Jenseits des Labors

Quantensensorik spürt Lebensmittelbetrüger im Laden auf

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Der Weg zum quantenbasierten Messsystem ist beschritten

Parallel dazu hat die AMO erste nanophotonische Chips für das Projekt gefertigt. Diese vereinten wesentliche Bestandteile, der für die Messung notwendigen Technik auf kleinstem Raum – wie etwa die zur Erzeugung der Quantenfrequenzkämme mit den Lasern von Toptica und vom LZH. Die LUH wiederum hat an von AMO gefertigten Chips bereits erfolgreich die Erzeugung von Photonenpaaren bei einer Wellenlänge von 1.550 Nanometern gemessen. Das gilt als ein erster wichtiger Schritt, auf dem Weg zu einem quantenbasierten Messprinzip. Alle Komponenten müssen aber auch perfekt aufeinander abgestimmt sein. Und damit das Ganze bei den empfindlichen Quantenmessungen auch reproduzierbare Ergebnisse liefert, sind stabile Temperaturbedingungen entscheidend für die korrekte Funktion. Dazu hat Amotronics aber bereits ein System zur Temperaturstabilisierung aufgebaut. Das Besondere daran sei der modulare Aufbau. Denn dieser ermöglicht eine einfach zu konfigurierende, unabhängige sowie digitale Präzisionsregelung (PID) und Überwachung der Temperatur auf bis zu acht Kanälen, wie man betont. Außer einer grafischen Bedienoberfläche bietet das System eine programmierbare Softwareschnittstelle zur flexiblen Integration – was so dann auch bei komplexeren Anlagen klappe.

Die Vision: Vom Laborsystem zur Anwendung im Smartphone

In der nächsten Projektphase werden die Partner das Laborsystem weiter aufbauen, um es zu einem ersten kompakten Prototypen zu machen, wie es weiter heißt. Mit diesem System werde das DIL dann Lebensmittelproben gegen bestehende Referenzmethoden testen. Dazu baut man aktuell bereits eine Referenzdatenbank auf Basis gängiger Verfahren, wie NIR- und NMR-Spektroskopie (NIR: nahes Infrarot; NMR: Nukleare Magnetresonanz), für den späteren Vergleich auf. Als erste Lebensmittelproben dienen also Orangensaft und Honig. Im nächsten Schritt will man aber dieselben Messungen mit dem Prototypen durchführen, um dessen analytische Leistungsfähigkeit einordnen und ihn gezielt weiter zu können. Damit ergänzten sie die Datenbank und könnten Rückschlüsse auf Herkunft und Zusammensetzung der Lebensmittelmittel ziehen – idealerweise zukünftig schneller, genauer, einfacher oder zuverlässiger als es bisher klappte. Die Projektpartner wollen damit einen Grundstein für ein industrielles System legen, das auch preiswert genug für einen flächendeckenden Einsatz ist. Ihre Vision ist dabei, dass die Funktion sich direkt im Smartphone integrieren lässt – damit jede und jeder wirklich weiß, was in unserer Nahrung so alles drin ist.

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