Die Äppel-App Ein KI-Frühwarnsystem verhindert Sonnenbrand bei Äpfeln

Quelle: Leibnitz-Institut ATB 2 min Lesedauer

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Nein, wir wollen Sie nicht veräppeln! Tatsächlich haben sich Forscher vom Leibnitz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie (ATB) darüber Gedanken gemacht, wie man Obstschäden smart verhindert.

Auch Obst kann durch zu intensive Sonneneinstrahlung sozusagen einen Sonnenbrand bekommen. Leider führt das zu spürbaren Ernteausfällen. Um eine Art smartes Frühwarnsystem bieten zu können, haben Potsdamer Forscher eine neue App entwickelt ...(Bild:  Fruchtdoktor)
Auch Obst kann durch zu intensive Sonneneinstrahlung sozusagen einen Sonnenbrand bekommen. Leider führt das zu spürbaren Ernteausfällen. Um eine Art smartes Frühwarnsystem bieten zu können, haben Potsdamer Forscher eine neue App entwickelt ...
(Bild: Fruchtdoktor)

Äpfel lieben Sonne zwar, doch sie kann auch zum Albtraum für Obstbauern werden. Strahlt die Sonne zu lange und zu intensiv auf das leckere Obst, drohen nämlich braune Flecken und welkende Früchte – das ist quasi Sonnenbrand, der zu großen Ernteausfällen führen kann. 2022 war etwa so ein Jahr, in dem große Schäden durch die Sonne bei Äpfeln entstanden sind. Die diesjährige Apfelernte, die gegen Ende August ihren Anfang nimmt, sei wohl überdurchschnittlich gut ausfallen. Aber Landwirte fürchten, dass Hitzewellen immer öfter auftreten könnten. Deshalb braucht es einen wirksameren Schutz. Denn Äpfel mit Sonnenbrand können in der Regel nicht mehr im Laden verkauft werden. Am ATB in Potsdam entwickelt man deshalb ein Frühwarnsystem. Es soll mithilfe von künstlicher Intelligenz (KI) vorhersagen können, wann und wo Hitzeschäden auftreten könnten. Der Leidensdruck bei Obstproduzenten ist laut Aussage der Wissenschaftler nicht zuletzt recht hoch.

Weil der übliche Messweg an Obst nicht ausreicht ...

Der herkömmliche Messweg mit Infrarotthermometer oder mit kleinen Sensoren, bei dem der Obstbauer etwa Drähte ins Innere der Früchte stecke, könne zudem keine vergleichbare Datengrundlage bieten. Auf einem Versuchsfeld des Instituts, mitten im Grünen, stehen Tomatenpflanzen und Apfelbäume in langen Reihen. Hier bringen die Wissenschaftler deshalb ihr neuartiges System aus Sensoren zum Einsatz. Der Apparat mit Laserscanner und Wärmebildkameras fährt dazu langsam an den Pflanzenreihen entlang und führt Messungen durch. So werden, wie die Forscher erklären, am Ende präzise 3D-Temperaturkarten direkt an den Früchten erstellbar. Und was in Potsdam bei Äpfeln und Tomaten erforscht wird, macht eine Partner-Universität in Bologna mit Weintrauben, wie das ATB anmerkt. Das ATB-Team hat auf Basis der Messdaten zur Fruchttemperatur übrigens auch einen sogenannten „Fruit Water Stress Index“ (quasi Früchte-Wasser-Stress-Index) entwickelt, der Informationen über den Wasserhaushalt im Obst liefert.

Die erste App für den Sonnenschutz bei Obst ist da

Eine Idee der Wissenschaftler war auch, Wetterprognosen und Messdaten in einer App zu kombinieren, die Landwirten rechtzeitig sagt, wann und in welchem Bereich der Obstanlage die Früchte Schutz brauchen. Ein erster Prototyp ist auch schon verfügbar. Auch die einzelnen Obstproduzenten könnten die App nutzen und ihre Erfahrungen in eine Cloud laden. So soll das System langfristig durch kontinuierliche Dateneingaben mit immer mehr hilfreichen Informationen gefüttert werden. Zum Schutz vor Hitzestress beregnen Landwirte außerdem in großen Anbaugebieten – wie im Alten Land und am Bodensee – ihre Apfelplantagen. Aber auch Hagelschutznetze dienen üblicherweise als Schattenspender. Auf etwa 6.000 bis 7.000 Hektar von insgesamt rund 33.000 Quadratmeter Anbaufläche wird beregnet, was langfristig ins Geld geht. Die Hoffnung ist, dass mit der App Wasser gezielter und dabei auch als Nebel eingesetzt werden kann und nicht pauschal verteilt wird. Ein Anfang ist also gemacht, auch wenn einige Obstbauexperten noch nicht so recht an die Praxistauglichkeit glauben.

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