Wärmepumpe nutzt überschüssige Abwärme Nestlé-Werk Biessenhofen: neue Wärmepumpe spart Energie und reduziert CO2

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Nestlé investiert in eine Wärmepumpe für das Werk Biessenhofen, wo Säuglingsnahrung produziert werden. So will der Konzern am Standort Energie und CO2 einsparen. Die Wärmepumpe nutzt die überschüssige Abwärme von der Kälteanlage, um heißes Wasser unter anderem für die Heizung und weitere Prozesse im Werk zu liefern.

Vertreter des Projektteams (v.l.n.r.): Clemens Teyen, Jörg Schmitt, Alexander Soller (Nestlé), Felix Lindau, Hermann Hufnagel (Johnson Controls)(Bild:  Nestlé)
Vertreter des Projektteams (v.l.n.r.): Clemens Teyen, Jörg Schmitt, Alexander Soller (Nestlé), Felix Lindau, Hermann Hufnagel (Johnson Controls)
(Bild: Nestlé)

Diesen Sommer hat das Nestlé-Werk in Biessenhofen die neue Wärmepumpe gemeinsam mit Johnson Controls installiert und in Betrieb genommen. Sie ist ein wichtiges Element innerhalb der Gesamtstrategie von Nestlé, die Elektrifizierung aller Standorte voranzutreiben und den CO2-Ausstoß zu senken. Bis 2030 will Nestlé alle Treibhausgas-Emissionen weltweit halbieren und bis 2050 Netto-Null Emissionen erreichen.

Wärmepumpe anstatt Dampfwärmetauscher

Das werksweite Nahwärmenetz im Nestlé-Werk Biessenhofen versorgt sowohl Gebäude als auch einzelne Produktionsbereiche wie etwa Lüftungsanlagen mit Wärme. Bei der Produktion von BEBA HA Säuglingsnahrung spielen die Lüftungsanlagen eine wichtige Rolle für die Einhaltung der hohen Hygieneanforderungen. Die Luft wird zunächst heruntergekühlt, um sie zu trocknen, bevor sie wieder auf Raumtemperatur erwärmt wird. Dieser Prozessschritt ist entscheidend für die Produktsicherheit, erfordert gleichzeitig aber auch viel Energie.

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Im Rahmen einer systematischen Analyse hat Nestlé konkrete Maßnahmen definiert, um Prozesse umweltfreundlicher zu gestalten. Gemeinsam mit Johnson Controls, einem führenden Anbieter für industrielle Wärme- und Energielösungen, wurde eine davon nun mit der Installation einer neuen Wärmepumpe erfolgreich umgesetzt. Hierfür hat Nestlé einen einstelligen Millionenbetrag investiert.

Das Heizwassernetz soll künftig mithilfe einer innovativen elektrischen Ammoniak-Wärmepumpe beheizt werden, die hierfür Abwärme aus dem Ammoniakkreis der Kälteanlage nutzt. Die neue Wärmepumpe ersetzt einen alten Heißwasser-Dampfwärmetauscher, wodurch die Dampfproduktion im Werk maßgeblich reduziert werden kann. Infolgedessen sinkt auch der jährliche CO2-Ausstoß im Werk Biessenhofen um rund 10 Prozent. Aufgrund der hohen Effizienz der Wärmepumpe könne gleichzeitig mehr als die Hälfte der Energiekosten für die Erzeugung von Heißwasser eingespart werden, so der Lebensmittelkonzern.

Abwärme aus der Produktion und Strom aus erneuerbaren Quellen

Ein entscheidender Vorteil der neuen Wärmepumpe ist die Nutzung von Abwärme aus der Produktion. Clemens Teyen, Leiter Umwelt- und Energiemanagement am Nestlé-Standort in Biessenhofen, sagt: „Abwärmequellen werden eine entscheidende Rolle bei der Energiewende in der Industrie spielen. Abwärme ist eine wertvolle Ressource, die oft ungenutzt bleibt und einfach in die Umwelt abgegeben wird. Durch ihre Nutzung können Unternehmen nicht nur ihre Energieeffizienz verbessern, sondern auch ihren CO2-Ausstoß reduzieren und Kosten einsparen. Überall dort, wo Dampf über dem Werk aufsteigt, besteht die Möglichkeit, Abwärme zu nutzen. Über einem Werk der Zukunft sollten im Idealfall keine Dampfschwaden mehr zu sehen sein.“

Bereits heute wird der Produktionsstandort Biessenhofen vollständig mit Strom aus erneuerbaren Energien versorgt. Hierfür setzt Nestlé in Deutschland auf Wind- und Solarkraft und hat jüngst einen umfassenden Strombezugsvertrag mit dem Schweizer Energie- und Infrastrukturunternehmen BKW abgeschlossen. Bis 2025 sollen alle Nestlé-Standorte weltweit mit 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Quellen versorgt werden. Bei Nestlé in Deutschland stammen bereits rund 70 Prozent des Stroms aus deutscher Photovoltaik und Windkraft.

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