Ein Forschungsteam der Constructor University hat ein digitales System entwickelt, das den kompletten Lebensweg von Verpackungen per Blockchain fälschungssicher dokumentiert. Für Betreiber liefert das Modell einen praxisnahen Fahrplan, um kommende EU-Vorgaben zu digitalen Produktpässen frühzeitig zu erfüllen.
Forschende der Constructor University zeigen, wie Blockchain-Technologie Rückgabe, Wiederverwendung und CO2-Daten von Verpackungen in Echtzeit erfassbar macht. Das Modell liefert damit ein skalierbares Fundament für kommende digitale Produktpässe in der Industrie.
(Bild: Gemini / KI-generiert)
Ein Forschungsteam der Constructor University hat ein digitales Modell entwickelt, wodurch sich der gesamte Lebensweg von Verpackungen mithilfe von Blockchain-Technologie lückenlos nachverfolgen lässt. Die Studie zeigt eine praktische Lösung für ein drängendes Umweltproblem: Sie verwandelt Verpackungsmüll in wiederverwendbare Wertstoffe und liefert Unternehmen einen konkreten Leitfaden zur Senkung ihres CO2-Fußabdrucks.
Das Projekt entstand durch die Zusammenarbeit der Universitäts-Alumni Benedetta Kyalo und Ershed Telfort, des Postdoktoranden Dr. Mohammad Yaser Mofatteh sowie von Professor Dr. Omid Fatahi Valilai.
Das neu entwickelte digitale System weist jeder Verpackungseinheit einen sicheren, digitalen Herkunftsnachweis (Chain-of-Custody) zu. Die Blockchain-Technologie sorgt dabei für fälschungssichere Datensätze. Diese dokumentieren jede Phase im Leben einer Verpackung – von der Herstellung über die Lieferung an die Kundschaft bis hin zur Rückgabe und Wiederverwendung. Das System geht weit über eine reine Überwachung hinaus: Es schafft eine verlässliche, vernetzte Infrastruktur. Rückgaben, Entscheidungen über die Wiederverwendung und CO2-Daten in Echtzeit werden darin strukturiert und überprüfbar erfasst.
Vom Herkunftsnachweis zum digitalen Produktpass
Die Arbeit bedient einen wachsenden Bedarf in der Wirtschaft an glaubwürdigen digitalen Systemen für die Kreislaufwirtschaft. Die Studie zeigt, wie lückenlose Datenverfolgung geschlossene Lieferketten ermöglicht. Damit liefert sie ein skalierbares Fundament für künftige digitale Produktpässe (Digital Product Passport, DPP). Das Modell ist so konzipiert, dass es neue Lieferkettengesetze, die erweiterte Herstellerverantwortung (EPR) und künftige Nachhaltigkeitsvorgaben verschiedener Branchen erfüllt.
Auf den Spuren von Nachhaltigkeit: Dr. Mohammad Yaser Mofatteh, Benedetta Kyalo, Ershed Telfort und Prof. Dr. Omid Fatahi Valilai (v.l.n.r.).
(Bild: Constructor University)
„Der Übergang zu einer nachhaltigen Industrie hängt heute nicht mehr nur von besseren Materialien und politischen Richtlinien ab. Wir brauchen vertrauenswürdige digitale Infrastrukturen, die Kreislaufwirtschaft machbar und überprüfbar machen“, erklärt Prof. Dr. Omid Fatahi Valilai. „Die Inspiration für diese Arbeit war die wachsende Lücke zwischen Nachhaltigkeitsversprechen und der tatsächlichen Rückverfolgbarkeit von Produkten. Das gilt besonders für Branchen, in denen der Umweltschutz stark von der Beteiligung der Verbrauchenden und der Rücksendelogistik abhängt.“
Das Modell wurde zunächst für die europäische Schuhbranche getestet. Die Ergebnisse lassen sich jedoch auf den globalen Online-Handel und den Alltag von Verbrauchenden übertragen. Für Kaufende schließt das System die Vertrauenslücke zu den Nachhaltigkeitsberichten der Unternehmen. Über einfache QR-Codes oder smarte Barcodes können Konsumierende den Lebenszyklus ihrer Einkäufe transparent einsehen. Umweltversprechen werden so sofort überprüfbar. Zudem motiviert das Modell die Kundschaft über digitale Belohnungssysteme dazu, Verpackungen aktiv zurückzugeben.
Standardisierte Prozesse für Rücksendungen
Viele Unternehmen wollen nachhaltiger agieren, scheitern aber oft daran, Umweltziele und gesetzliche Vorgaben in die Praxis umzusetzen. Für den gesamten Einzelhandel bietet das System eine operative Lösung gegen die enormen Mengen an Karton- und Plastikmüll im E-Commerce. Durch standardisierte Prozesse in der Rücksendelogistik können Firmen Verpackungen verlässlich reinigen, tracken und mehrfach wiederverwenden. Das senkt Ressourcenverbrauch und Betriebskosten deutlich. Angesichts geplanter EU-Vorgaben für digitale Produktpässe und schärferer Regeln gegen Greenwashing erhalten Unternehmen einen fertigen Leitfaden, um Gesetze einzuhalten und gleichzeitig ihren CO2-Ausstoß zu senken.
„Unsere Forschung untersucht, wie digitale Rückverfolgbarkeit, verlässliche Lebenszyklusdaten und Anreize für Verbrauchende messbare Kreislaufprozesse ermöglichen“, sagt Dr. Mohammed Yaser Mofatteh, Postdoktorand an der Constructor University. „Diese Arbeit ist ein erster Schritt, um Nachhaltigkeitsziele mit realen Geschäftsprozessen und künftigen gesetzlichen Anforderungen zu verknüpfen.“
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Die Studie spiegelt den Forschungsschwerpunkt von Prof. Valilai wider. Er forscht intensiv zu digitaler Transformation, smarten Produktpässen und Lieferkettentransparenz. Zudem leitet er als Hauptkoordinator und Projektverantwortlicher die Entwicklung digitaler Produktpässe im EU-Horizon-Projekt „SORT4CIRC“. Dieses Projekt fördert kreislauffähige Textilsysteme durch KI, Multisensor-Technologien und transparente Wertschöpfungsketten.