Klimafolgen in der Landwirtschaft Hitze und Trockenheit lassen Apfel- und Bio-Getreideernte einbrechen

Von Statistische Bundesamt (Destatis), Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft 2 min Lesedauer

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Deutsche Obst- und Getreidebetriebe müssen 2026 deutliche Ernteeinbußen hinnehmen. Hitze, Trockenheit und Hagel setzen Äpfeln, Hafer und Bio-Gemüse besonders zu.

Laut Destatis werden 2026 rund 934.000 Tonnen Äpfel geerntet. Damit fällt die Ernte deutlich geringer aus als im Rekordjahr zuvor.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Laut Destatis werden 2026 rund 934.000 Tonnen Äpfel geerntet. Damit fällt die Ernte deutlich geringer aus als im Rekordjahr zuvor.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Deutschlands Obst- und Getreidebauern müssen 2026 wegen Hitze, Trockenheit und Hagel deutliche Ernteeinbußen hinnehmen. Das geht aus einer vorläufigen Schätzung des Statistischen Bundesamts (Destatis) vom Juli 2026 sowie aktuellen Zahlen des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) hervor. Betroffen sind vor allem die Apfelernte sowie Teile der Bio-Getreide- und Gemüseproduktion in ganz Deutschland.

Nach Destatis-Angaben werden 2026 bundesweit rund 934.000 Tonnen Äpfel geerntet – 5,4 Prozent weniger als im Zehnjahresdurchschnitt und sogar 17,9 Prozent weniger als im besonders guten Vorjahr. Grund sind wiederkehrende Hitzeperioden und anhaltende Trockenheit im Frühjahr und Sommer, wodurch viele Früchte vorzeitig abfallen, klein bleiben oder Sonnenbrandschäden aufweisen. Hinzu kommen lokale Hagelschäden mit teils fast vollständigen Ernteausfällen. Dennoch bleibt der Apfel mit 32.700 Hektar Anbaufläche das mit Abstand wichtigste Baumobst Deutschlands. Die Hauptanbauländer Baden-Württemberg (350.000 Tonnen, leicht über Schnitt) und Niedersachsen (272.000 Tonnen, -5,9 Prozent) erzeugen zusammen zwei Drittel der heimischen Ernte. Besonders stark trifft es Thüringen mit einem Minus von 45,1 Prozent. Anders bei Pflaumen und Zwetschen: Hier erwartet Destatis mit rund 49.300 Tonnen eine überdurchschnittliche Ernte (+11,5 Prozent zum Zehnjahresschnitt), angeführt von Baden-Württemberg mit einem Plus von fast 38 Prozent.

Bio-Landwirtschaft besonders unter Druck

Auch die Bio-Landwirtschaft leidet unter dem laut BÖLW wärmsten Sommer seit Messbeginn. Während Winterkulturen wie Weizen, Roggen und Gerste durchschnittliche Erträge brachten, blieben Sommerkulturen wie Hafer, Mais, Sojabohnen und Kartoffeln deutlich hinter den Vorjahreswerten zurück – die Körner verkümmerten teils durch Hitze und Trockenheit. Auch die Bio-Apfelernte fällt kleiner aus als erwartet, wobei noch Lagerbestände aus dem Vorjahr für Entspannung sorgen. Kritischer ist die Lage beim Bio-Gemüse, wo sinkende Verfügbarkeit auf stabile bis steigende Nachfrage trifft. Auch europäische Anbauregionen in Spanien, Italien und Frankreich meldeten Ausfälle durch Dürre, Hitze, Starkregen und Hagel.

BÖLW-Vorsitzende Tina Andres kommentierte: „Der Klimawandel macht vor Bio nicht Halt.“ Sie appellierte an Verbraucher, den Bio-Höfen trotz der klimatischen Herausforderungen die Treue zu halten – allein über die Direktvermarktung erwirtschafteten diese zuletzt mehr als 1,6 Milliarden Euro Jahresumsatz.

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