EU-Richtlinie gegen Greenwashing Darum muss Ritter Sport Verpackungen überkleben

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Ab Ende September sind vage Umweltclaims auf Verpackungen verboten. Diese neuen EU-Vorgaben betreffen aktuell auch Ritter Sport. Statt alte Verpackungsfolien zu vernichten, hat sich das Unternehmen für eine Sticker-Lösung in der Übergangsphase zum neuen Verpackungsdesign entschieden.

Ritter Sport passt derzeit seine Verpackungen an eine neue EU-Richtlinie an. Diese stellt strengere Anforderungen an Nachhaltigkeits-Claims. (Symbolbild)(Bild:  KI-generiert / Gemini)
Ritter Sport passt derzeit seine Verpackungen an eine neue EU-Richtlinie an. Diese stellt strengere Anforderungen an Nachhaltigkeits-Claims. (Symbolbild)
(Bild: KI-generiert / Gemini)

Zwischenüberschrift

Der Schokoladenhersteller Ritter Sport überklebt seit mehreren Monaten bestehende Schokoladentafeln mit einem Sticker, um die Anforderungen einer EU-Richtlinie zu erfüllen. Unter dem Aufkleber verschwindet ein Claim, mit dem Ritter Sport jahrelang geworben hatte: „100 % zertifiziert nachhaltiger Kakaobezug“, wie eine Unternehmenssprecherin mitteilte.

Grund für das Überkleben ist die so genannte Empco-Richtlinie der EU (Empowering Consumers for the Green Transition). Diese tritt den Angaben zufolge Ende September in Kraft und soll Greenwashing unterbinden. Vage Begriffe wie „umweltfreundlich“ oder „nachhaltig“ sind künftig nur noch erlaubt, wenn sie auf der Verpackung detailliert belegt werden.

Dank Sticker-Lösung werden veraltete Folien noch aufgebraucht

Die Sprecherin konnte laut Informationen der dpa keine Angaben machen, wie viele Packungen überklebt werden müssen. „Der Packungsrelaunch mit der neuen Folie ist in vollem Gange, lässt sich aber nicht innerhalb von ein paar Monaten umsetzen.“ Die neuen Primärfolien werden demnach künftig auf der Frontseite die Auslobung „ohne Zusatz von Aromen“ und auf der Rückseite den Verweis auf den nach wie vor 100 Prozent zertifizierten Kakaobezug mit entsprechenden Hinweisen tragen. „Wie mehrfach kommuniziert, war es uns wichtig, keine Folien zu vernichten.“

Das Familienunternehmen sagte zu der neuen EU-Regelung weiter, man befürworte grundsätzlich Maßnahmen, die der Transparenz dienten und bei den Verbrauchern Klarheit schafften, durch substantiierte und spezifische Aussagen mit Nachweisbarkeit. „Allerdings stellt die verbleibende Rechtsunsicherheit in der Umsetzung bzw. Auslegung in verschiedenen europäischen Ländern eine Herausforderung dar.“

Schwierige Zeiten für den Schokoladenhersteller

Ritter Sport hatte Ende April mitgeteilt, dass nach einem Verlust im vergangenen Jahr etwas mehr als jede zehnte Stelle wegfallen soll. Das sei der erste Stellenabbau in der mehr als 110-jährigen Unternehmensgeschichte. Als Gründe nannte der Sprecher stark gestiegene Rohstoffpreise, vor allem bei Kakao. Aber auch die Preise für Energie und Verpackungen hätten das Geschäft zuletzt belastet. Zudem sei eine deutliche Kaufzurückhaltung zu spüren.

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