Energiewende Arla setzt auf Industriewärmepumpen zur Abwärmenutzung

Von Arla 2 min Lesedauer

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Aus Abfall wird Energie: Die Molkereigenossenschaft Arla nutzt am Standort Pronsfeld erstmals bisher ungenutzte Abwärme ihrer Kälteanlagen zur Milcherhitzung. Zwei Industriewärmepumpen mit 12,5 Gigawattstunden Jahresleistung ersetzt konventionelle erdgasbasierte Dampfkessel.

Bei der Einweihung der neuen Wärmepumpen im Arla Werk in Pronsfeld(v.l.n.r): Thomas Peters (Projektleiter, Arla), Stephan Goetz (Werksdirektor Pronsfeld, Arla), Ministerpräsident RP Alexander Schweitzer, Carla Henckel (Direktorin Communications, Arla), Marcel Goffinet (Aufsichtsrat Arla)(Bild:  Joachim Mayer)
Bei der Einweihung der neuen Wärmepumpen im Arla Werk in Pronsfeld(v.l.n.r): Thomas Peters (Projektleiter, Arla), Stephan Goetz (Werksdirektor Pronsfeld, Arla), Ministerpräsident RP Alexander Schweitzer, Carla Henckel (Direktorin Communications, Arla), Marcel Goffinet (Aufsichtsrat Arla)
(Bild: Joachim Mayer)

Das Herzstück der Anlage bildet ein nachhaltiges „Recycling“-System für Abwärme. Die beiden elektrischen Wärmepumpen nutzen bisher ungenutzte Abwärme der zentralen Kälteanlage, die für die Milchkühlung während der Pasteurisierung benötigt wird. Diese Abwärme wird auf ein höheres Temperaturniveau „hochgepumpt“ und ersetzt damit einen erdgasbasierten Dampfkessel bei der Milcherhitzung.

Die Dimensionen sind beachtlich: Mit ihrer Leistung entsprechen die Industriewärmepumpen etwa 780 Einfamilienhaus-Wärmepumpen. Täglich werden zukünftig rund drei Millionen Kilogramm Milch über dieses System erhitzt und für die Weiterverarbeitung in der Milchpulverproduktion vorbereitet.

Arla Werk Pronsfeld
  • Größe: Größter Arla Produktionsstandort weltweit mit 870 Mitarbeitenden (Produktion, Logistik und Verwaltung) und eines der größten Milchwerke Europas. Die Gesamtfläche umfasst rund 55 Hektar, das entspricht 77 Fußballfeldern.
  • Milchlieferanten: Die Milch stammt von zirka 1.500 Arla Landwirtinnen und Landwirten aus dem Einzugsgebiet Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Luxemburg und Belgien mit der Wallonie und Flandern.
  • Verarbeitungsmenge 2024: ca. 1,7 Milliarden Kilogramm verarbeitete Milch
  • Weltweiter Export: rund 70 Länder rund um den Globus, darunter China, Kuwait & die Malediven. Zentraler Standort für das internationale Geschäft der Arla Gruppe.
  • Produkte: spezialisiert auf haltbare Milchprodukte: Trinkmilch, Sahne, Milchmischgetränke, Kondensmilch, Schmand sowie Milchpulver, Butter und Mischstreichfette; insgesamt: 15 Produktgruppen.

Technische Infrastruktur mit Erweiterungspotenzial

Das neu errichtete Betriebsgebäude wurde strategisch dimensioniert: Es bietet Platz für insgesamt sechs hochmoderne Industriewärmepumpen. Während zwei bereits in Betrieb sind und eine dritte in Planung steht, ermöglicht diese Infrastruktur die schrittweise Energieversorgung weiterer Werksbereiche.

Die Energieversorgung erfolgt durch eine Kombination aus der recycelten Abwärme und Grünstrom, wodurch ein vollständig nachhaltiger Kreislauf entsteht. Das System wandelt dabei Energie um, die sonst ungenutzt verloren ginge, in wertvolle Prozesswärme.

Begleitmaßnahmen: Dämmung, Wärmerückgewinnung und Logistik-Innovation

Parallel zur Wärmepumpentechnologie setzt Arla auf weitere technische Optimierungen: Energieeffizienzmaßnahmen wie die Dämmung von Dampf- und Warmwasserleitungen, verschiedene Wärmerückgewinnungssysteme und in der Logistik auf Routenoptimierung sowie alternative LKW-Antriebe.

Die europaweit geplante Umstellung auf 100% Grünstrom bis Ende 2025 wird durch langfristige Stromlieferverträge (PPA) mit Solar- und Windenergieanlagen aus der Region realisiert.

Das Wärmepumpenprojekt wurde im Rahmen der „Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft“ vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert und stellt einen wichtigen Baustein für die ambitionierten, wissenschaftsbasierten Klimaziele dar: Bis 2030 sollen die CO2-Emissionen in Produktion und Energienutzung um 63 Prozent reduziert werden.

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