Wertschätzung für Lebensmittel Landwirtschaftsministerin Schneider: „Lebensmittel sind zu günstig“

Quelle: dpa 1 min Lesedauer

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Was Verbraucher sagen, landet nicht immer im Einkaufswagen. Die rheinland-pfälzische Landwirtschaftsministerin Christine Schneider beobachtet eine wachsende Lücke zwischen dem Bekenntnis zu regionalen Lebensmitteln und dem tatsächlichen Kaufverhalten.

(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Die rheinland-pfälzische Landwirtschaftsministerin Christine Schneider fordert mehr Wertschätzung für heimische Lebensmittel. Sie nehme „leider schon seit Jahren wahr“, dass das, was die Bevölkerung in Umfragen angebe, mit dem wirklichen Einkaufsverhalten nichts zu tun habe, sagte die CDU-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur in Mainz.

Mit der Corona-Pandemie habe es einen starken Anstieg von ökologischen, vor allem auch regional produzierten Lebensmitteln gegeben. Das sei sicherlich auch durch die eingeschränkten öffentlichen Freizeitmöglichkeiten und die damit verbundene zusätzliche Zeit zu Hause erfolgt, sagte Schneider. „Leider hat es sich nach Corona genau wieder zurückentwickelt.“

Wertschätzung geht bei zu günstigem Preis verloren

Das Einkaufsverhalten habe Auswirkungen auf die heimische Landwirtschaft und auch auf die Produktion in Rheinland-Pfalz, betonte die Ministerin. Sie wolle niemandem vorschreiben, wie sie oder er sich eine ausgewogene Ernährung vorstellt - „auch im Ministerium nicht“. Sie wolle aber mehr Bewusstsein und Wertschätzung in der Bevölkerung für die Produktion von gesunden Lebensmitteln schaffen.

„Wenn Lebensmittel zu günstig sind, dann geht diese Wertschätzung auch verloren“, sagte die Landwirtschaftsministerin, deren Großvater Winzer und Metzger war. „Und wir haben in Deutschland das Problem, dass Lebensmittel im Vergleich zu anderen europäischen Mitgliedsstaaten, wenn ich es zum Durchschnittseinkommen im Vergleich gleichziehe, zu günstig sind.“ Das führe möglicherweise auch zu mangelnder Wertschätzung.

Blick über die Grenzen

In Nachbarländern wie Österreich und Frankreich seien in den Regalen der Supermärkte überwiegend Lebensmittel aus den eigenen Ländern zu finden, berichtete die CDU-Politikerin. Dieses Bekenntnis zu regionalen Produkten könne nicht durch Gesetze vorgeschrieben werden. „Das findet nur durch eine Bewusstseinsveränderung statt.“

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