Tarifstreit in der Süßwarenindustrie Beschäftigten reicht es: Demonstrationen und Warnstreiks geplant

Von dpa 1 min Lesedauer

Sie wollen 9,9 Prozent mehr Lohn, mindestens aber 360 Euro extra pro Monat. Um dem Nachdruck zu verleihen, demonstrieren abermals Beschäftigte in Lübeck. Gewerkschaft hat die Beschäftigten von drei Süßwarenunternehmen aufgerufen, erneut in einen Warnstreik zu treten.

Um ihren Forderungen nach 9,9 Prozent mehr Lohn Nachdruck zu verleihen, sollen Beschäftigte von drei Süßwarenunternehmen erneut in einen Warnstreik treten.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Um ihren Forderungen nach 9,9 Prozent mehr Lohn Nachdruck zu verleihen, sollen Beschäftigte von drei Süßwarenunternehmen erneut in einen Warnstreik treten.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Anlässlich der bevorstehenden dritten Verhandlungsrunde über die Bezahlung in der Süßwarenindustrie haben 450 Beschäftigte in Lübeck demonstriert. Das schätzte die Polizei auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur. Zu dem Warnstreik hatte die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) aufgerufen. Bereits im August hatten Beschäftigte der Branche in Lübeck demonstriert.

Die Verhandlungen im Tarifgebiet Hamburg und Schleswig-Holstein begannen Anfang Juli. Sie sollen am 23. Oktober in Hamburg fortgesetzt werden. Bundesweit laufen in sechs von neun Tarifgebieten Gespräche, in zwei weiteren sollen sie im Oktober beginnen, wie der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) mit Sitz in Bonn mitteilte. Nach Schätzung der NGG gibt es in Hamburg und Schleswig-Holstein 4.500 bis 5.000 Beschäftigte in der Branche. Die Arbeitgeber bieten in Hamburg und Schleswig-Holstein in zwei Schritten 3,1 und 2,6 Prozent mehr Gehalt bei einer Laufzeit von 28 Monaten. Die NGG fordert 9,9 Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 360 Euro mehr im Monat. Die Laufzeit soll zwölf Monate betragen.

Die NGG hat die Beschäftigten der Süßwarenunternehmen Niederegger, Carstens Lübecker Marzipan und Schwartauer Werke zu einem weiteren, diesmal 48-stündigen Warnstreik aufgerufen. Alle drei Unternehmen beschäftigen den Angaben zufolge zusammen rund 1.800 Menschen in der Region.

Bei einem ersten Warnstreik Mitte August hatten Beschäftigte für 24 Stunden die Arbeit niedergelegt. Die Gewerkschaft fordert für die Beschäftigten der Marmeladen- und Marzipanunternehmen bei einer Tariflaufzeit von zwölf Monaten 9,9 Prozent mehr Lohn, mindestens aber 360 Euro mehr im Monat. Auszubildende sollen 190 Euro mehr bekommen. Laut NGG bieten die Arbeitgeber bislang bei einer Tariflaufzeit von 28 Monaten zwei Gehaltserhöhungen von 3,1 beziehungsweise 2,6 Prozent an. „Für die dritte Verhandlung am 23. Oktober 2024 erwarten wir keine Blockade, sondern ein verbessertes Angebot“, sagte NGG-Geschäftsführer Dirk Himmelmann.

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