Newsticker Mai: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Milliardendeal: Lanxess trennt sich von Spezial-Kunststoffen

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09.05.2022

Schwedt/Oder (dpa) *20:42 Uhr – PCK-Chef will Raffinerie ausbauen

Der Geschäftsführer der mehrheitlich russischen Raffinerie PCK in Schwedt/Oder, Ralf Schairer, hält den Standort ungeachtet des geplanten Öl-Embargos der EU gegen Russland für zukunftsfähig. «Wir wollen den Standort langfristig erhalten», sagte Schairer am Montag bei einem Besuch von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) vor Hunderten Beschäftigten.

Sein Ziel sei, «dass wir die Raffinerie transferien zu dem, was gebraucht wird - nicht nur in den nächsten zwei Jahren, sondern in den nächsten fünf, zehn, 15 Jahren.» Der Standort sei stark. «Und deshalb ist er ausbaufähig für die Zukunft.» Schairer ist seit knapp sechs Wochen Geschäftsführer. «Ich habe einen Glauben an Euch, an unsere Stärke und an unseren Willen, dass wir uns behaupten.»

Die Bundesregierung sieht gute Chancen, die Raffinerie PCK mit rund 1200 Beschäftigten bei einem Öl-Embargo der Europäischen Union gegen Russland zu erhalten. Dafür sind den Angaben zufolge aber Voraussetzungen wie alternative Öl-Quellen, Finanzmittel und die Frage der Eigentümerstruktur notwendig. Die PCK-Raffinerie ist mehrheitlich im Eigentum des russischen Staatskonzerns Rosneft.

Schwedt/Oder(dpa) *17:18 Uhr – CDU-Politiker Müller fordert Perspektive für Raffinerie in Schwedt

Unionsfraktionsvize Sepp Müller fordert vor dem Hintergrund des geplanten Öl-Embargos gegen Russland eine klare Perspektive für die PCK-Raffinierie im brandenburgischen Schwedt. «Die Ampel muss jetzt bei der Energieversorgung endlich in der Realität ankommen», sagte der CDU-Politiker am Montag. Die Anlage in Schwedt wird vom russischen Rosneft-Konzern betrieben und ist bislang vollständig abhängig von russischem Öl.

Müller verlangte auch eine Abkehr von dem Plan, den Kohleausstieg in Ostdeutschland von 2038 auf 2030 vorzuziehen. Zudem sollten schnell Gasleitungen von West- nach Ostdeutschland und im Osten Terminals für Flüssiggas gebaut werden, etwa in Rostock. Daneben pochte Müller auf Entlastungen für Bürger. «Der Bundeskanzler sollte jetzt zügig zu einem Energiegipfel einladen und endlich handeln!», meinte der Bundestagsabgeordnete, der den Wahlkreis Lutherstadt Wittenberg vertritt.

Mainz (dpa) *12:00 Uhr – Biontech startet mit kräftigem Gewinnplus ins neue Jahr

Der Corona-Impfstoffhersteller Biontech hat im ersten Quartal Umsatz und Gewinn erneut erheblich steigern können. In dem Ende März abgelaufenen Quartal steht ein Nettogewinn von rund 3,70 Milliarden Euro in den Geschäftsbüchern nach rund 1,13 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum, wie das Unternehmen am Montag in Mainz mitteilte. Der Umsatz legte von 2,05 Milliarden Euro auf 6,37 Milliarden Euro zu. Biontech bekräftigte bei der Vorlage der neuen Zahlen seine Umsatzprognose für seinen Corona-Impfstoff in Höhe von 13 Milliarden bis 17 Milliarden Euro für das laufende Geschäftsjahr.

Biontech und sein US-Partner Pfizer prüfen nach eigenen Angaben weiter mögliche Nachfolgeversionen des bisherigen Covid-19-Vakzins. Dabei geht es unter anderem um einen Impfstoffkandidaten auf Basis der Omikron-Variante sowie um sogenannte bivalenten Vakzine, die gegen Omikron- sowie weitere Sars-CoV-2-Stämme gerichtet sind. Eine Aktualisierung der Daten der im Januar gestarteten klinischen Studien werde «in den kommenden Wochen erwartet und den Zulassungsbehörden zur Verfügung gestellt», teilte das Unternehmen mit. Im vergangenen Geschäftsjahr hatte Biontech einen Nettogewinn von rund 10,3 Milliarden Euro erwirtschaftet. Der Umsatz lag bei knapp 19 Milliarden Euro.

Schwedt/Oder(dpa) *11:12 Uhr – Brandenburg hofft auf Zukunft für PCK in Schwedt: «Raffinerie 2.0»

Wie der Bund setzt auch Brandenburg längerfristig auf eine Zukunft der Raffinerie PCK in Schwedt/Oder - unabhängig von Öl. «Ich sehe die Zukunft in einem Standort mit einem neuen, moderneren Raffineriekonzept unter Verwendung von Wasserstoff ebenso wie auch entsprechender Biomaterialien. Also einer Raffinerie 2.0», sagte Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) den «Potsdamer Neuesten Nachrichten» (Montag). Er gehe von sieben bis acht Jahren dafür aus, wenn man sichergehen wolle auch von zehn Jahren. «Die Transformation ist eine Aufgabe, die sowieso anstand, weil man davon ausgehen konnte, dass in den nächsten zehn Jahren das klassische Konzept einer Raffinerie nicht mehr tragen würde.»

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Berlin (dpa) *00:00 Uhr – Habeck: Schwedt könnte «Raffinerie der Zukunft» werden

Unmittelbar vor seinem Besuch der Raffinerie PCK im brandenburgischen Schwedt hat Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) erklärt, dass er eine Zukunft für das durch das geplante Öl-Embargo gegen Russland gefährdete Unternehmen sieht. «Es gibt eine gute Chance, dass die Raffinerie Schwedt erhalten bleibt, dass wir sie versorgen können mit Öl über andere Wege», sagte Habeck am Sonntag dem Fernsehsender Welt. Diese Wege könnten über Rostock und Danzig führen. In einer Kooperation mit dem Hafen Rostock könnte sich PCK auch weiterentwickeln «weg vom Öl, hin zu Wasserstoff» und damit eine «Raffinerie der Zukunft» werden.

Habecks Parlamentarischer Staatssekretär Michael Kellner sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Montag): «Wir wollen mit den Beschäftigten ins Gespräch kommen und deutlich machen, dass wir kurzfristig alle notwendigen Schritte zur Absicherung von Schwedt unternehmen werden.» Mittelfristig wolle man die Umstellung auf grünen Wasserstoff, Biochemie und Kreislaufwirtschaft unterstützen. »Mit viel grüner Energie und exzellent ausgebildeten Fachkräften kann das gerade am Standort Schwedt gelingen», so Kellner.

Habeck und Kellner werden am Montag zu Gesprächen mit Geschäftsführung und Belegschaft in Schwedt erwartet. Die EU-Kommission schlägt vor, russische Rohöllieferungen für Deutschland und die meisten anderen EU-Länder innerhalb von sechs Monaten auslaufen zu lassen.

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