Ewigkeitschemikalien in getrockneten Algen Trüben PFAS das Sushi-Vergnügen?

Quelle: Pressemitteilung Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit BVL 1 min Lesedauer

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In Nori-Algen finden sich teilweise die als Ewigkeitschemikalien bekannten PFAS. Wie verbreitet eine Überschreitung der aktuell geltenden Richtwerte ist, hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit untersucht.

Nori-Algen können PFAS anreichern. Wie häufig eine Richtwertüberschreitung ist, hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit untersucht.(Bild:  ideogram.ai / KI-generiert)
Nori-Algen können PFAS anreichern. Wie häufig eine Richtwertüberschreitung ist, hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit untersucht.
(Bild: ideogram.ai / KI-generiert)

Im Sushi sollte nicht nur der Fisch beste Qualität haben, auch die dort verwendeten Nori-Algen sollten lebensmitteltechnisch in einwandfreiem Zustand sein. Ob dem so ist, haben Forscher im Auftrag des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) überprüft. Konkret sind sie der Frage nachgegangen, ob und in welchem Ausmaß Nori-Algen erhöhte Gehalte an per- und polyfluorierten Alkylverbindungen (PFAS) enthalten, den so genannten Ewigkeitschemikalien.

Grund für diese Überprüfung war das Ergebnis einer Routineuntersuchung, bei der in Nori-Algen-Flocken bereits erhöhte PFAS-Gehalte festgestellt wurden. Als Teilprojekt im Lebensmittelmonitoring 2023 wollte das BVL daher einen Überblick über die allgemeine Belastungssituation dieser Lebensmittel mit PFAS erhalten.

Im Rahmen des Monitorings wurden 86 Proben getrockneter Algen auf verschiedene PFAS-Verbindungen untersucht. Dabei handelt es sich um die vier wichtigsten PFAS-Verbindungen

  • Perfluoroctansäure (PFOA),
  • Perfluorooctansulfonat (PFOS),
  • Perfluornonansäure (PFNA) und
  • Perfluorhexansulfonsäure (PFHxS).

Bei diesen vier Einzelsubstanzen wurden die geltenden Richtwerte unterschiedlich oft überschritten.

Bis zu 17 Prozent der Proben überschritten den Richtwert

Bei fünf Algenproben lag der PFOS-Gehalt über dem Richtwert von 0,010 Mikrogramm pro Kilogramm (µg/kg). Das sind 5,8 Prozent aller Proben. Auch der PFNA-Gehalt überstieg bei fünf Proben den hier geltenden Richtwert von 0,005 µg/kg. In 15 Proben lag der PFOA-Gehalt über dem Richtwert von 0,010 µg/kg. Das sind 17,4 Prozent aller untersuchten Algenproben. In nur einer Probe überschritt der PFHxS-Gehalt den Richtwert von 0,015 µg/kg. Die gemessenen PFAS-Gehalte liegen in einer ähnlichen Größenordnung wie im Monitoring 2018. Die Proben bestanden im Wesentlichen aus der Rotalge Nori, in geringer Probenzahl wurde zusätzlich die Grünalge Aonori untersucht, hier traten keine Überschreitungen auf.

„Unser Ziel muss es sein, die Belastung des menschlichen Organismus mit PFAS so gering wie möglich zu halten“, betont Dr. Andrea Luger, Leiterin der Abteilung Lebensmittelsicherheit im Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) und ergänzt: „Dafür brauchen wir eine belastbare Datenbasis. Die Ergebnisse dieses Monitorings tragen dazu bei und können für weiterführende Expositionsschätzungen genutzt werden.“

Die Gesamtexposition gegenüber PFAS überschreitet laut BVL in Teilen der Bevölkerung in Europa den gesundheitsbasierten Richtwert (Tolerierbare wöchentliche Aufnahmemenge (TWI) von 4,4 ng/kg Körpergewicht und Woche). Daher sollte jegliche Aufnahme von PFAS so gering wie möglich sein.

Quelle: BVL-Report · 19.3: Berichte zur Lebensmittelsicherheit (pdf), 2023, S. 98

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