kann jährlich bis zu zwölf Millionen Tonnen Rohöl zu Kraftstoffen wie Benzin und Diesel verarbeiten. Abnehmer sind 1300 Tankstellen in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen.

(ID:48267922)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung