Kommentar von Oliver Look, Managing Partner bei Look & Graffelder Der Projektleiter kommt nicht zu Ihnen

Von Oliver Look, Managing Partner bei Look & Graffelder 2 min Lesedauer

Bei Umbauten und Revisionen ist ausgerechnet die Projektleiterebene der Engpass. Oliver Look erklärt, warum die faktische Umzugspflicht das Problem ist und was Betreiber tun können.

Oliver Look, Managing Partner von Look & Graffelder: „Geld hilft, aber nur bedingt.“ (Bild:  Look & Graffelder)
Oliver Look, Managing Partner von Look & Graffelder: „Geld hilft, aber nur bedingt.“
(Bild: Look & Graffelder)

81 Prozent der Projektleiter würden für einen neuen Job nicht umziehen. 9 Prozent sagen ja, der Rest nur unter Bedingungen. Bei Geschäftsführern sagen 43 Prozent ja. Das zeigen über 8.000 Gespräche*, die wir mit Fach- und Führungskräften aus Bau, Anlagenbau und Gebäudetechnik geführt haben. Auch im Anlagenbau, wo die Bereitschaft insgesamt am höchsten ist, bleiben vier von fünf Projektleitern, wo sie sind.

Ausgerechnet die Ebene, die bei Umbauten und Revisionen der Engpass ist.

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Unflexibel sind Projektleiter deshalb nicht. Von denen, die nicht umziehen würden, sind vier von fünf reisebereit, und gut vier von zehn lassen sich für ein Projekt entsenden. Was sie nicht tun: Haus und Familie für denselben Titel ans andere Ende der Republik bringen. Wer in seiner Region zwischen mehreren Angeboten wählen kann, muss das auch nicht.

Geld hilft, aber nur bedingt. Unter 70.000 Euro würde jeder Fünfte umziehen, ab 130.000 Euro jeder Zweite. Ein Projektleiter liegt dazwischen, und ein Geschäftsführergehalt zahlt ihm niemand.

Das eigentliche Problem sitzt beim Arbeitgeber. Fast alle meine Kunden erwarten Präsenz am Stammsitz, sobald der Projektleiter nicht auf der Baustelle ist, und zwar auf seine Kosten. So wird aus einem Job mit viel Reisen eine Stelle mit Umzugspflicht. Das ist einer der Gründe, warum ich so viele Suchaufträge für Projektleiter habe.

Was heißt das für Betreiber, die Revisionen und Umbauten planen?

  • Erstens: Suchen Sie in der Region, und fangen Sie früh an. Der Pool ist klein.
  • Zweitens: Wenn der richtige Kandidat 400 Kilometer entfernt wohnt, verlangen Sie keinen Umzug. Bezahlen Sie Zweitwohnung und Heimfahrten, und legen Sie fest, wann Präsenz nötig ist und wann nicht. Das ist billiger als eine Stelle, die monatelang offen bleibt.
  • Drittens: Der Gesetzgeber könnte helfen. Zweitwohnung und Heimfahrten sind nur in engen Grenzen steuerfrei, alles darüber ist geldwerter Vorteil. Wer Fachkräfte mobil haben will, darf Mobilität nicht besteuern.
  • Der Projektleiter kommt nicht zu Ihnen. Gehen Sie zu ihm, oder bezahlen Sie ihm den Weg.

*Alle Zahlen: l-g.de/jobwechsel-in-zahlen

Der Kommentar ist zuerst bei unserer Schwestermedienmarke PROCESS erschienen.

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