Eiermangel, oder nicht? Lässt der Osterhase wegen Eierverknappung die Löffel hängen?

Quelle: dpa 3 min Lesedauer

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Augen auf, beim Eierkauf, heißt eine Faustregel. Doch die muss man nicht nur wegen Beschädigungen öffnen, sondern auch, weil man Eier derzeit oft erst finden muss – aber nicht wegen dem Osterritual ...

Nix drin? Seit einiger Zeit finden sich im Eierregal der Supermärkte Lücken. Viele sind nun besorgt, ob die Hühnerproduktversorgung für Ostern einen Engpass haben könnte. Erfahren Sie hier mehr zu den Gründen für den gewissen Eiermangel ...(Bild:  Eggoist)
Nix drin? Seit einiger Zeit finden sich im Eierregal der Supermärkte Lücken. Viele sind nun besorgt, ob die Hühnerproduktversorgung für Ostern einen Engpass haben könnte. Erfahren Sie hier mehr zu den Gründen für den gewissen Eiermangel ...
(Bild: Eggoist)

Wer Eier kaufen will, musste gelegentlich improvisieren, heißt es. Denn die Regale in vielen Supermärkten sind teilweise nicht mehr so gut gefüllt wie üblich. Einzelne Sorten fehlen nämlich und die Auswahl ist mancherorts eingeschränkt. Auch von einer Eier-Krise ist gelegentlich schon die Rede. Warum diese Angst vor Hühnerproduktmangel? Nund, die Branche spricht von einer angespannten, aber stabilen Lage. Die Situation bleibe aufgrund der Vogelgrippe für die gesamte Branche herausfordernd, wie beispielsweise ein Sprecher der Rewe-Gruppe erklärt. Man stehe aber in engem Austausch mit Lieferanten und sei flexibel aufgestellt, um die Versorgung dennoch zu gewährleisten. Der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels erklärte, dass die Versorgung wieder stabil genug ist. Auch Marktexperten geben Entwarnung. Es gebe keinen Notstand, aber durchaus eine Eierknappheit, so der Informationsdienst Marktinfo Eier und Geflügel (MEG). Die Regale sind ja auch nicht leer, nur lückenhaft. Teilweise ist nur die Auswahl kleiner. Ein Grund sei auch die außerordentlich hohe Nachfrage. Zu Ostern könne es eben generell schwieriger werden, weil einfach mehr Eier gekauft werden.

Gastronomie und Lebensmittelindustrie spüren mehr Eierdruck

Ähnlich ordnet der Vorsitzende des Bundesverbands Ei, Hans-Peter Goldnick, die Situation ein. Der Markt sei nach wie vor sehr knapp versorgt, aber er sei versorgt. Zusätzlichen Druck erzeugten saisonale Effekte, wie eben Ostern. Dann kaufen demnach auch Färbereien große Mengen Eier, die dem Markt dann vorübergehend fehlen. Einzelne Sortierungen – etwa je nach Haltungsform und Größe – könnten deshalb fehlen. Gravierende Engpässe könne er aber nicht feststellen. Und: Wegen der Vogelgrippe mussten vergangenes Jahr mehrere Hunderttausend Tiere gekeult werden. Der Wiederaufbau der Bestände braucht seine Zeit. Weil der Lebensmittelhandel bevorzugt bedient wird, sind Gastronomie und verarbeitende Industrie stärker von der Knappheit betroffen. Das Angebot ist auch durch Veränderungen in der Haltungsstruktur begrenzt. Ende 2025 gingen etwa die letzten Betriebe mit Kleingruppenhaltung aus der Produktion. Diese Eier waren vor allem für die verarbeitende Industrie wichtig, und müssen jetzt ersetzt werden. Dadurch kommt es zu veränderten Warenströmen, was den Druck auf dem Markt zusätzlich erhöht, heißt es.

Zehn proteinpralle Eier kosten noch lange kein Schnitzel

Zwar wurden 2025 rund 0,5 Prozent mehr Eier produziert, aber parallel ist auch die Nachfrage stärker gestiegen. Das wirkt sich auf die Preise aus. Denn vergangenes Jahr zahlte man im Geschäft im Schnitt 2,02 Euro für zehn Eier aus Bodenhaltung. Derzeit kostet die günstigste Packung oft 2,49 Euro. Aber außer dem Angebot und der Nachfrage gibt es laut Expertenwissen noch weitere Kostentreiber, etwa wie den gestiegenen Mindestlohn, höhere Mautgebühren und Energiekosten. Viele Betriebe würden zwar gern mehr produzieren, doch die ganze Branche klage darüber, wie schwierig es sei, eine Baugenehmigung für Erweiterungen zu bekommen. Außerdem seien weniger Eier aus den Niederlanden eingeführt worden. Die höheren Preise führen bei Verbrauchern aber dennoch nicht zu Zurückhaltung, wie es weiter heißt. Denn von zehn Eiern bekommt man gleich mehrere Leute satt. Für das Geld gibt es aber noch lange kein Schnitzel. Im Vergleich zu anderen Eiweißlieferanten sind Eier also immer noch günstig. Und proteinreiche Ernährung boomt derzeit. Die ovalen Hühnerprodukte profitierten auch davon, dass ihnen nicht mehr das Image anhafte, eine Cholesterin-Bombe zu sein.

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