Rohmilchüberschuss und Preisverfall Überangebot an Rohmilch reißt Schwälbchen Molkerei ins Minus

Von Manja Wühr 2 min Lesedauer

Die Schwälbchen Molkerei in Bad Schwalbach verzeichnete im ersten Halbjahr 2026 einen Verlust von zwei Millionen Euro. Während ein historisches Überangebot an Rohmilch und sinkende Preise im Kühlregal die Molkerei ins Minus ziehen, lassen der Lieferdienst und neue Trends hoffen.

Steigende Anliefermengen und feste Abnahmeverträge zwingen die Schwälbchen Molkereien, überschüssige Rohmilch weit unter Einkaufspreis auf dem Spotmarkt zu verkaufen.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Steigende Anliefermengen und feste Abnahmeverträge zwingen die Schwälbchen Molkereien, überschüssige Rohmilch weit unter Einkaufspreis auf dem Spotmarkt zu verkaufen.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Die hessische Schwälbchen Molkerei leidet unter einem Überangebot an Rohmilch und dem daraus resultierenden Preisverfall. Zusammen mit einem weiter schwachen Konsumklima habe dies im ersten Halbjahr 2026 zu einem Ergebniseinbruch in der Molkerei-Sparte geführt, sagte der Vorstandschef Günter Berz-List der dpa in Wiesbaden. Bessere Zahlen schrieb dagegen im gleichen Zeitraum der Schwälbchen Frischdienst, ein Lieferdienst für Großverbraucher.

Der Umsatz der Schwälbchen Molkerei in Bad Schwalbach im Taunus schrumpfte im ersten Halbjahr 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nach vorläufigen Zahlen um rund 14,5 Prozent auf rund 47 Millionen Euro. Wegen des Überangebots an Milch musste Schwälbchen viel überschüssige Rohmilch auf dem sogenannten Spotmarkt verkaufen – zu Preisen, die weit unter denen liegen, die die Molkerei ihren Bauern im Ankauf aufgrund fester Vereinbarungen zahlen muss. Dieser Effekt hatte das Unternehmen bereits 2025 belastet.

Schwälbchen tappt in „Rohstofffalle“

Das Molkerei-Ergebnis rutschte im ersten Halbjahr 2026 mit einem Verlust von zwei Millionen Euro deutlich ins Minus. Dazu beigetragen habe auch der andauernde Preisverfall im Kühlregal, ergänzte Berz-List. Im Vorjahreszeitraum hatte die Molkerei-Sparte noch ein leichtes Ergebnisplus von 100.000 Euro verzeichnet. „Wir sind in die Rohstofffalle gelaufen“, sagte Berz-List. Die angelieferte Milchmenge der rund 170 Schwälbchen-Landwirte kletterte im ersten Halbjahr 2026 im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr um 13,8 Prozent auf 60 Millionen Kilo.

Lieferdienst schreibt bessere Zahlen

„Neben dem Schatten gibt es aber auch Licht“, sagte Berz-List in Bezug auf die Frischdienst-Sparte. Der Lieferdienst fuhr im ersten Halbjahr trotz leicht rückläufiger Umsätze (minus 2,5 Prozent) auf rund 55 Millionen Euro ein Ergebnis nach Steuern von 2,3 Millionen Euro ein. Im ersten Halbjahr 2025 waren es noch 1,5 Millionen Euro gewesen.

„Der Außer-Haus-Markt ist ein Wachstumsmarkt, etwa die Belieferung von Kantinen, Mensen, Altenheimen oder Krankenhäusern“, erläuterte Berz-List. Auch das künftige Pflicht-Angebot für eine Ganztagsbetreuung an Schulen sieht er als Chance.

Schwälbchen will vom Trend für „High Protein“ profitieren

Mit Blick auf das Jahresergebnis 2026 wird es nach den Worten von Berz-List „sehr schwierig“, das Minus der Molkerei-Sparte zu „neutralisieren“ – auch wenn sich das Rohmilchproblem zuletzt abgeschwächt habe. Das andauernde Sommerwetter sorge aktuell für einen guten Absatz etwa bei Kaffeekaltgetränken, Ayran, Kefir und Dickmilch. Mit Blick auf den aktuellen „Quark-Boom“ als natürlichen Proteinlieferanten kündigte Berz-List für Herbst dieses Jahres einen neuen „Skyr“ an. Geplant ist eine Art fettarmer und cremiger Frischkäse.

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