Genf (dpa) *18:13 Uhr – WHO-Chef greift Pharmaindustrie wegen Bevorzugung reicher Länder an
Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Prioritäten von Pharmaherstellern bei der Verteilung von Covid-Impfstoffen kritisiert. Tedros Adhanom Ghebreyesus reagierte damit am Mittwoch auf eine Mitteilung des internationalen Branchenverbandes IFPMA, wonach reiche Staaten jetzt über so viele Impfdosen verfügen, dass Dosen an ärmere Staaten abgeben könnten, ohne ihre eigenen Impfkampagnen einzuschränken. «Ich war entsetzt, als ich das gelesen habe», sagte Tedros in Genf. Es sei schon seit langem genug Impfstoff für reiche und arme Länder da.
Laut WHO sind bislang 80 Prozent aller weltweiten Corona-Impfungen in Ländern mit hohen und mittleren Einkommen erfolgt. Noch kein einziges armes Land hat eine Impfrate von zehn Prozent erreicht.
«Wir haben Gleichbehandlung von Beginn an eingefordert - nicht erst, wenn die reichsten Länder versorgt sind», sagte Tedros bei einer Pressekonferenz. «Solange die Firmen und Länder, die das globale Angebot kontrollieren, denken, dass sich die Armen der Welt mit Überresten zufrieden geben sollen, werde ich nicht schweigen.»
Tedros sprach sich erneut gegen Auffrischungs-Impfungen aus. Durch ein Aussetzen dritter Impfungen könnten Menschen in allen Länder schneller vor Covid-19 geschützt werden, sagte er.
Iserlohn (dpa/lnw) *16:36 Uhr – Merkel besucht Pharmahersteller im Sauerland
Bei einem Besuch bei dem mittelständischen Arzneimittelhersteller Medice in Iserlohn im Sauerland hat die scheidende Bundeskanzlerin Angela Merkel unternehmerische Wandlungsfähigkeit gelobt. Deutschland sei ein starker Gesundheitsstandort, betonte die CDU-Politikerin bei einem ihrer letzten geplanten Firmenbesuche als Regierungschefin. Große wie mittelständische Gesundheitsunternehmen seien einem starken Wandel unterlegen, den das familiengeführte Unternehmen in Iserlohn mitgestalte. Statt auf bloße Arzneimittelherstellung zu setzen, widme man sich dort zunehmend einem ganzheitlichen Gesundheitsansatz, der gleichzeitig im Sinne der Kreislaufwirtschaft ökologisch verträglich sei. Auch Nachhaltigkeit und Digitalisierung seien wichtige Themen, die man verfolge, hob sie hervor. Wie hier mutig vorangegangen werde, sei ein hoffnungsvolles Signal auch an andere Mittelständler.
Gemeinsam mit CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak war Merkel am Dienstag in dessen Wahlkreis im Sauerland gereist, um Medice besser kennen zu lernen. Der fast ausschließlich in Iserlohn produzierende Hersteller von Medikamenten etwa für die Bereiche Nierenheilkunde und Zentrales Nervensystem ist nach eigenen Angaben den letzten Jahren stark gewachsen. Dort sind inzwischen fast 1000 Mitarbeiter beschäftigt. Der jährliche Umsatz betrage fast 300 Millionen Euro.
Die deutsche Chemie- und Pharmabranche will trotz der Pandemie mehr Geld in Forschung und Entwicklung investieren. Die Branche dürfte 2021 mit 14 Milliarden Euro ihren Rekord-Forschungsetat vom vergangenen Jahr übertreffen, wie der Verband der Chemischen Industrie (VCI) am Mittwoch mitteilte.
2020 steckten Chemie- und Pharmaunternehmen mit 13,7 Milliarden Euro rund 2,5 Prozent mehr in Forschung und Entwicklung als im Jahr zuvor. «Wesentlicher Treiber für diesen Anstieg war die Forschung für Impfstoffe gegen das Coronavirus und für Medikamente, um Covid-19-Patienten zu behandeln», sagte der Chef des VCI-Forschungsausschusses, Thomas Wessel.
Die Forschungsabteilungen der Unternehmen blickten optimistisch auf das laufende Jahr, hieß es weiter. So planten rund 53 Prozent der Unternehmen, ihre Forschungstätigkeiten konstant zu halten. Über ein Drittel wollten ihre Forschungsarbeiten ausdehnen.
Allerdings müssten sich die Bedingungen für Forschung und Innovation am heimischen Standort verbessern, forderte der Verband. «Gerade mit Blick auf den Green Deal der EU sehen viele Firmen unserer Branche schwarz, wenn es um Innovationen geht», sagte Wessel. Die Unternehmen sorgten sich vor allem darum, wie diese Regelungen gestaltet würden. Im Rahmen des Green Deals hat sich die EU zum Ziel gesetzt, bis 2050 klimaneutral zu wirtschaften.
Hinzukomme, dass sich der Forschungsstandort Deutschland auf einen immer stärker werdenden Wettbewerb einstellen müsse. Der härteste Wettbewerb komme aus China und den USA, aber auch andere Schwellenländer holten stark auf, sagte Gerd Romanowski, VCI-Geschäftsführer für Wissenschaft, Technik und Umwelt. Deutschland ist demnach der viertgrößte Forschungsstandort für Chemie und Pharma.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.