Ernährungsindustrie BVE veröffentlicht Schätzung für 2024

Von Bundesvereinigung der deutschen Ernährungsindustrie e.V. (BVE) 3 min Lesedauer

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Im Jahr 2024 verzeichnete die deutsche Ernährungsindustrie einen realen Umsatzverlust von 0,6 Prozent, trotz eines nominalen Umsatzes von 232,8 Milliarden Euro. Die Bundesvereinigung der deutschen Ernährungsindustrie (BVE) macht dafür hohe Kosten, steigende Bürokratie und politische Unsicherheiten die Wettbewerbsfähigkeit verantwortlich. An die neue Bundesregierung haben die Branchenexperten konkrete Forderungen.

BVE-Hauptgeschäftsführer Christoph Minhoff: „Unsere Branche steht vor der Herausforderung, Qualität und Versorgungssicherheit für die Verbraucher zu gewährleisten und in mehr Nachhaltigkeit zu investieren, während die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen immer schwieriger werden.“(Bild:  Santiago Engelhardt / ernaehrungsindustrie.de)
BVE-Hauptgeschäftsführer Christoph Minhoff: „Unsere Branche steht vor der Herausforderung, Qualität und Versorgungssicherheit für die Verbraucher zu gewährleisten und in mehr Nachhaltigkeit zu investieren, während die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen immer schwieriger werden.“
(Bild: Santiago Engelhardt / ernaehrungsindustrie.de)

Für 2024 zieht die Bundesvereinigung der deutschen Ernährungsindustrie (BVE): Das Jahr 2024 war für die deutsche Ernährungsindustrie von einem weiterhin herausfordernden Umfeld geprägt. Große wirtschaftspolitische Unsicherheiten, sich verschlechternde Standortfaktoren und eine steigende Bürokratiebelastung führten erneut zu einem realen Umsatzverlust. Ersten Schätzungen zufolge erzielten die deutschen Lebensmittelhersteller im Jahr 2024 einen Umsatz von 232,8 Milliarden Euro. Das entspricht einem Rückgang des preisbereinigten Umsatzes um 0,6 Prozent.

Dazu erklärt BVE-Hauptgeschäftsführer Christoph Minhoff: „Die Ernährungsindustrie steht wegen der anhaltenden Belastungen durch hohe Kosten und regulatorische Eingriffe unter Druck. Das betrifft insbesondere die Energiepreise, die nicht nur die energieintensiven Bereiche, sondern auch die Gesamtbranche, immer mehr herausfordern und die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber ausländischen Konkurrenten beeinträchtigen und zunehmend zu einem Standortfaktor werden. Unsere Branche steht vor der Herausforderung, Qualität und Versorgungssicherheit für die Verbraucher zu gewährleisten und in mehr Nachhaltigkeit zu investieren, während die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen immer schwieriger werden.“

Laut vorläufigen Zahlen sank der preisbereinigte Umsatz im Ausland um 0,2 Prozent, während der Inlandsumsatz mit einem Minus von 0,8 Prozent noch deutlicher nachgab. Nominal betrachtet konnte der Umsatz im Jahr 2024 um 0,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr zulegen, was 232,8 Milliarden Euro entspricht. Das Auslandsgeschäft wuchs nominal um 2,5 Prozent auf 84,3 Milliarden Euro, während das Inlandsgeschäft um 0,4 Prozent auf 148,5 Milliarden Euro zurückging. Die Verkaufspreise im Inland stiegen moderat um 0,4 Prozent, während die Preise im Ausland um 2,7 Prozent zulegten. Der Auslandsanteil am Gesamtumsatz stieg leicht auf 36,2 Prozent.

Konjunkturdaten der Ernährungsindustrie 2024(Bild:  BVE)
Konjunkturdaten der Ernährungsindustrie 2024
(Bild: BVE)

Die Branche sah sich 2024 durch eine schwächelnde Konjunktur, zusätzliche politische Regularien und eine geringe wirtschaftspolitische Planungssicherheit besonders gefordert. Eine aktuelle BVE-Umfrage unter mehr als 160 Unternehmen zeigt teils dramatische Ergebnisse. Insbesondere die gewachsenen bürokratischen Anforderungen sind für die deutsche Ernährungsindustrie extrem belastend, mitunter existenzgefährdend. Über 95 Prozent der Unternehmen berichten von steigenden bürokratischen Anforderungen in den letzten drei Jahren, nur bei gut 4 Prozent blieben diese unverändert. Besonders kleine und mittlere Unternehmen (KMUs) sehen die derzeitigen Belastungen als existenzgefährdend an – 22 Prozent der kleinen und 18 Prozent der mittleren Unternehmen äußerten dies.

Die anhaltend geringe Attraktivität des Standortes Deutschlands lässt sich auch an den Investitionsplänen der Unternehmen ablesen: Nur 18 Prozent planen, ihre Investitionen in Deutschland zu erhöhen, während 35 Prozent diese reduzieren und 6 Prozent eine vollständige Einstellung der Investitionen am deutschen Standort in Betracht ziehen.

Von der zukünftigen Bundesregierung erwarten die befragten Unternehmen deutliche Maßnahmen: Mehr als 96 Prozent fordern einen spürbaren Bürokratieabbau, 94 Prozent wünschen sich eine verbesserte Wirtschafts- und Standortpolitik. Knapp 92 Prozent sprechen sich für praxistauglichere Regeln bei der Nachhaltigkeitsberichterstattung und den Sorgfaltspflichten aus, während über 85 Prozent ein Überdenken der Ausgestaltung der aktuellen Energiewendepolitik fordern.

„Sinkende reale Umsätze sowie eine schwächelnde Arbeitsproduktivität bei gleichzeitig hohen Kostensteigerungen verhindern notwendigen Fortschritt und gehen an die Reserven der deutschen Lebensmittelhersteller. Während andere Länder ihre Unternehmen entlasten, bürden wir unseren Betrieben immer mehr auf. So verspielen wir unsere Wettbewerbsfähigkeit. Die Unternehmen erwarten zu Recht, dass die Politik endlich Bürokratie abbaut, Standortfaktoren verbessert und Planungssicherheit schafft – das ist der Schlüssel für nachhaltiges Wachstum,“ so Minhoff.

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