Alternativer Proteinquellen Raus aus der Nische: Alternative Proteinquellen will als wichtiger Wirtschaftsbereich anerkannt werden

Von Bundesverband für Alternative Proteinquellen (BALPro) 3 min Lesedauer

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Vegane Alternativen für Milch-, Wurst- und Fleischprodukte liegen im Trend. Doch die Branche ist unzufrieden mit den Rahmenbedingungen, die die Politik setzt, und fordert, sich ein Beispiel an anderen europäischen Ländern zu nehmen.

Bundesverband für Alternative Proteinquellen fordert u. a. Forschungs- und Skalierungsförderung für innovative Lebensmittelproduktion.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Bundesverband für Alternative Proteinquellen fordert u. a. Forschungs- und Skalierungsförderung für innovative Lebensmittelproduktion.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Der Markt für alternative Proteine wächst. Investitionen in den Markt wächst seit 2021. Neuer Rekord 2023: Die Investitionen summierten sich europaweit auf 769 Millionen Euro, so Statista. Der Großteil der Investitionen entfiel dabei auf pflanzenbasierte Proteine. Im ersten Halbjahr des Jahres 2024 konnten demgegenüber Start-ups und Unternehmen, die Fermentation verwenden, einen erheblichen Anteil der Investitionen gewinnen. Demnach bezifferte sich die Höhe der Investitionen in diesen Bereich auf 164 Millionen Euro. Bei der Biomassefermentation wird eine große Menge an Proteinen mit Hilfe von Mikroorganismen gezüchtet.

Der Bundesverband für Alternative Proteinquellen (BALPro) sieht allerdings noch reichlich Potenzial für Verbesserungen: So zeigte sich die Branche auf der Mitgliederversammlung geeint in ihrer Forderung, dass alternative Proteinquellen als wichtiger Wirtschaftsbereich der deutschen Ernährungswirtschaft im künftigen Koalitionsvertrag verankert werden müsse. Die über 100 Mitglieder von BALPro – darunter Start-ups, etablierte Unternehmen und Investoren entlang der gesamten Wertschöpfungskette – unterstreichen die Bedeutung der alternativen Proteine für eine moderne, nachhaltige und wettbewerbsfähige Lebensmittelproduktion in Deutschland. Die neue Bundesregierung müsse klare Rahmenbedingungen für alternative Proteinquellen schaff en und den Sektor als strategischen Zukunftsmarkt anerkennen.

Höhe der Investitionen in den Markt für alternative Proteine in Europa in den Jahren 2020 bis zum 1. Halbjahr 2024 (in Millionen Euro)(Bild:  Statista)
Höhe der Investitionen in den Markt für alternative Proteine in Europa in den Jahren 2020 bis zum 1. Halbjahr 2024 (in Millionen Euro)
(Bild: Statista)

Der Bundesverband fordert daher drei zentrale Maßnahmen:

  • 1. Politische Anerkennung und faktenbasierte Weichenstellung für alternative Proteine: Alternative Proteine müssen als eigenständiger und zukunftsweisender Wirtschaftszweig anerkannt werden. „Alternative Proteine sollten nicht ideologisch bewertet, sondern als wirtschaftliche Chance für Landwirtschaft, Mittelstand und Industrie gesehen werden“, so Ziemßen. Der kommende Koalitionsvertrag müsse explizit die Förderung alternativer Proteine als politisches Ziel benennen und klare Maßnahmen zur strategischen Weiterentwicklung dieses Sektors enthalten.
  • 2. Forschungs- und Skalierungsförderung für innovative Lebensmittelproduktion: Es brauche gezielte Unterstützung, um Technologien aus dem Labor in die industrielle Produktion zu überführen. „Während Länder wie die USA, Israel und Singapur aber auch EU-Länder wie Dänemark und die Niederlande gezielt in alternative Proteinquellen investieren, droht Deutschland ins Hintertreff en zu geraten. Es braucht Innovationsförderung, Skalierungsprogramme und eine gezielte Standortpolitik für diesen Zukunftsmarkt im internationalen Kontext globaler Ernährungssicherung“, fordert Ziemßen.
  • 3. Planungssicherheit und schnellere Genehmigungsverfahren: Deutschland benötigt klare regulatorische Fahrpläne für die Lebensmittelproduktion der Zukunft. „Genehmigungsprozesse für innovative Lebensmittel dürfen nicht zum Wachstumshemmnis werden“, so Ziemßen. Besonders die Novel-Food-Zulassung auf EU-Ebene müsse beschleunigt werden, um Unternehmen eine verlässliche Marktstrategie zu ermöglichen. Die Nachfrage nach alternativen Proteinen wächst stetig: 2024 verzeichnete der Markt für pfl anzenbasierte Fleisch- und Milchalternativen ein Wachstum von über 7 %. Deutschland ist mit 2,24 Mrd. Euro Umsatz der führende Markt in Europa. Doch um dieses Wachstum langfristig zu sichern, braucht es klare politische Unterstützung und eine wirtschaftsfreundliche Regulierung. „Unsere Mitgliederversammlung hat gezeigt, dass die Branche geschlossen hinter diesen Forderungen steht. Die neue Bundesregierung hat jetzt die Chance, Deutschland als Innovationsstandort für die Lebensmittelproduktion der Zukunft zu positionieren“, resümiert Ziemßen. BALPro stehe bereit, mit der Politik, mit den Beteiligten in der Agrar- und Ernährungswirtschaft und weiteren interessierten Gruppen aus der Ernährungswissenschaft in den Dialog zu treten und die notwendigen Impulse für eine zukunftsfähige Agrar- und Ernährungspolitik unter Berücksichtigung des Sektors der alternativen Proteinquellen zu setzen. Substantielle Fortschritte erwartet BALPro aus der Arbeit des Stakeholder-Forum „Proteine der Zukunft auf den Teller“, koordiniert vom Kompetenzzentrum Proteine der Zukunft der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung.

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