„Schöner“ Ostersegen Schokolade soll ja glücklich machen – aber zu Ostern macht sie eher arm

Quelle: dpa 4 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Zwar sinken die Kakaopreise wieder und es sind in der Regel nur um die 10 Prozent Kakao in den Vollmilchschokoladen drin, aber dennoch bleibt die Osterschokolade teuer. Warum, das wird hier erklärt ...

Heuer eher Ladenhüter? Für Osterhasen und -eier aus Schokolade müssen die Verbraucher recht tief in die Tasche greifen. Die einen sagen, dass muss nicht sein, die anderen versuchen zu erklären, woher das kommt und warum es vielleicht auch gut ist ...(Bild:  Urbi et orbi)
Heuer eher Ladenhüter? Für Osterhasen und -eier aus Schokolade müssen die Verbraucher recht tief in die Tasche greifen. Die einen sagen, dass muss nicht sein, die anderen versuchen zu erklären, woher das kommt und warum es vielleicht auch gut ist ...
(Bild: Urbi et orbi)

Die Osterschokolade ist auch in diesem Jahr für Verbraucher vergleichsweise teuer! Und das, obwohl zuletzt die Kakaopreise fielen. „Der Kakaomarkt war in den vergangenen Jahren von einer außergewöhnlich hohen Volatilität geprägt und erreichte zwischenzeitlich historische Höchststände“, so Richard Müller, der Chef des Süßwarenunternehmens Wawi aus Pirmasens. Auch habe es immer wieder Missernten gegeben. Zwar seien die Preise mittlerweile nach unten gepurzelt, doch die Endverbraucherpreise würden noch auf älteren Verträgen basieren. Deshalb lägen die Preise für Osterprodukte aktuell noch auf einem ähnlichen Niveau wie die Weihnachtsartikel 2025. Andersherum fragen sich Verbraucherberater, warum dann 100 Gramm Tafelschokolade deutlich günstiger ist als der 100-Gramm-Goldhase. Es sei die gleiche Rezeptur, nur nicht in Hasen- oder Eierform. Eine entsprechende Diskussion konnte man heute in den Morgenstunden etwa auf Bayern 1 hören. Ein Schelm, er Arges dabei denkt. Eine Expertin glaubt eher, dass man zu Ostern ausloten will, wie weit die Verbraucher Preiserhöhungen mitmachen. Sie rät deshalb dazu, die vergleichsweise teuren Artikel einfach im Regal zu lassen. Aber lassen wir die Experten aus der Süßwarenherstellung weiter erklären ...

Schokoladenentspannung nicht vor Weihnachten

Die aktuelle Iran-Krise etwa habe spürbare Auswirkungen auf die globalen Energiemärkte und insbesondere den Ölpreis, was wiederum die Transportkosten erhöht. Und steigende Logistikkosten wirkten sich demnach auf die gesamte Lieferkette aus und erhöhten damit indirekt auch die Preise für Schokoladenprodukte. Auch würden Verpackungsmaterialien zwangsläufig teurer. „Mittelfristig ist davon auszugehen, dass sich die Schokoladenpreise im Handel wieder etwas entspannen werden“, beruhigt Müller. Erste Entlastungen für Verbraucher seien frühestens im Weihnachtsgeschäft 2026 sowie verstärkt ab 2027 zu erwarten. Und das Statistische Landesamt Rheinland-Pfalz hat anhand der Veränderung des Verbraucherpreisindex ermittelt, dass Nahrungsmittel im März 2026 insgesamt um ein Prozent teurer waren als im Vorjahresmonat. Besonders zeigten sich die Preissteigerungen bei Süßwaren: Während Zucker, Marmelade, Honig und andere Süßwaren um 8,4 Prozent teurer wurden, kletterten die Preise für Riegel oder andere Erzeugnisse aus Schokolade den Statistikern zufolge um satte 19,3 Prozent.

Kleine Süßwarenhersteller leiden mehr als große

Auch kleinere Süßwarenhersteller sehen sich natürlich mit steigenden Kosten konfrontiert, wie es weiter heißt. In der Koblenzer Altstadt etwa gießt Lucien Krempel Schokolade in Ostereierformen. In seiner Schokoladenmanufaktur namens Cahua steht seit der Eröffnung im Jahr 2020 hochwertige, handgefertigte und faire Schokolade im Fokus. Er betont: „Von der Bohne bis zur Tafel machen wir hier alles selbst!“ Er kaufe die Bohnen von kleinen Familien aus Peru, Costa Rica, Thailand, Uganda und anderen Ländern, die auf ihre Kakaobäume achten, diese gut anpflanzen in Mischökologien und keine Pestizide nutzen. Dafür zahlen die Kunden dann auch acht Euro für eine Tafel Schokolade. „Wir kaufen zweimal im Jahr Bohnen ein. Jeder, der noch vor November gekauft hat, hat noch einen extrem hohen Preis bezahlt. Und das wird ja jetzt gerade noch verarbeitet“, erklärt er. Zeitweise war Kakaobutter aber auch so teuer, dass die Manufaktur sich entschied, keine weiße Schokolade herzustellen. Preissteigerungen, um die Herstellungskosten auszugleichen, sind demnach bei kleinen Manufakturen nur begrenzt möglich.

(ID:50804878)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung