US-Lebensmittelindustrie Milliarden-Investitionen trotz Zollchaos: GTAI sieht in den USA Automatisierungsboom

Von Manja Wühr 1 min Lesedauer

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Arbeitskräftemangel und strikte Immigrationspolitik zwingen US-Lebensmittelproduzenten zu massiven Investitionen in Automatisierung. Ein aktueller GTAI-Bericht zeigt: Deutsche Maschinen- und Anlagenbauer profitieren – trotz hoher Zölle.

Molkerei- und Fleischbetriebe in den USA setzen auf Automatisierung und modernste Verarbeitungstechnologie, um dem Arbeitskräftemangel zu begegnen.(Bild:  DALL-E 3 / KI-generiert)
Molkerei- und Fleischbetriebe in den USA setzen auf Automatisierung und modernste Verarbeitungstechnologie, um dem Arbeitskräftemangel zu begegnen.
(Bild: DALL-E 3 / KI-generiert)

Die Germany Trade & Invest (GTAI) – die Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Bundesrepublik Deutschland – hat in ihrem aktuellen Branchenbericht die Entwicklung der amerikanischen Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie analysiert. Autor Roland Rohde beleuchtet darin die Auswirkungen der US-Handelspolitik auf Investitionsentscheidungen und skizziert die Marktchancen für deutsche Anlagenbauer. Der Bericht macht deutlich: Trotz Zollbelastungen und politischer Unsicherheiten steht die Branche vor einer Phase massiver Modernisierung und Expansion. Angetrieben durch Arbeitskräftemangel und steigende Qualitätsanforderungen investieren US-Lebensmittelproduzenten Milliarden in neue Technologien. Die folgenden fünf Take-aways fassen die wichtigsten Erkenntnisse zusammen:

1. Automatisierung ist unvermeidlich

Der Arbeitskräftemangel durch die strikte Immigrationspolitik zwingt die Branche zur verstärkten Automatisierung. Mit 42 Prozent Migrantenanteil in der Fleischverarbeitung (davon 50 Prozent ohne gültige Dokumente) und fehlender Attraktivität für gebürtige Amerikaner ist Robotik und Automatisierungstechnik der einzige Ausweg.

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2. Molkerei- und Fleischsektor investieren massiv

Molkereibetriebe führen mit 11 Milliarden US$ Investitionsvolumen bis 2028. Große Player wie Kraft Heinz (3 Mrd. US$), Mars Inc. (2 Mrd. US$) und die drei Fleischkonzerne Cargill, Tyson und JBS (600 Mio. US$) modernisieren ihre Anlagen.

3. Thermische Verarbeitungstechnologie besonders gefragt

Durch steigende Ansprüche an Nahrungsmittelsicherheit und -haltbarkeit wächst der Bedarf an industriellen Öfen und Trocknern, Pasteurisierungsanlagen sowie Wärmetauschern überproportional. Hier liegen die größten Wachstumschancen.

4. Markt wächst trotz Handelskonflikten kontinuierlich

Der US-Markt für Nahrungsmittelmaschinen wächst um 5,3 Prozent jährlich (auf 13,4 Mrd. US$ bis 2032), bei Verpackungsmaschinen um 4,4 Prozent (auf 30 Mrd. US$). Nach kurzfristiger Investitionszurückhaltung 2025 wird für 2026 eine Wiederbelebung erwartet.

5. Zölle werden größtenteils weitergegeben

Die 15 Prozent EU-US-Zölle plus 50 Prozent auf Metalle werden zu 94-96 Prozent auf Endkunden abgewälzt, da es wenig einheimische Konkurrenz gibt. Investitionen in Maschinen bleiben daher trotz Zollbelastung wirtschaftlich sinnvoll – Import ist oft noch günstiger als US-Produktion.

Den vollständigen GTAI-Bericht lesen Sie hier.

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