Sensilo-Werk in Fulda Jumo eröffnet Rekord-Invest und schärft Branchenfokus

Von Wolfgang Ernhofer 3 min Lesedauer

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Große Feier im Technologie-Park Fulda-West: Jumo hat nach exakt zwei Jahren Bauzeit sein neues Werk 2 „Sensilo“ eröffnet – der Neubau bleibt damit gänzlich im Zeit- und Kostenrahmen. Rund 48 Millionen hat die Unternehmensgruppe dafür in die Hand genommen. Möglich machen das Bekenntnis zum Standort die Gesellschafter, die Unternehmensführung, die stabile wirtschaftliche Entwicklung sowie die konsequente Weiterentwicklung zum System- und Lösungsanbieter mit klarem Branchenfokus.

Mit der traditionellen Banddurchtrennung wurde das neue Sensilo-Werk offiziell eröffnet.(Bild:  Nicole Dietzel dinias)
Mit der traditionellen Banddurchtrennung wurde das neue Sensilo-Werk offiziell eröffnet.
(Bild: Nicole Dietzel dinias)

Die Jumo-Unternehmensgruppe hat am Donnerstag das neue Werk 2 („Sensilo“) in Rodges eröffnet. Zur traditionellen Banddurchtrennung waren neben der Gesellschafter-Familie Juchheim, Vertreter von Politik, Wirtschaft und Verwaltung sowie zahlreiche Kunden, Partner, Ehrengäste und Mitarbeitende in die Böcklerstraße im Technologiepark Fulda-West gekommen.

Das neue Werk für die Fertigung von Temperatur- und Drucksensoren hat eine Produktions- und Logistikfläche von rund 10 000 m2. Mit rund 48 Mio. Euro ist der Neubau die größte Investition in der Unternehmensgeschichte. Hinzu kommen bis 2027 rund 21 Mio. Euro Investitionen in Maschinen und Anlagen.

„Mit der Eröffnung des Werks Sensilo setzen wir nicht einfach nur ein Bauprojekt um. Wir setzen ein Zeichen – für unsere Weiterentwicklung, für unsere Standortsicherung und für unsere unternehmerische Zukunft. Sensilo steht für das, was Jumo ausmacht: Für den Willen, Dinge voranzubringen. Für die Fähigkeit, Generationen zusammenzuführen. Und für den Anspruch, mit unserer Technik nicht nur Märkte zu bedienen, sondern Lösungen zu schaffen, die wirklich etwas bewegen“, sagte Gesellschafter Bernhard Juchheim auf der Eröffnungsfeier.

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Energiekonzept des neuen Werks überzeugt

Das Energiekonzept des neuen Werks setzt Maßstäbe:

  • eine 700 kW Photovoltaikanlage auf dem Dach (entspricht dem Durchschnittsbedarf von ca. 200 Einfamilienhäusern);
  • 20 Erdwärmesonden mit einer Tiefe von jeweils 100 m auf dem 100.000 m2 großen Gelände (durchschnittliche Erdwärme in 1000 m Tiefe ca. 10 °C);
  • 1,2 MW/h Kälteleistung für die Gebäudeklimatisierung (entspricht der Kälteleistung von ca. 2000 Autos);
  • vollflächige Industriefußbodenheizung auf über 8500 m2 (Vergleich: Fußballplatz 7140 m2);
  • effiziente Wärmerückgewinnung aus Produktionsprozessen

Durch dieses vielseitige Energiekonzept kann Jumo auf fossile Brennstoffe verzichten. Das Unternehmen reduziert so nicht nur seinen eigenen CO2-Fußabdruck erheblich, sondern unterstützt auch seine Kunden durch die Produkte und -Lösungen dabei, Kosten und Emissionen zu senken.

Entwicklung im Krisenumfeld über Branchenniveau

Die stabile wirtschaftliche Entwicklung über Branchenniveau sorgt für die finanzielle Sicherheit für solche Großprojekte. Mit einem konsolidierten Umsatz von 301 Millionen Euro verzeichnete das Unternehmen einen Rückgang von 3,5 % im Vergleich zum Vorjahr, schnitt damit jedoch deutlich besser ab als die deutsche Elektroindustrie, die ein Minus von 6,3 % hinnehmen musste.

Die Wachstumsstrategie basiere auf drei zentralen Säulen: Systeme und Lösungen, Digitalisierung sowie Internationalisierung. Mit dem neuen KI-gestützten Assistenten „Jumy“ wurde ein zukunftsweisendes Werkzeug für Kundenservice und interne Effizienz eingeführt. Gleichzeitig setzt das Unternehmen verstärkt auf die Entwicklung ganzheitlicher Systeme und Lösungen für ausgewählte Kernbranchen wie Energie, Umwelt und Lebensmittel. Ein weiterer Meilenstein im internationalen Ausbau war die Gründung zweier neuer Tochtergesellschaften in Südkorea und Malaysia.

Ausbildung gegen Fachkräftemangel

Die Zahl der weltweit Beschäftigten sank im Jahr 2024 um rund 100 Personen auf jetzt 2.420. Ursache hierfür seien neben der wirtschaftlichen Lage auch steigende Automatisierungseffekte. Die Ausbildung bleibt ein zentrales Element der Fachkräftesicherung für das Fuldaer Unternehmen. In den vergangenen sechs Jahren wurden 247 neue Auszubildende eingestellt. Für das neue Sensilo-Werk und weiteres Wachstum bleibe die eigene Aus- und Weiterbildung elementar in der Unternehmensstrategie.

Klarer Branchenfokus und Lösungen statt Produkte

Der Wandel zu einem System- und Lösungsanbieter mit klarem Branchenfokus stärke nicht nur die Wettbewerbsposition, sondern biete auch handfeste Vorteile für Kunden in den definierten Fokusbranchen. Die Definition von Fokusbranchen wie Lebensmittel & Getränke, Wasser & Abwasser oder Thermoprozesstechnik erlaube es Jumo, sich intensiv auf Märkte mit überdurchschnittlichem Wachstumspotenzial zu konzentrieren.

Mit Zielbranchen wie Wasserstoff, Aquakultur oder Pharma richtet das Unternehmen den Blick auf Märkte, die kurz- oder langfristig großes Potenzial bieten ohne die Arbeit an lokalen Branchen in bestimmten Märkten zu vernachlässigen.

2025: Jahr der Erneuerung und Fokussierung

Mit Blick auf das laufende Jahr zeigt sich das Unternehmen zuversichtlich. Der Fokus liege klar auf Effizienz, Innovation und Kundennähe. „2025 ist für uns ein Jahr der Erneuerung“, so Jumo-CEO Dimitrios Charisiadis. „Wir wollen uns noch stärker fokussieren, unsere Prozesse weiter optimieren und unsere Kunden mit innovativen Lösungen begeistern.“

Die Chancen dafür stehen gut: Neben dem neuen Werk und der zunehmenden Digitalisierung sieht Jumo insbesondere in der globalen Ausweitung des System- und Lösungsgeschäfts einen zentralen Wachstumstreiber für die kommenden Jahre.

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