Fachpack-Trendbericht
Nachhaltige Verpackung – Anspruch und Wirklichkeit

Von Manja Wühr 7 min Lesedauer

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Seit Juli sind bestimmte Einwegprodukte aus Plastik in der EU verboten – zum Beispiel der Strohhalm. Ziel ist es, den Weg für eine Kreislaufwirtschaft zu ebnen. Eine Herausforderung, der sich auch Lebensmittelverpackungen stellen müssen. Was fordern Gesetzgeber? Was leistet die Branche schon heute? Und wo fehlt es an Lösungen? Wir werfen im Vorfeld der Fachpack einen Blick auf den Markt.

Verbraucher, Gesetzgeber und Lebensmittelindustrie haben hohe Ansprüche an Lebensmittelverpackungen: Smart, nachhaltig und effizient soll sie sein. Auf der diesjährigen Fachpack präsentieren Hersteller die neusten Entwicklungen.  (Bild:  ©VectorMine - stock.adobe.com)
Verbraucher, Gesetzgeber und Lebensmittelindustrie haben hohe Ansprüche an Lebensmittelverpackungen: Smart, nachhaltig und effizient soll sie sein. Auf der diesjährigen Fachpack präsentieren Hersteller die neusten Entwicklungen.
(Bild: ©VectorMine - stock.adobe.com)

Sie liegen im Wald, am Strand und auch auf Straßen und Wegen – Plastikverpackungen. Und genau da gehören sie nicht hin. Da sind sich alle einig. Und so ringen Verbraucher, Industrie und Gesetzgeber um die besten Wege, deren Design, Produktion und Verwendung nachhaltig zu machen. Ob Mehrweg vor Einweg, Biokunststoffe oder Recyclingquoten –im wesentlichen folgen alle Ansätze den Prinzipien von Minimieren, Wiederverwenden und Wiederverwerten. Das spiegelt auch der „Fachpack Trendradar 2021“ wieder: Verpackungsexperten – von Packmitteln über Veredlung bis hin zu Verpackungsmaschinen – bewerteten auf einer Skala von 1 bis 5 aktuelle Trends in Hinblick auf ihre Attraktivität und ihr Veränderungspotenzial. Der Kreislaufwirtschaft schreibt die Branche mit einer Wertung von 4,21 das größte Veränderungspotenzial zu. Die ressourcenschonende Verpackung (4,48) wiederum ist für sie besonders attraktiv. Damit rücken Nachhaltigkeit bei Verpackungsmaterialien und Verpackungsdesign also verstärkt in den Fokus.

Eine Frage des Materials

Die Kreislaufwirtschaft ist zentraler Bestandteil des europäischen Green Deals. 2020 hat die Europäische Kommission dies bekräftigt und einen neuen Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft angenommen. Ausgewählte und ressourcenintensive Branchen sollen ihre Produkte so gestalten und produzieren, dass die genutzten Ressourcen so lange wie möglich im Wirtschaftskreislauf der EU verbleiben. Verpackungen sollen beispielsweise wiederverwendbar und recyclingfähig werden. Kunststoffen wiederum will die Kommission verbindlich mehr Rezyklatanteil beigeben. Zudem wird sie Regeln für die Beschaffung, Kennzeichnung und Verwendung Biokunststoffe festlegen.