Deutscher Biermarkt schrumpft Veltins und Krombacher wachsen gegen den Trend

Von Brauerei C. & A. Veltins 2 min Lesedauer

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Während der deutsche Biermarkt 2025 so dramatisch einbricht wie seit 75 Jahren nicht, behaupten sich die beiden Brauereien Veltins und Krombacher mit Wachstum. Ihr Erfolgsrezept: breite Sortimente mit alkoholfreien Produkten und Spezialitäten, die Verluste im alkoholhaltigen Stammgeschäft ausgleichen.

Mit einem Ausstoß von 3.369.000 Hektolitern legte die Brauerei C. & A. Veltins ein Plus von 0,3 Prozent hin, während weite des Marktes rückläufig sind.(Bild:  Bernd Thissen)
Mit einem Ausstoß von 3.369.000 Hektolitern legte die Brauerei C. & A. Veltins ein Plus von 0,3 Prozent hin, während weite des Marktes rückläufig sind.
(Bild: Bernd Thissen)

Die Brauereien Veltins und Krombacher haben sich 2025 erfolgreich gegen die schwerste Bierkrise seit Jahrzehnten gestemmt. Während der deutsche Biermarkt rund fünf Millionen Hektoliter verlor – ein Rückgang von mehr als sechs Prozent und damit so viel wie seit 75 Jahren nicht –, legten beide Unternehmen bei Ausstoß und Umsatz zu.

Veltins: Pülleken und Alkoholfrei als Wachstumstreiber

Die Brauerei C. & A. Veltins aus Meschede-Grevenstein verbesserte ihren Ausstoß auf 3,369 Millionen Hektoliter (+0,3 Prozent) und den Umsatz auf 461 Millionen Euro (+0,4 Prozent). „Gerade in einer schwierigen konjunkturellen Marktphase weiß der Verbraucher starke Marken als verlässliche Wegbegleiter zu schätzen“, sagte Dr. Volker Kuhl, Sprecher der Geschäftsführung.

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Wachstumszugpferd war die Marke Pülleken (inkl. Naturradler Zitrönken) mit 373.600 Hektolitern (+13,6 Prozent). In Nordrhein-Westfalen ist Pülleken im Handel Marktführer bei Hellbieren. „Die Hälfte aller hellen Biere zwischen Rhein und Weser geht heute als helles Pülleken zum Durst“, so Kuhl. Auch alkoholfreie Produkte (Fassbrausen, alkoholfreie Biere und Radler) legten deutlich zu: 241.300 hl (+10,4 Prozent).

Die Stammmarke Veltins Pils erreichte 2,32 Millionen hl (-1,8 Prozent), steuert aber noch zwei Drittel zum Gesamtabsatz bei. Der nationale Marktanteil wuchs auf 6,6 Prozent, in NRW auf 14,1 Prozent (Platz zwei). Das 2024 eingeführte Veltins Helles Lager bilanzierte im ersten vollständigen Geschäftsjahr 49.000 hl. Die Spezialitätenmarke Grevensteiner verlor 13,5 Prozent auf 111.700 hl. Das Fassbiergeschäft erreichte 443.900 hl. Der innovative Biermix V+ kam auf 269.500 hl (-5,5 Prozent).

Krombacher: Alkoholfrei kompensiert Pilsverluste

Die Privatbrauerei Krombacher aus dem Siegerland steigerte ihren Bierabsatz leicht um 0,2 Prozent auf 5,95 Millionen Hektoliter – und das trotz deutlicher Verluste beim alkoholhaltigen Stammprodukt. Krombacher Pils, laut Fachmagazin „Inside“ seit Jahren die meistgetrunkene Biermarke Deutschlands, verlor 0,8 Prozent auf 4,11 Millionen Hektoliter. Krombacher Weizen büßte sogar 4,2 Prozent ein.

Die Verluste wurden durch deutliche Zuwächse bei alkoholfreien Bieren ausgeglichen. „Die Kaufbereitschaft für alkoholhaltige Getränke hat erneut deutlich abgenommen, die allgemeine Konsumstimmung ist nach wie vor gedämpft und auch die Gastronomie kämpft weiterhin mit schwierigen Rahmenbedingungen“, sagte Vertriebsdirektor Hendrik Kuhn.

Der Gesamtabsatz der Krombacher-Gruppe ging minimal um 0,2 Prozent auf 7,56 Millionen Hektoliter zurück. Dazu trug bei, dass die Erfrischungsgetränke um die Marke Schweppes, in der Vergangenheit Wachstumsmotor, diesmal 1,8 Prozent verloren. Rund 40 Prozent des Gesamtabsatzes entfallen auf alkoholfreie Getränke. Der Umsatz kletterte dank Preiserhöhungen im Oktober 2025 um 1,8 Prozent auf den Höchstwert von rund 962 Millionen Euro.

Marktsituation: Brauwirtschaft vor tiefgreifendem Strukturprozess

Veltins-Chef Kuhl sieht die Branche vor dramatischen Veränderungen: „Die Volumenverluste sind mit rund fünf Millionen Hektolitern für Deutschlands Brauereien eine schwere Last. Für viele Betriebe wird sich in naher Zukunft leider die Existenzfrage stellen.“ Die geringer werdenden Verkaufsmengen bei unverändert herausforderndem Kostenniveau würden vielerorts den Marktaustritt bedeuten. Das zurückliegende Geschäftsjahr mit wachsender Anzahl von Betriebsaufgaben sei erst der Anfang eines tiefgreifenden Strukturprozesses.

Als Minusfaktoren identifizierte Veltins-Vertriebschef Rainer Emig die Gastronomie, die deutlich weniger Bier verkaufte, sowie den Handel, der unter dem Sparbemühen der privaten Haushalte litt. Selbst das durchgängig warme und biertaugliche Sommerwetter habe die Marktverluste nicht abdämpfen können.

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