Krems (dpa) *17:57 Uhr – Explosion in Chemieunternehmen in Österreich – ein Toter
Bei einer Explosion in einem Chemieunternehmen in Österreich ist ein Mann getötet worden. Zwei weitere Menschen wurden bei dem Unglück in Krems am Donnerstag verletzt, teilte die Polizei in Bundesland Niederösterreich mit. «Das halbe Gebäude wurde weggerissen», sagte Feuerwehrkommandant Martin Boyer. Chemikalien seien nicht ausgetreten.
Laut der Feuerwehr in Krems waren zwei Arbeiter in einer Lagerhalle damit beauftragt, Schneidarbeiten bei einem Tank durchzuführen. Während einer der beiden ums Leben kam, sei der andere gerettet worden und mit einem Notarzt-Hubschrauber nach Wien geflogen worden.
Laut dem betroffenen Unternehmen passierte die Explosion, während in der Halle Abbrucharbeiten durchgeführt wurden. Von den Betriebsanlagen gehe keine weitere Gefahr aus.
Schwedt (dpa/bb) *12:08 Uhr – Schwedter Bürgermeisterin nach PCK-Zusagen vom Bund erleichtert
Nach Zusicherungen der Bundesregierung für einen Erhalt der Raffinerie PCK-Schwedt hat sich die Bürgermeisterin der Stadt, Annekathrin Hoppe (parteilos), erleichtert gezeigt. «Ich habe das Gefühl, dass es jetzt in die richtige Richtung geht. Wir setzen unsere ganze Hoffnung auf das Versprechen des Bundeskanzlers und des Bundeswirtschaftsministers», sagte sie am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur.
«Die klare Aussage der Bundesregierung ist, dass der Standort erhalten bleiben soll, dass wir dort eine zukunftsfähige Industrie aufbauen wollen, dass das Embargo gegen russisches Öl nicht dazu führt, dass in der Region die Lichter ausgehen», hatte Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) nach einer Kabinettsklausur in Meseberg gesagt. Kanzler Olaf Scholz (SPD) hatte betont, die Bundesregierung wolle die Raffinerien in Leuna bei Halle und Schwedt unterstützen und sicherstellen, dass die Beschäftigten dort eine Perspektive hätten.
Hoppe begrüßte auch den Besuch des Ostbeauftragten in Schwedt am Mittwoch. «Seine Gespräche im PCK und mit dem Betriebsrat sehe ich als ein erstes, gutes Zeichen für den Willen der Bundesregierung, den Industriestandort Schwedt in dieser Situation nicht allein zu lassen», so die Bürgermeisterin.
Der Ostbeauftragte Carsten Schneider hatte in Schwedt auf Einladung der SPD-Fraktion an einer lange geplanten Veranstaltung teilgenommen, die unter dem Motto «Aufbruch Ost - Wir gestalten das moderne Deutschland» stattfand. Das Hauptthema war nach Angaben der Stadt aber dann die Zukunft der Erdöl-Raffinerie. Schneider besuchte auch das PCK und sprach mit Beschäftigten.
Den Haag/London (dpa) *08:49 Uhr – Ölkonzern Shell mit Milliardengewinn trotz Russland-Abschreibung
Der Ölkonzern Shell hat zum Jahresstart dank hoher Ölpreise und trotz Abschreibungen durch den Rückzug aus dem Russland-Geschäft einen Milliardengewinn erzielt. Unter dem Strich blieben 7,1 Milliarden Dollar (6,68 Mrd Euro) hängen, wie Shell am Donnerstag in London mitteilte. Das ist ein Viertel mehr als vor einem Jahr, aber mehr als ein Drittel weniger als im Schlussquartal 2021.
Allerdings hatte der Konzern wegen des Überfalls Russlands auf die Ukraine beschlossen, seine Geschäftstätigkeiten in Russland einzustellen, wofür nun Abschreibungen von 3,9 Milliarden Dollar notwendig wurden. Anfang April hatte der Konzern noch von einer Belastung von 4 bis 5 Milliarden gesprochen. Das um solche Sondereffekte bereinigte Ergebnis von 9,1 Milliarden Dollar legte im Vergleich zum vergangenen Quartal sowie zum Vorjahreszeitraum sehr deutlich zu und übertraf die durchschnittliche Analystenschätzung.
