Werksschließung Nestlé einigt sich auf Sozialplan für Thomy-Werk in Neuss

Von dpa, Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) 2 min Lesedauer

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Der Lebensmittelkonzern Nestlé will das Thomy-Werk Neuss schließen, um Kosten zu sparen. Für die betroffenen 145 Stellen steht nu ein Sozialplan. 30 Beschäftigte können ins Münsterland wechseln.

Protest gegen die angekündigte Schließung des Thomy-Werks in Neuss und den geplanten Verkauf des Werks in Conow.(Bild:  Frank Rumpenhorst)
Protest gegen die angekündigte Schließung des Thomy-Werks in Neuss und den geplanten Verkauf des Werks in Conow.
(Bild: Frank Rumpenhorst)

Betriebsrat und Geschäftsleitung haben die Verhandlungen um die geplante Schließung des Thomy-Werks in Neuss mit rund 145 Arbeitsplätzen auf einen Sozialplan abgeschlossen, so der Mutterkonzern Nestlé. Geplant seien unter anderem Abfindungen, Vorruhestandsregelungen und Rentenlösungen, teilte Nestlé Deutschland in Frankfurt am Main mit. Für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die nicht unter Altersregelungen fielen, werde eine Transfergesellschaft eingerichtet.

Nestlé hatte im März die Schließungspläne für Mitte 2026 bekanntgegeben. Als Begründung hatte das Unternehmen unter anderem gestiegene Kosten angegeben. Diese hätten in den vergangenen Jahren zu sinkenden Volumen und Überkapazitäten am Standort Neuss geführt. Die Herstellung der Produkte solle daher innerhalb Deutschlands sowie ins europäische Ausland verlegt werden.

Tuben-Senf und -Mayonnaise soll nach Lüdinghausen verlagert werden

Ein Großteil der Tubenproduktion für Senf und Mayonnaise werde in das Werk Lüdinghausen (Kreis Coesfeld) verlagert, hieß es. Dadurch entstünden 30 neue Arbeitsstellen, die den Mitarbeitern aus Neuss angeboten würden. Nestlé prüfe außerdem weitere Beschäftigungsmöglichkeiten an anderen Standorten.

Der Personalvorstand von Nestlé Deutschland, Ralf Hengels, sprach laut Mitteilung von einem „sehr gut ausgestatteten Sozialplan“. Hengels weiter: „Unser Fokus liegt nun darauf, passende Weiterbeschäftigungen für die Belegschaft zu finden, eine stabile Produktion für die nächsten zwölf Monate sicherzustellen und den Transfer der Tubenproduktion nach Lüdinghausen reibungslos zu gestalten.“

In der vergangenen Woche hatten Nestlé-Beschäftigte vor der Deutschland-Zentrale in Frankfurt am Main gegen den Arbeitsplatzabbau in Neuss sowie in Conow (Mecklenburg-Vorpommern) demonstriert, wo ein Werk mit 83 Beschäftigen verkauft werden soll. Die Gewerkschaft NGG wirft Nestlé Profitgier vor.

Andreas Zorn, Gesamtbetriebsratsvorsitzender von Nestlé Deutschland, kritisiert: „Seit Jahren baut Nestlé in Deutschland drastisch Arbeitsplätze ab und verlagert die Produktion - etwa in Länder Osteuropas, wo die Löhne viel niedriger sind. Traurige Bilanz: Wir waren im Jahre 2014 noch 12.400 Kolleginnen und Kollegen bei Nestlé Deutschland, heute sind wir noch etwa 6.500.“ Nestlé hat nach eigenen Angaben derzeit 17 Standorte in Deutschland, davon mehr als zehn Produktionsstandorte.

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