Neue Brennerei eröffnet Oberbayern – das deutsche Whisky-Zentrum?

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Oberbayern ist vor allem für sein Bier bekannt. Doch dort findet sich auch einer von nur zwei deutschen Betrieben, die sich ausschließlich auf die Produktion von Whisky spezialisiert haben. Nun hat die Brennerei Schliersee ihre Kapazität mehr als vervierfacht und sich damit zuversichtlich für die Zukunft aufgestellt.

Die Destillerie Slyrs wurde 1999 als erste Whisky-Brennerei in Deutschland gegründet und hat nun eine neue Anlage eröffnet (Symbolbild).(Bild:  GPT Image Generator / KI-generiert)
Die Destillerie Slyrs wurde 1999 als erste Whisky-Brennerei in Deutschland gegründet und hat nun eine neue Anlage eröffnet (Symbolbild).
(Bild: GPT Image Generator / KI-generiert)

Schottland und Oberbayern trennen rund 1.400 Kilometer Luftlinie. Doch in der Getränkewelt haben sie mittlerweile eine Gemeinsamkeit: den Whisky.

Die Whiskymacher der Destillerie Slyrs am Schliersee gelten als deutsche Pioniere. Ende Juni haben sie ihre neue Brennerei eröffnet. Diese kann – wenn sie voll ausgelastet ist – das Vier- bis Fünffache der bisher erzielten Menge herstellen. „Wir müssen jetzt für die steigende Nachfrage vorsorgen“, erklärt Hans Kemenater, Geschäftsführer und Produktionsleiter bei Slyrs, das Aufstocken der Kapazitäten.

Die Destillerie produziert derzeit nach Angaben Kemenaters 70.000 Liter Alkohol pro Jahr, künftig sollen es 150.000 bis 200.000 sein. Die neue Anlage hat laut Produktionsleiter Kemenater sogar das Potenzial für bis zu 400.000 Liter Whisky pro Jahr.

Whisky braucht Zeit. Erst nach drei Jahren Lagerung im Fass darf er sich überhaupt Whisky nennen. Achtzehn Jahre alt ist der älteste Whisky im Slyrs-Programm.

Nur zwei reine Whisky-Destillerien in Deutschland – und beide sind in Bayern

Rund dreihundert Betriebe produzieren in Deutschland Whisky. Die meisten sind Brauereien oder Brennereien, die ihn lediglich als Nebenprodukt im Programm haben. Nur Slyrs – 1999 als erste Whisky-Brennerei in Deutschland gegründet – und die Destillerie Sankt Kilian in Rüdenau in Unterfranken haben sich komplett auf Whisky aus Deutschland spezialisiert.

Ein Spezialitäten-Markt mit Wachstumspotenzial

Deutscher Whisky bleibt nach Einschätzung von Michaela Habbel, Vorsitzende des 2012 gegründeten Verbandes deutscher Whiskybrenner, Handarbeit. Im weltweiten Vergleich ist der Whisky aus Deutschland daher noch relativ teuer. Das Interesse aus anderen Ländern, vor allem aus dem asiatischen Raum, ist aber vorhanden. Export wird in den kommenden Jahren voraussichtlich ein Thema.

„Derzeit gibt es in der Nachfrage eine kleine Delle, die aber weit von einer Krise oder gar einem Niedergang entfernt ist“, sagt Whisky-Experte Wolfgang Rothe über den Konsum in Deutschland. „Diese Delle geht nicht nur, aber auch darauf zurück, dass manche Unternehmen den Whiskymarkt mit konturloser Massenware überschwemmt haben. Dieser Trend ist mittlerweile aber schon wieder gebrochen: Es wird wieder mehr auf Qualität und Individualität gelegt.“

Für Rothe ist klar: „Oberbayern ist ein deutsches Whisky-Zentrum“. Das bestätigt auch eine aktuelle Auszeichnung: Der „Whisky Guide Deutschland“ erklärte erst kürzlich eine oberbayerische Bar zur besten Whisky-Bar der Republik: die „Xaver Lounge & Whisky Bar“ in Peiting.

Verbandschefin Habbel ist zurückhaltender. Sie sieht beispielsweise auch die Schwäbische Alb ziemlich weit vorne, zumindest bis zum Mai kommenden Jahres. Dann soll am Schliersee das Whisky-Festival ihres Verbandes stattfinden und Oberbayern zumindest am 8. und 9. Mai in „das Mekka des deutschen Whiskys“ verwandeln.

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