Weihnachtsgeschäft 2025 Es kriselt in der Naschwerk-Branche: Produktion bricht ein, Preise steigen

Von BDSI 2 min Lesedauer

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Die deutsche Süßwarenindustrie kämpft mit erheblichen Herausforderungen: Die Produktion von Schoko-Weihnachtsmännern ist um 11 Prozent eingebrochen, während gleichzeitig die Konsumenten beim Pralinen-Kauf zurückhaltender werden. Trotz gestiegener Preise bleibt das Budget für Geschenke jedoch stabil.

Weniger Schokolade, höhere Preise: Das Weihnachtsgeschäft für die Süßwarenindustrie gerät unter Druck.(Bild:  GPT Image Editor / KI-generiert)
Weniger Schokolade, höhere Preise: Das Weihnachtsgeschäft für die Süßwarenindustrie gerät unter Druck.
(Bild: GPT Image Editor / KI-generiert)

Die Weihnachtszeit 2025 steht im Zeichen der „Sweet Inflation“: Laut aktuellen Erhebungen des Bundesverbandes der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) wurden in diesem Jahr nur noch 146 Millionen Schokoladen-Nikoläuse und -Weihnachtsmänner produziert – 18 Millionen weniger als im Vorjahr. „Die Krise in Deutschland macht auch vor den beliebten Schoko-Weihnachtsmännern nicht halt“, erklärt Dr. Carsten Bernoth, Hauptgeschäftsführer des BDSI. Die Unternehmen leiden unter massiven Kostenbelastungen bei Rohstoffen wie Kakao und Nüssen sowie bei Personal, Energie und Bürokratie.

Pralinen werden teurer – und seltener gekauft

Die Auswirkungen sind auch bei den Verbrauchern spürbar: Pralinenmischungen verteuerten sich von durchschnittlich 4,54 Euro pro Packung (2019) auf aktuell 5,89 Euro, wie die aktuelle Studie Sweet Inflation von YouGov Shopper zeigt. Die Folge: Bis September 2025 wurden 8,5 Prozent weniger Packungen verkauft, und die Käuferreichweite sank um 6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

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Nur knapp jeder dritte Deutsche (31 Prozent) plant laut einer YouGov-Umfrage, dieses Weihnachten Pralinen zu verschenken – Frauen etwas häufiger als Männer (34 vs. 27 Prozent). Am großzügigsten zeigen sich Millennials (37 Prozent), während die Boomer-Generation am zurückhaltendsten ist (26 Prozent).

Geschlechter-Gap beim Budget: Männer geben mehr aus

Die Mehrheit der Schenker bleibt beim Budget unter 40 Euro: 34 Prozent wollen zwischen 10 und 20 Euro ausgeben, 25 Prozent zwischen 21 und 40 Euro. Dabei zeigt sich ein deutlicher Geschlechterunterschied: Während 38 Prozent der Frauen maximal 10 bis 20 Euro investieren, sind Männer großzügiger – 32 Prozent geben zwischen 21 und 40 Euro aus, 18 Prozent sogar zwischen 41 und 60 Euro.

Bei Geschenk-Pralinen darf der Preis gern etwas höher sein, da es um Wertschätzung geht, so die YouGov-Studie. „Weiterhin gibt es klare Leitplanken, um Wertschätzung mit Pralinen auszudrücken, beispielsweise eine bestimmte Marke oder auch die Verpackungsanmutung.“ erklärt Petra Süptitz, Konsumforscherin bei YouGov.

Lindt dominiert den Markt – alkoholhaltige Pralinen bei Boomern beliebt

Bei den Marken führt Lindt mit großem Abstand: 51 Prozent der Schenker kaufen Pralinen dieser Marke. Dahinter folgen Ferrero Rocher (22 Prozent) sowie Merci, Mon Chéri und Milka (je 21 Prozent). Während Lindt besonders bei älteren Käufern beliebt ist, trendet Milka bei Millennials. Alkoholhaltige Pralinen wie Mon Chéri bevorzugen vor allem Babyboomer.

Trotz Krise: Budget bleibt weitgehend stabil

Eine positive Nachricht gibt es dennoch: 70 Prozent der Pralinenschenkenden wollen gleich viel Geld ausgeben wie im Vorjahr. 17 Prozent planen sogar, mehr zu investieren, nur 10 Prozent weniger.

Während der deutsche Markt schwächelt, bleibt der Export stabil: Rund 44 Prozent der in Deutschland produzierten Schoko-Weihnachtsmänner gehen ins Ausland – mit einem leichten Plus von 1,4 Prozent. Die internationale Nachfrage nach deutscher Weihnachtsschokolade bleibt damit ungebrochen.

Preisbildung bleibt komplex

Obwohl die Kakaopreise an den Rohstoffbörsen zuletzt gesunken sind, werden Schokoladenwaren nicht automatisch günstiger. Die Industrie verweist auf komplexe Lieferketten und zeitliche Verzögerungen. Zudem liegt der Kakaopreis trotz Entspannung auf historisch hohem Niveau – ob die Preisrückgänge von Dauer sind, bleibt ungewiss.

Basis der Meldung: YouGov-Umfrage mit 2.062 Teilnehmern (24.–26. November 2025) und BDSI-Branchenerhebung zur Weihnachtssaison 2025

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