Genetische Karte von Hopfen erstellt Die Zukunft des Bieres im Klimawandel sichern

Quelle: Pressemitteilung Helmholtz Zentrum München 3 min Lesedauer

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Wie sieht der Hopfen der Zukunft aus? Diese Frage lässt sich nun leichter beantworten, denn Forscher haben die bisher detaillierteste genetische Karte von Hopfen erstellt. Dies hilft dabei, die Bierzutat durch gezielte Züchtung besser vor den Folgen des Klimawandels zu schützen. Zudem ergeben sich neue Möglichkeiten, den Geschmack und die Qualität des Hopfens zu optimieren.

Hopfen ist durch den Klimawandel bedroht. Um gezielter neue und robuste Züchtungen zu erhalten, haben Forscher nun eine genetische Karte des Hopfens erstellt (Symbolbild).(Bild:  frei lizenziert (Meg MacDonald) / Unsplash)
Hopfen ist durch den Klimawandel bedroht. Um gezielter neue und robuste Züchtungen zu erhalten, haben Forscher nun eine genetische Karte des Hopfens erstellt (Symbolbild).
(Bild: frei lizenziert (Meg MacDonald) / Unsplash)

Der Klimawandel setzt die weltweite Hopfenproduktion zunehmend unter Druck. In wichtigen Anbauregionen beeinträchtigen steigende Temperaturen, Dürre und unvorhersehbares Wetter bereits den Ertrag und die Qualität des Hopfens. Dies gefährdet Lieferketten und beeinträchtigt Aromen, die der Hopfen dem Bier verleiht.

Um diese Herausforderungen anzugehen, erstellten Forscher von Helmholtz Munich, Hopsteiner und dem Carlsberg Research Laboratory die bisher umfassendste genetische Karte des Hopfens. Die Studie liefert neue Einblicke in die genetische Komplexität der Nutzpflanze. Sie legt den Grundstein, um widerstandsfähigere Hopfensorten gegen Klimastress zu züchten und gleichzeitig die Brauqualität sowie das Aroma und den Geschmack zu verbessern.

„Herausforderungen wie der Klimawandel sind größer als ein einzelnes Unternehmen“, sagt Birgitte Skadhauge, Vizepräsidentin und Leiterin des Carlsberg Research Laboratory. „Indem wir unsere Forschung zum Hopfengenom in Nature Communications teilen, geben wir Wissenschaftlern und Züchtern weltweit Werkzeuge an die Hand, um Nutzpflanzen zu schützen, Innovationen voranzutreiben und die Zukunft des Bieres zu sichern.“

Forscher entschlüsseln die Genetik des Hopfens

Hopfen ist genetisch weitaus komplexer, als seine zarten Blüten vermuten lassen. Das Hopfengenom ist groß – vergleichbar mit dem menschlichen Genom – und sehr repetitiv. Ein für Blütenpflanzen ungewöhnliches Fortpflanzungssystem erhöht die Komplexität weiter: Männliche und weibliche Blüten wachsen auf getrennten Pflanzen, aber nur die weiblichen Pflanzen produzieren die von Brauern geschätzten Dolden.

In der aktuellen Studie generierten die Forscher eine hochauflösende Genomkarte einer kommerziell wichtigen Hopfensorte auf Chromosomenebene. Wie der Mensch trägt auch der Hopfen zwei Versionen jedes Chromosoms in jeder Zelle, jeweils eine Version von jedem Elternteil. Das neue Referenzgenom erfasst beide Versionen im Detail. Dies ermöglicht es Wissenschaftlern, zwischen verschiedenen genetischen Abstammungslinien innerhalb derselben Pflanze zu unterscheiden.

Dies ist besonders wichtig, da die moderne Hopfenzucht oft europäische und nordamerikanische genetische Hintergründe kombiniert, um die Braueigenschaften zu verbessern. Die neue genomische Karte verdeutlicht, wie die Abstammungslinien in der DNA organisiert sind und wie sie zu den Merkmalen für Anbau, Widerstandsfähigkeit und Geschmack beitragen.

Einfach formuliert: Das Team erstellte eine detaillierte DNA-Straßenkarte des Hopfens, die zeigt, wo sich wichtige Merkmale im Genom befinden und wie kommende Generationen diese erben.

Der Weg zu widerstandsfähigeren Hopfensorten

„Hopfen ist genetisch weitaus komplexer, als den meisten Menschen bewusst ist, und diese Komplexität hat eingeschränkt, wie schnell wir ihn verbessern können“, sagt Ilka Braumann, Leiterin der Hopfenentwicklung am Carlsberg Research Laboratory. „Indem wir die europäischen und nordamerikanischen Abstammungslinien im Genom trennen, können wir nun sehen, wie verschiedene Merkmale zusammenkommen, was uns einen viel klareren Weg zur Entwicklung besserer, widerstandsfähigerer Hopfensorten eröffnet.“

Perspektiven für die Hopfenforschung und den Anbau

Dass Forscher ein hochwertiges Hopfengenom veröffentlichen, hat Auswirkungen weit über eine einzelne Forschungsgruppe hinaus. Mit den nun verfügbaren Daten können Züchter und Forscher von reinen Versuch-und-Irrtum-Ansätzen übergehen zu gezielteren, wissensbasierten Strategien.

Das eröffnet neue Möglichkeiten:

  • 1. Klimaresistenter Hopfen: Eine verbesserte Toleranz gegenüber Hitze, Dürre und wechselnden Umweltbedingungen hilft, Erträge zu stabilisieren und die Einkommensgrundlage der Landwirte zu erhalten.
  • 2. Neue Geschmacksrichtungen und Aromen: Ein tieferes Verständnis der genetischen Basis geschmacksrelevanter Verbindungen ermöglicht es, neue sensorische Profile zu entwickeln.
  • 3. Schnellere Innovation: Genomische Erkenntnisse verkürzen die Züchtungszeiten erheblich. Zuvor dauerten diese mehr als zehn Jahre.
  • 4. Nachhaltigere Landwirtschaft: Hopfensorten, die mit weniger Ressourcen zuverlässig wachsen, unterstützen umweltfreundliche Produktionssysteme.

Zusammen bilden diese Fortschritte einen Fahrplan für die Zukunft der Hopfenzucht. Sie unterstützen die langfristige Verfügbarkeit von Bier und die Aromenvielfalt für Verbraucher.

Originalpublikation: Kale et al.: Extensive variation between chromosomes of North American and European hop. Nature Communications 17, Article number: 4110 (2026); DOI: 10.1038/s41467-026-72379-8

(ID:50868953)

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