„Schöner“ Ostersegen

Schokolade soll ja glücklich machen – aber zu Ostern macht sie eher arm

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Kakaoanbau hat teilweise strukturelle Probleme

Mit Blick auf die Industrie registriere Krempel, dass Hersteller immer weniger Schokolade in Schokoladenprodukten verwenden, dafür aber mehr Palmfett hinzugeben, um so die Preise in Schach zu halten. Der Süßwarenexperte bezweifelt deshalb, dass die Verbraucherpreise bei Industrieprodukten noch einmal sinken werden: „Meiner Meinung nach wäre es auch nicht gut, wenn die Preise wieder sinken, denn das wäre nicht gut für die Kakaobauern.“ Schokolade ist seiner Meinung nach einfach ein Luxusgut und in Deutschland sogar noch verhältnismäßig günstig. Seine Geschäftspartnerin Franka Rössel sieht in den stark schwankenden Kakaopreisen eine große Herausforderung: „Der Weltmarktpreis ist seit 2023 deutlich angestiegen und unterliegt immer noch starken Schwankungen.“ Der Grund dafür seien strukturelle Probleme der Hauptanbauregionen – vor allem in Westafrika. Dort gibt es veraltete Plantagen und ausgelaugte Böden durch Monokulturen und Pflanzenkrankheiten. Das betrifft auch Krempel und Rössel, obwohl deren Kakao nicht aus Westafrika kommt. Denn wenn der Kakao global an der Börse gehandelt wird, kommt es zu spekulativen Effekten. Das heiße, dass Händler und Zwischenakteure bei Gelegenheit vermehrt Rohstoffe aufkauften, wodurch auch bei den Partnern von Cahua die Preise stiegen, oder die Verfügbarkeit kurzfristig unter Druck gerate.

Verbraucher sollten Schokolade als Luxus verstehen

Das hätten beide auch schon selbst erfahren, denn sie würden seit über einem Jahr auf eine zugesagte Lieferung von einem der Partner warten. Rössel identifiziert dennoch auch etwas Gutes, und erklärt: „Ein positiver Effekt ist, dass durch die gestiegenen Preise der Industrie der Abstand zu hochwertiger, handwerklich hergestellter Schokolade für viele Verbraucher kleiner wirkt.“ Wenn der Mehrwert verstanden werde, seien Kunden eher bereit, diesen Preisunterschied mitzutragen. Krempel empfiehlt beim Kauf von Schokolade sowieso darauf zu achten, dass kein Aroma und keine Fremdfette hinzugefügt wurden. Auch Kakaopulver sollte vermieden werden, denn es erhöht nach seiner Meinung zwar den Schokoladenanteil, der meist in Prozent angegeben wird, macht die Schokolade jedoch auch trockener, weil die Kakaobutter vorher herausgepresst wurde. Und nicht zuletzt sollte auch auf die Herkunftsregionen geachtet werden, weil man so nachverfolgen kann, ob die Schokolade aus fairer Herstellung kommt. Na dann: Tresor auf und frohe Ostern!

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