Wie der Staat das Ernährungsverhalten lenken kann Leitplanken zu gesunder Ernährung: Was bringen Zuckersteuer und Kita-Küche?
Fertiggerichte, Süßigkeiten, Fastfood – all das ist verlockend, vor allem aber schnell und einfach zu bekommen. Für die Gesundheit ein erhebliches Problem, sind doch Volkskrankheiten wie Diabetes oder Übergewicht eng mit den Ernährungsgewohnheiten gekoppelt. Die Verantwortung liegt hier nicht nur bei der Einzelperson, sondern auch beim Staat. Doch wie erfolgversprechend sind Maßnahmen wie Zuckersteuer und Ernährungsbildung aus wissenschaftlicher Sicht?
Im ersten Moment klingt es positiv: 91 Prozent der Bevölkerung legen laut aktuellem Ernährungsreport (2024) Wert auf eine gesunde Ernährungsweise [1]. Also alles in Ordnung? Weit gefehlt, denn die Realität in Deutschland sieht ganz anders aus, besonders bei Kindern: Ihr Ernährungsverhalten ist charakterisiert durch einen hohen Zuckerkonsum, der die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation von zehn Energieprozent pro Tag im Mittel Jahr für Jahr überschreitet [2] – und das, obwohl der Konsum zuckerhaltiger Getränke seit 2006 bereits deutlich gesunken ist [3]. Immer noch trinken19,5 Prozent der Kinder zwischen drei und 17 Jahren ein- oder mehrmals pro Tag ein zuckerhaltiges Getränk. Die Folgen: Übergewicht und Adipositas sind in Deutschland weit verbreitet. Eine Erhebung des Robert Koch-Instituts ergab, dass 47 Prozent der Frauen und 60 Prozent der Männer mit einem Body-Mass-Index von über 25 als übergewichtig gelten und insgesamt 19 Prozent mit einem BMI von über 30 als adipös eingestuft werden [4]. Bei Kindern bis 17 Jahre sind aktuell 15 Prozent übergewichtig und sechs Prozent adipös [3].
Von Diabetes mellitus Typ 2 sind in Deutschland aktuell 9,1 Millionen Menschen betroffen. Jährlich erkranken mehr als eine halbe Million Erwachsene neu an der Krankheit – auch Kinder gehören immer häufiger dazu [5], [6].
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