Köln (dpa/lnw) *16:41 Uhr – Künftig ohne Rohöl: Shell will Raffinerie-Standort Wesseling umbauen
Der Energiekonzern Shell will seine Raffinerie in Wesseling bei Köln zu einem rohölfreien Standort umbauen. Die Rohölverarbeitung soll dort ab 2025 eingestellt werden, wie Shell Deutschland am Donnerstag mitteilte. In neuen oder umgewidmeten Anlagen will das Unternehmen dann unter anderem Wasserstoff oder Biokraftstoffe produzieren. Die Planungen für die Einstellung der Rohölverarbeitung befänden sich noch am Anfang, betonte das Unternehmen. Eine endgültige Investitionsentscheidung solle erst 2023 getroffen werden. Die Shell-Raffinerie in Köln-Godorf soll in Betrieb bleiben.
Die bislang unter dem Namen «Rheinland Raffinerie» zusammengefassten Standorte in Köln-Godorf und Wesseling firmieren seit Jahresbeginn unter dem Namen «Energy and Chemicals Park Rheinland». Nach Shell-Angaben sind dort insgesamt 1600 eigene Mitarbeiter beschäftigt. Wie viele Mitarbeiter von dem Umbau betroffen sein könnten, wurde am Donnerstag nicht bekannt. «Betriebsbedingte Kündigungen sollen möglichst vermieden werden und Betroffene auf andere Arbeitsplätze versetzt, um- und weitergeschult werden», erklärte das Unternehmen. Insgesamt beschäftigt Shell derzeit rund
3600 Menschen in Deutschland.
Im Juli wurde in Wesseling bereits eine Elektrolyse-Anlage zur Herstellung von grünem Wasserstoff eingeweiht. Geplant ist bereits die Errichtung einer wesentlich größeren Anlage. Daneben soll dort eine Anlage entstehen, in der aus grünem Strom und Biomasse synthetische Flugkraftstoffe und Rohbenzin hergestellt werden können. Die Rohöldestillation in Wesseling hat eine Jahreskapazität von knapp acht Millionen Tonnen. In Godorf liegt die Kapazität bei neun Millionen Tonnen.
Die nordrhein-westfälische Umweltministerin Ursula Heinen-Esser nannte die Pläne am Donnerstag «ein eindrückliches Signal» und einen wichtigen «Schritt hin zum angestrebten Ziel eines klimaneutralen Energiesystems».
Cambridge (dpa) *13:59 Uhr – Moderna senkt Impfstoff-Absatzziel – Aktie bricht ein
Die US-Biotechfirma Moderna rechnet dieses Jahr mit einem deutlich geringeren Absatz ihres Corona-Impfstoffs. Das Unternehmen kappte die Prognose auf Basis seiner bereits getroffenen Verkaufsvereinbarungen am Donnerstag auf 15 Milliarden bis 18 Milliarden Dollar. Zuvor hatte sie bei rund 20 Milliarden Dollar (rund 17,3 Mrd Euro) gelegen. Die Aktie brach vorbörslich um über zehn Prozent ein.
Moderna machte längere Lieferzeiten beim internationalen Versand und vorübergehende Produktionsengpässe wegen des Ausbaus von Kapazitäten für den schwächeren Ausblick verantwortlich. US-Rivale Pfizer hatte seine Jahresziele hingegen jüngst weiter erhöht. Die Umsatzprognose für das mit dem deutschen Partner Biontech entwickelte Corona-Vakzin wurde dabei von 33,5 Milliarden auf 36 Milliarden Dollar angehoben.
Moderna verdient am Impfstoff-Geschäft allerdings weiter prächtig. In den drei Monaten bis Ende September betrug der Gewinn unterm Strich 3,3 Milliarden Dollar (2,9 Mrd Euro), wie aus dem Quartalsbericht hervorgeht. Vor einem Jahr hatten hohe Forschungs- und Entwicklungskosten einen Verlust von 233 Millionen Dollar verursacht. Modernas Erlöse kletterten gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 157 Millionen auf 5,0 Milliarden Dollar.
Bern (dpa) *11:32 Uhr – Astrazeneca zieht Antrag für Corona-Impfstoff in der Schweiz zurück
Das britische Pharmaunternehmen Astrazeneca zieht den Antrag für die Zulassung seines Covid-19-Impfstoffs in der Schweiz zurück. Die Entscheidung sei gefallen, weil das zuständige Schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic den Einsatz auf Personen ab 50 Jahren habe beschränken wollen.
Astrazeneca hatte das Gesuch im Oktober 2020 bei Swissmedic eingereicht, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Seither hätten sie in engem Kontakt mit der Behörde gestanden und «kontinuierlich die angeforderten Studienergebnisse» geliefert.
Swissmedic hatte wiederholt betont, dass die Daten für eine Zulassung noch nicht ausreichten. Der Bund hatte ursprünglich 5,3 Millionen Astrazeneca-Impfdosen bestellt. Unter anderem wegen der fehlenden Zulassung gab die Schweiz dann 440 000 Dosen an fünf Entwicklungsländer weiter.
