Dosenfabrik in Brandenburg Nach Gerichtsstopp: Stadtverordnete billigen Erweiterung von Red Bull und Rauch

Von dpa 2 min Lesedauer

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Ein Jahr nachdem der ursprüngliche Plan per Gericht gekippt wurde, hat nun Baruth/Mark einen neuen Bebauungsplan verabschiedet und schafft damit Planungssicherheit für Dosenwerk, Logistikzentrum und Kläranlage. Offen bleiben jedoch die Genehmigung durch das Landesumweltamt und der Streit um den Grundwasserverbrauch.

 Die Stadtverordneten von Baruth/Mark haben den neuen Bebauungsplan für das geplante Red Bull-Dosenwerk mit deutlicher Mehrheit beschlossen. Damit rückt der Produktionsstart 2028 trotz anhaltender Proteste näher.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Die Stadtverordneten von Baruth/Mark haben den neuen Bebauungsplan für das geplante Red Bull-Dosenwerk mit deutlicher Mehrheit beschlossen. Damit rückt der Produktionsstart 2028 trotz anhaltender Proteste näher.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Die Getränkehersteller Red Bull und Rauch können ihre Pläne für ein neues Dosenwerk im brandenburgischen Baruth/Mark südlich von Berlin vorantreiben. Die Stadtverordneten stimmten am Donnerstagabend für einen neuen Bebauungsplan. Zwölf Vertreter waren dafür, es gab zwei Nein-Stimmen und eine Enthaltung.

Produktion von Milliarden an Dosen geplant

Das Projekt hat sich verzögert, weil das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg den bisherigen Bebauungsplan aus formellem Grund gekippt hatte. Bei der Entscheidung ging es um Vorgaben zur Lärmbegrenzung. Gegen die Erweiterung der Getränkeherstellung gibt es vor allem aufgrund des Wasserverbrauchs weiterhin Protest. Voraussichtlich sollen laut Unternehmen rund 3,3 Milliarden Dosen pro Jahr für die Energydrinks im neuen Werk produziert werden.

Unternehmen: Planungssicherheit geschaffen

„Der neue Bebauungsplan schafft Planungssicherheit für die Weiterentwicklung des Produktionscampus“, sagte Projektkoordinator Björn Hofbauer. „Das Ziel ist es, den Standort neben der bestehenden Getränkeproduktion um ein Dosenwerk, ein Logistikzentrum und eine neue kommunale Kläranlage zu erweitern. Das reduziert Lkw-Transporte und optimiert den Wasserverbrauch.“

Steht der Zeitplan?

Noch im vierten Quartal dieses Jahres sollten die Arbeiten für das neue Werk beginnen, hatte Projektkoordinator Hofbauer im Juli gesagt. Der Betrieb soll 2028 starten.

Eine Genehmigung der Behörden für das Dosenwerk steht aber noch aus. Das Landesumweltamt ist unter anderem noch mit einem geänderten Antrag befasst. Wann eine Waldrodung für die Erweiterung beginnen kann, war bislang nicht klar.

Künftig sollen die Red Bull-Dosen direkt in Baruth im Kreis Teltow-Fläming neben der Abfüllung hergestellt werden. 17 Hektar Kiefernwald in der Nähe der bestehenden Hallen sollen gerodet werden. Red Bull und der Safthersteller Rauch hatten den auf der Kippe stehenden Getränkeabfüller Urstromquelle im Jahr 2023 gekauft.

Streit um Wasserverbrauch

Red Bull und Rauch können eine Menge von rund 2,35 Millionen Kubikmeter Grundwasser pro Jahr entnehmen. Ein Netzwerk von Umweltgruppen befürchtet Wasserknappheit in der Region wegen der Erweiterung. Red Bull betont, dass kein zusätzliches Wasser gebraucht werde.

Brandenburg leidet unter Trockenheit. In Baruth/Mark ist auch ein großes Rechenzentrum von Amazon Web Services geplant.

Moratorium gefordert

Das Ressourcen-Bündnis Baruth sorgt sich um die regionale Wasserversorgung und kritisiert mangelnde Transparenz. „Wir wollen wissen, wie die Wasserversorgung in trockenen Jahren aussieht, wenn alle geplanten Großverbraucher gleichzeitig Wasser benötigen“, sagte Lukas Wallisch von dem Bündnis. Die grüne Bundestagsabgeordnete Andrea Lübcke forderte ein Moratorium für die Waldrodung bis der Bebauungsplan rechtswirksam in Kraft getreten ist und alle erforderlichen Genehmigungen vorliegen.

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