Die Quartalsdividende soll nun um vier Prozent auf 0,25 Dollar je Aktie steigen. Zudem kommt Shell beim 8,5 Milliarden Dollar schweren Aktienrückkaufprogramm voran: Die noch offenen 4,5 Milliarden sollen bis zur Vorlage der Zahlen für das zweite Quartal ausgeben sein.
Düsseldorf (dpa) *07:56 Uhr – Henkel will durch Fusion Millionen sparen – 2000 Stellen betroffen
Der Konsumgüterkonzern Henkel erwartet millionenschwere Einsparungen aus der Fusion seiner Konsumgütergeschäfte. Betroffen sind dabei auch 2000 Stellen weltweit, wie das Unternehmen am Donnerstag in Düsseldorf mitteilte. Die Bruttoeinsparungen durch die Zusammenlegung der Geschäfte mit Wasch- und Reinigungsmitteln sowie der Kosmetik sollen mittelfristig rund 500 Millionen Euro betragen.
Stand: 08.12.2025
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Die Synergien sollen sich vor allem aus der Verbesserung von Vertriebs- und Verwaltungsstrukturen, in Produktion und Logistik sowie bei Werbung und Marketing ergeben, hieß es. In der ersten Phase sollen bis Ende des Jahres 2023 Netto-Einsparungen auf jährlicher Basis von rund 250 Millionen Euro erreicht werden. Die Einmalaufwendungen bezifferte Henkel für die erste Phase auf 350 Millionen Euro. Zudem soll das Portfolio weiter ausgemistet und unter den Erwartungen laufende Geschäfte verkauft oder eingestellt werden. Dabei stünden Geschäfte und Marken mit einem Umsatzvolumen von bis zu einer Milliarde Euro zur Disposition.
Henkel hatte Anfang des Jahres angekündigt, die beiden Konsumenten-Sparten zusammenlegen zu wollen und so Wachstum und Profitabilität anzukurbeln.
Wilhelmshaven (dpa) *05:01 Uhr – Wintershall plant Großprojekt für Wasserstoff in Wilhelmshaven
Der Gas- und Ölkonzern Wintershall Dea will am Standort Wilhelmshaven künftig umweltschonenden Wasserstoff aus norwegischem Erdgas produzieren. Im Rahmen des Großprojekts BlueHyNow sollen dabei über 200 000 Kubikmeter Wasserstoff pro Stunde hergestellt werden, wie das Unternehmen am Donnerstag ankündigte. Das entspreche einem Jahresvolumen von 5,6 Terawattstunden (TWh) und in etwa dem dreifachen Energieverbrauch des Wolfsburger Volkswagenwerks im Jahr 2019. BlueHyNow soll nach jetzigem Planungsstand Ende 2028 in Betrieb gehen.
Der produzierte Wasserstoff soll ins Pipeline-Transportnetz eingespeist und an Industriekunden geliefert werden. Für das Projekt will Wintershall Dea gemeinsam mit weiteren Partnern mehr als eine Milliarde Euro investieren. Mit potenziellen Partnern würden dazu bereits konkrete Gespräche geführt. Geplant ist, das bei der Wasserstoffherstellung abgeschiedene Kohlendioxid (CO2) von Wilhelmshaven aus über den Seeweg zu Lagerstätten in Norwegen und Dänemark zu transportieren und dort unterirdisch einzulagern.
«Unser Projekt steht für Fortschritt. Für die deutschen Netto-Null- Ziele bei den Emissionen als auch für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie und für sichere, flexible Energieversorgung», sagte der Vorstandschef von Wintershall Dea, Mario Mehren. Er verwies auf aktuelle Prognosen, wonach der jährliche Wasserstoffbedarf in Deutschland von heute 55 TWh bis 2030 auf 90 bis 110 TWh steige.
Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) wird am Donnerstag in Wilhelmshaven erwartet, wo noch in diesem Jahr das erste schwimmende Terminal für Flüssigerdgas (LNG) in Betrieb gehen soll. Gemeinsam mit Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) will er auch Vereinbarungen über einen Ausbau Wilhelmshavens zu einer Drehscheibe für saubere Energie für Deutschland unterzeichnen.