Tarifverhandlungen Ernährungsindustrie: Warnstreiks im Osten, stockende Verhandlungen im Westen

Von dpa, BDSI 2 min Lesedauer

Von Rotkäppchen-Mumm bis zur Süßwarenindustrie: In der Ernährungsbranche verschärfen sich die Tarifkonflikte. Während in Sachsen-Anhalt bereits gestreikt wird, liegen die Positionen auch in NRW weit auseinander.

Die Ernährungsindustrie steht vor harten Tarifauseinandersetzungen. So streiken in Sachsen-Anhalt Beschäftigte bei Rotkäppchen-Mumm für höhere Löhne.(Bild:  Gemini 3.1 Flash Image / KI-generiert)
Die Ernährungsindustrie steht vor harten Tarifauseinandersetzungen. So streiken in Sachsen-Anhalt Beschäftigte bei Rotkäppchen-Mumm für höhere Löhne.
(Bild: Gemini 3.1 Flash Image / KI-generiert)

Ost wie West – die Tarifkonflikte in der deutschen Ernährungsindustrie nehmen an Schärfe zu. Während in Sachsen-Anhalt bereits Warnstreiks laufen, stehen die Verhandlungen in der nordrhein-westfälischen Süßwarenindustrie erst am Anfang.

Warnstreiks in Sachsen-Anhalt erreichen Rotkäppchen-Mumm

Erstmals trifft der Arbeitskampf in der Ernährungsindustrie Sachsen-Anhalts den bekannten Sekthersteller Rotkäppchen-Mumm. Rund 200 Beschäftigte am Standort Freyburg waren vergangenen Donnerstag aufgerufen, zeitweise die Arbeit niederzulegen, wie die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mitteilte. Parallel weitet die NGG ihre Warnstreiks auf weitere Betriebe aus, darunter Werke der Schwarz-Gruppe und ein Backwarenunternehmen in Halle.

Kern des Konflikts ist das Arbeitgeberangebot, das eine Lohnerhöhung von insgesamt rund zehn Prozent in vier Stufen bis 2029 vorsieht – beginnend mit 2,8 Prozent im Jahr 2026. Die NGG kritisiert dies als unzureichend und verweist auf die anhaltende Lohnlücke zwischen Ost und West. Für Fachkräfte bei Rotkäppchen würde die Erhöhung laut Gewerkschaft etwa 86 Euro betragen, während Kollegen in westdeutschen Konzernbetrieben 101 Euro mehr erhalten. Der monatliche Gehaltsunterschied liege bereits bei rund 800 Euro und könnte sich weiter vergrößern.

Der Arbeitgeberverband der Ernährungswirtschaft (VdEW) bezeichnet sein Angebot hingegen als tragfähige Grundlage. Eine schnelle Angleichung sei zwar politisch nachvollziehbar, wirtschaftlich jedoch nicht leistbar. NGG-Verhandlungsführer Uwe Ledwig warnte vor einer weiteren Eskalation und forderte die Angleichung der Löhne. Am Donnerstag findet die dritte Verhandlungsrunde statt.

Süßwarenindustrie in NRW: Erste Runde ohne Ergebnis

Auch in Nordrhein-Westfalen spitzt sich der Konflikt zu: Die erste Verhandlungsrunde zwischen dem Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) und der NGG endete ohne Einigung. Die Arbeitgeber bieten bei einer Laufzeit von 24 Monaten lediglich 1,4 Prozent lineare Lohnerhöhung sowie eine Stärkung der betrieblichen Altersvorsorge an.

Der BDSI begründet das Angebot mit enormem wirtschaftlichem Druck durch geopolitische Herausforderungen, gestiegene Energie- und Logistikkosten sowie standortbedingte Belastungen. Die Branche beschäftigt bundesweit rund 60.000 Menschen in etwa 200 überwiegend mittelständischen Unternehmen.

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