Milchwirtschaft Trotz Herausforderungen zeigt sich die Milchwirtschaft stabil

Von Milchindustrie-Verband (MIV) 3 min Lesedauer

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Trotz schwieriger Rahmenbedingen bleiben die Milchpreise auf hohem Niveau. Auch die erzeugten Milchmengen bleiben relativ stabil. Doch die geringe Investitionsbereitschaft in der Branche trübt die Zukunftsaussichten.

Detlef Latka, MIV-Vorsitzender: „Planungssicherheit ist das, was die Wirtschaft braucht, um sich jetzt zu erholen, um Arbeitsplätze zu erhalten und neue zu schaffen, um Investitionen zu tätigen und Deutschland wieder als einen starken Player innerhalb der EU, aber vor allem auch auf dem Weltmarkt zu etablieren.“(Bild:  Milchindustrie-Verband (MIV))
Detlef Latka, MIV-Vorsitzender: „Planungssicherheit ist das, was die Wirtschaft braucht, um sich jetzt zu erholen, um Arbeitsplätze zu erhalten und neue zu schaffen, um Investitionen zu tätigen und Deutschland wieder als einen starken Player innerhalb der EU, aber vor allem auch auf dem Weltmarkt zu etablieren.“
(Bild: Milchindustrie-Verband (MIV))

Der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche (MKS) am 10.01.2025 dämpfte zunächst die Aussichten der deutschen Milchwirtschaft. Vor allem der Export geriet unter Druck. „An dieser Stelle gehört dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) ein Lob unsererseits, da das Ministerium gemeinsam mit dem Milchindustrie-Verband (MIV) und der Export-Union für Milchprodukte e.V. (EXU) schnell viele Einfuhrbeschränkungen in Drittländer aufheben oder zumindest abmildern konnte. Zuletzt konnte der chinesische Markt für deutsche Milchprodukte wieder geöffnet werden, davon erhoffen wir uns einen Dominoeffekt für weitere Drittländer“, resümiert Detlef Latka, Vorsitzender des Milchindustrie-Verbandes anlässlich des 15. Berliner Milchforums. Man müsse nun weitere Öffnungen für weitere Exportmärkte vorantreiben, fordert der Branchenverband.

Milchmengen entwickelten sich 2024 seitwärts

Trotz der Herausforderung zu Jahresbeginn bewegen sich die Erzeugerpreise mit teils über 50 Cent auf einem guten, hohen Niveau. Die erzeugten Milchmengen 2024 bewegen sich im Vergleich zum Vorjahr seitwärts (-0,5 %). Der Abwärtstrend ist damit deutlich abgeschwächt. Zu Jahresbeginn liegt die Rohmilchanlieferung rund zwei Prozent unter Vorjahr. Die Biomilch hat 2024 um gute 8 % zugelegt.

Die Käseerzeugung ist dafür stärker gewachsen als in Vorjahren bei gleichzeitigem rückläufigem Aufkommen an Butter und Milchpulver. Während die Käsenachfrage im Inland, aber auch für den Export sich gut präsentierte, ist Butter leicht schwächer abgesetzt worden.

Dafür war die Butter preislich deutlich höher als im Vorjahresvergleichszeitraum. Momentan hat sich die Angebot- und Nachfrage-Situation von Butter – wie saisonal zu erwarten – entspannt und normalisiert. Im Einzelhandel sind durchaus „Butter-Lockangebote“ häufiger zu finden.

Während Käse ebenfalls aber einen geringeren preislichen Aufwuchs im Jahr 2024 hatte, sind bei den meisten anderen Milchprodukten die Preise überwiegend unverändert geblieben. Auch die Produktionen von Joghurt, Quark und Sahne sind mengenmäßig gestiegen. Bei den alternativen Milchprodukten konnten Milchimitate und Joghurtalternativen im einstelligen Prozentbereich zulegen, bei Käsealternativen sank der Absatz allerdings deutlicher.

Vor dem Hintergrund, dass die Blauzungenkrankheit dieses Jahr Deutschland noch stärker als zuvor aufsuchen könnte, gehen wir von einer geringen Milchmenge im langjährigen Vergleich aus. Wir rechnen daher mit stabilen bis guten Preisen, vorbehaltlich der weiteren Entwicklung bei MKS.

Auf den globalen Milchmärkten sortiert sich gerade vieles neu, nicht nur aufgrund des Auftretens von MKS in Europa, sondern auch durch eine neue weltpolitische Marktordnung, in erster Linie initiiert durch den neuen US-Präsidenten Donald Trump. Die dadurch heraufbeschworenen Handelsstreitigkeiten mit China verändert viel, bieten aber auch eine Chance für den deutschen Markt.

Geringe Investitionsbereitschaft

Die überbordende Bürokratie ist neben den wettbewerbshindernden Energiekosten mit Sicherheit ein Hauptgrund für die geringe Investitionsbereitschaft in der Landwirtschaft und der Milchindustrie, moniert der MIV. Insgesamt stimmen in Deutschland die Rahmenbedingungen nicht. Zu lange brauchen Anträge bei der Bearbeitung, zu hoch ist die Bürokratiebelastung, zu niedrig das Vertrauen, dass sich Investitionen langfristig lohnen, ohne dass sie nach einigen Jahren schon wieder durch andere, neuere Gesetze verändert werden müssen. All das muss die neue Bundesregierung komplett umstellen.

„Planungssicherheit ist das, was die Wirtschaft braucht, um sich jetzt zu erholen, um Arbeitsplätze zu erhalten und neue zu schaffen, um Investitionen zu tätigen und Deutschland wieder als einen starken Player innerhalb der EU, aber vor allem auch auf dem Weltmarkt zu etablieren“, fordert Detlef Latka. „Keine leichte Aufgabe, gewiss, aber das ist der Wandel, den es jetzt braucht!“

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