Cremige Droge Die, der, das, Nutella? Mit oder ohne Butter? Nutella wird 60!

Quelle: dpa 3 min Lesedauer

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Was dem Deutschen das Nutella-Brot ist Italienern die Nutella-Pizza und Franzosen das Nutella-Crêpe. Christoph Sator von der dpa hat da mal was recherchiert ...

Das ist eine der Lieblingsmöglichkeiten, Nutella in Deutschland zu verspeisen. Nun wird Ferreros Superseller 60 Jahre alt. Ein guter Grund, sich die cremige Erfolgsstory mal näher zu besehen, was ein Autor der dpa getan hat ...(Bild:  Wampe zwo)
Das ist eine der Lieblingsmöglichkeiten, Nutella in Deutschland zu verspeisen. Nun wird Ferreros Superseller 60 Jahre alt. Ein guter Grund, sich die cremige Erfolgsstory mal näher zu besehen, was ein Autor der dpa getan hat ...
(Bild: Wampe zwo)

Es gibt nun wirklich wichtigere Fragen auf der Welt. Aber unabhängig von den großen Zeitläuften und all den alltäglichen Problemen beschäftigt eine Frage die Frühstückstische schon seit

Jahrzehnten – Nutella mit Butter oder ohne? Der Riss geht durch Familien, durch Wohngemeinschaften und sogar durchs Bundeskabinett. Denn Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) – er sollte gewissermaßen vom Fach sein – hält beides zusammen für eine eklige Angelegenheit. Die grüne Außenministerin Annalena Baerbock hingegen glaubt, wenn, dann natürlich mit Butter! Das sei wenigstens richtig ungesund! Morgen wird der zuckersüße Dickmacher (81 Kalorien auf einen Löffel) jedenfalls 60 Jahre alt.

Der Anfang der braunen Versuchung ...

Das erste Glas Nutella lief am 20. April 1964 in einem damals noch verhältnismäßig kleinen Familienbetrieb namens Ferrero in Alba vom Band, einem Städtchen im Piemont. Im Norden Italiens hatte man schon im 19. Jahrhundert damit angefangen, bei der Herstellung von Süßwaren anstelle von Kakaopulver gemahlene Haselnüsse zu verwenden. Das ergab braune Nougatcreme, beispielsweise in Form von Gianduiotti-Pralinen. Die Rohmasse gab es im Laden, aber auch als Aufstrich zu kaufen. Der Sohn des Firmengründers, Michele Ferrero, kam dann auf die Idee, das Ganze in Gläser abzufüllen. In den ersten Jahren hieß dies noch Supercrema. Der Durchbruch kam aber erst mit der erzwungenen Umbenennung in den 1960er-Jahren, weil in Italien seither nichts mehr mit dem Prädikat Super verkauft werden darf. Nut- steht für Nuss, -ella ist eine der klassischen italienischen Endungen. Heute ist Ferrero bekanntlich ein riesiger Betrieb mit einem Jahresumsatz von über 17 Milliarden Euro, der seine Produkte in fast allen Ländern der Welt verkauft. Die Deutschen gehören seit jeher zu den treuesten Kunden. (Aus DDR-Zeiten hält sich bis heute aber auch die Konkurrenz von Nudossi am Leben).

25 Prozent der weltweiten Haselnüsse landen im Nutella-Glas

Aus Nutella ist längst ein Synonym für Nuss-Nougat-Aufstriche aller Art geworden. In italienischen Feinkostgeschäften gibt es die verschiedenen Sorten dutzendweise im Angebot. Und je mehr Nuss (Nutella: 13 Prozent, andere auch 51 Prozent) und je weniger Palmöl, desto teurer. Der Markt ist groß genug. Speziell die vielen Kopien sichern oder vergrößern nach Meinung von Experten noch den Ruf des Originals. Nutella sei zwar ein klassisches Industrieprodukt, aber bis heute verknüpft mit der Vorstellung von Genuss und italienischer Lebenskunst. Ferrero behauptet nach einigen Jahren mit viel Kritik, nur noch Palmöl aus zertifiziert nachhaltiger Herstellung zu verwenden. Von Umweltschützern kommen aber weiterhin Vorwürfe. Das auch, weil in Italien ganze Landstriche durch Haselnussmonokulturen veröden. Nach Schätzungen wird heutzutage etwa ein Viertel der weltweiten Haselnussproduktion für Nutella verwendet. Ernährungsberater wiederum verweisen darauf, dass ein 400-Gramm-Glas 72 Stück Würfelzucker enthält – gesund ist jedenfalls anders.

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