Fleischmarkt Generation Z zahlt mehr für nachhaltiges Fleisch als Babyboomer

Von Manja Wühr 1 min Lesedauer

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Ein IW-Kurzbericht zeigt deutliche Generationsunterschiede bei der Akzeptanz höherer Fleischpreise für den Umweltschutz. Trotz wachsender Unterstützung für Nachhaltigkeit klafft eine große Lücke zwischen Einstellung und tatsächlichem Kaufverhalten.

Nachhaltigkeit hat ihren Preis: Welche Generation ist bereit mehr für nachhaltigen Fleischkonsum zu bezahlen?(Bild:  KI-generiert)
Nachhaltigkeit hat ihren Preis: Welche Generation ist bereit mehr für nachhaltigen Fleischkonsum zu bezahlen?
(Bild: KI-generiert)

Der IW-Kurzbericht „Zwischen Schnitzel und Gewissen – eine Generationenfrage?“ des Instituts der deutschen Wirtschaft beleuchtet, inwieweit Verbraucherinnen und Verbraucher höhere Preise für Biofleisch akzeptieren. Die Autorinnen Adriana Neligan und Jennifer Potthoff haben dazu eine repräsentative Befragung von 3.288 Menschen ab 18 Jahren in Deutschland analysiert und die Einstellung verschiedener Generationen zu nachhaltigem Fleischkonsum und höheren Fleischpreisen untersucht. Dabei deckt die Studie eine bedeutsame Kluft zwischen umweltbewussten Einstellungen und tatsächlichem Kaufverhalten auf.

Die nachfolgenden fünf Punkte fassen die wichtigsten Erkenntnisse zusammen, die für Lebensmittelproduzenten von strategischer Bedeutung sind:

  • Generationsunterschiede bei der Preisakzeptanz: Die Zustimmung zu höheren Fleischpreisen zugunsten der Umwelt variiert stark zwischen den Generationen. Jüngere Konsumenten, insbesondere Gen Z (57 %) und Millennials (51 %), unterstützen höhere Preise eher als Babyboomer (40 %).
  • Marktanteil und Kosten von Bio-Fleisch: Obwohl die Unterstützung für umweltfreundliche Fleischalternativen wächst, bleibt der Marktanteil von Bio-Fleisch mit nur 3,9 % gering. Die hohen Kosten von Bio-Fleischprodukte sind ein wesentlicher Faktor, der den Konsum einschränkt.
  • Bepreisung ökologischer und sozialer Kosten: Diskutiert wird, ob ökologische und soziale Folgekosten durch Steuern erfasst werden sollten, um nachhaltigere Landwirtschaft zu fördern. Dazu zählen Vorschläge wie eine Tierwohlsteuer, die Landwirten helfen soll, Kosten für nachhaltige Praktiken zu decken.
  • Verhaltenslücke und Konsum: Es gibt eine Diskrepanz zwischen der Einstellung zu Nachhaltigkeit und dem tatsächlichen Konsumverhalten. Viele Konsumenten geben an, nachhaltige Produkte zu unterstützen, handeln aber aus Bequemlichkeit oder Preisgründen oft anders.
  • Strategien zur Förderung nachhaltigen Konsums: Förderung nachhaltigen Fleischkonsums könnte durch Anreize, Verbraucherbildung und transparente Kennzeichnung unterstützt werden. Politische Maßnahmen sollten den Marktzugang für nachhaltige Produkte erleichtern und Innovationsanreize für tierwohlgerechte Betriebe bieten.

(Bild:  Institut der deutschen Wirtschaft Köln)
(Bild: Institut der deutschen Wirtschaft Köln)

Den IW-Kurzbericht finden Sie hier.

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