Schätzungsweise 80 bis 90 Kilogramm eines Wirkstoffs für Pflanzenschutzmittel ist in Ludwigshafen in den Rhein gelaufen. Es handele sich um das Herbizid Metazachlor, teilten die Wasserschutzpolizei und der Chemiekonzern BASF mit. Laut dem Unternehmen ist der Wirkstoff stark wassergefährdend, nach ersten Berechnungen könne aber eine Gefahr für Wasserpflanzen ausgeschlossen werden, auch von einem Risiko für tierische Organismen im Wasser sei nicht auszugehen. Nach Angaben der Wasserschutzpolizei vom Donnerstag gab es nach dem Austritt am Mittwochabend bei Rheinkilometer 433,2 weder eine optische Verunreinigung im Rhein noch eine Geruchsbildung.
Stand: 08.12.2025
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Warum das Herbizid in den Fluss geriet, werde nun ermittelt, sagte ein Sprecher der Abteilung Wasserschutzpolizei im Polizeipräsidium Einsatz, Logistik und Technik in Mainz. Der BASF zufolge war im Auslauf einer Kläranlage eine erhöhte Konzentration von Metazachlor gemessen worden. Daraufhin sei die Anlage abgestellt worden. Metazachlor kann laut BASF allergische Hautreaktionen verursachen und vermutlich Krebs erzeugen.
Essen (dpa/lnw) *07:42 Uhr – Brenntag mit Gewinn- und Umsatzsprung - Prognose bestätigt
Eine hohe Nachfrage und der im vergangenen Jahr eingeleitete Sparkurs geben den Chemikalienhändler Brenntag weiter Auftrieb. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 30 Prozent auf 342,9 Millionen Euro zu, wie der Dax-Neuling am Donnerstag in Essen mitteilte. Der Umsatz kletterte ebenfalls um rund 30 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro. Damit übertraf Brenntag die Erwartungen der Experten bei beiden Werten. Das war ein Plus von gut einem Drittel.
Die erst im September erneut erhöhte Gewinnprognose bestätigte das Unternehmen. 2021 soll demnach das operative Ergebnis (Ebitda) bei 1,26 bis 1,32 Milliarden Euro liegen. 2020 standen hier 1,06 Milliarden Euro. Bei seiner Einschätzung geht das Management davon aus, dass das derzeit «außergewöhnliche Marktumfeld» mindestens bis zum Jahresende anhält und die Corona-Pandemie die Rahmenbedingungen nicht wesentlich ändert. Außerdem liegen der Prognose stabile Währungskurse zugrunde.
Der langjährige Finanzvorstand Georg Müller will sein Mandat nach Ablauf seiner Amtszeit Ende März 2022 nicht verlängern.
Köln (dpa) *07:40 Uhr – Hohe Energie- und Frachtkosten stimmen Lanxess etwas vorsichtiger
Der Chemiekonzern Lanxess wird wegen hoher Energie- und Frachtkosten etwas vorsichtiger für das laufende Jahr. Konzernchef Matthias Zachert kalkuliert für 2021 nun mit einem operativen Gewinn am unteren Ende der im Sommer angehobenen Zielspanne von 1,00 bis 1,05 Milliarden Euro. «Unser operatives Geschäft hat sich weiter erfreulich entwickelt und wir haben die stark gestiegenen Rohstoffkosten erfolgreich weitergegeben», sagte Zachert laut Mitteilung vom Donnerstag mit Blick auf das dritte Quartal. «Der beispiellose Anstieg von Energie-, Rohstoff- und Frachtkosten geht aber auch an uns nicht spurlos vorbei. Wir gehen davon aus, dass der Kostendruck im vierten Quartal noch einmal zunehmen wird.»
Im abgelaufenen dritten Quartal steigerte Lanxess den operativen Gewinn dank guter Geschäfte mit der Autoindustrie, aber auch mit Stoffen rund um Materialschutz, Desinfektionsmittel und Wasseraufbereitung um 44 Prozent auf 278 Millionen Euro. Auch die Übernahme von Emerald Kalama Chemical zahlte sich schon aus. Unter dem Strich blieb mit 74 Millionen Euro fast dreimal so viel hängen wie vor einem Jahr. Der Umsatz stieg um ein Drittel auf 1,95 Milliarden Euro.
Essen (dpa) *06:57 Uhr – Chemiekonzern Evonik blickt optimistischer auf das laufende Jahr
Gute Geschäfte mit der Bau- und Autoindustrie sowie mit Hygieneprodukten stimmen den Spezialchemiekonzern Evonik etwas zuversichtlicher für das laufende Jahr. Gefragt seien auch die Zusätze für kosmetische Anwendungen sowie die für die Produktion von mRNA-Corona-Impfstoffen wichtigen Lipide, teilte das Unternehmen mit.
«Alle vier Chemie-Divisionen konnten von gestiegener Nachfrage profitieren», sagte Vorstandschef Christian Kullmann laut Mitteilung vom Donnerstag. Höhere Verkaufspreise hätten gestiegene Kosten für Rohstoffe, Energie und Logistik vollständig kompensiert.
Vor diesem Hintergrund erwartet Kullmann 2021 nun einen Umsatz von rund 14,5 Milliarden Euro sowie ein operatives Ergebnis (bereinigtes Ebitda) von 2,4 Milliarden Euro. Beides liegt am oberen Ende der bisherigen Prognosespannen. Im abgelaufenen dritten Quartal steigerte Evonik das bereinigte Ebitda um knapp ein Viertel auf 645 Millionen Euro und damit etwas mehr als erwartet. Unter dem Strich blieben mit 235 Millionen Euro 58 Prozent mehr hängen als vor einem Jahr.