Gut oder schlecht?

EU will Regeln für Gentechnik-Lebensmittel lockern

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Kann gentechnisch verändertes Essen: Fluch oder Segen?

Viele Forscher sehen mit Blick auf die Gentechnik bei Lebensmitteln aber enormes Potenzial. So besteht die Hoffnung, etwa eine Weizensorte zu entwickeln, die gegen die Pilzkrankheit Mehltau immun ist, wie man erfährt. Auch könnte der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln verringert werden. Aber auch stressresistente Maispflanzen oder Erdnüsse ohne Allergene könnten dabei herauskommen. Befürworter erhoffen sich auch positive Effekte durch besonders widerstandsfähige Pflanzen, wenn es etwa um den Hunger der in der Welt und die Klimakrise geht. Zusätzlich erwarten die Befürworter, dass europäische Landwirte wettbewerbsfähiger werden, wenn sie auf Gentechnik setzen. In anderen Ländern gelten auch bereits schwächere Regeln für moderne Gentechnikverfahren.

Wenn es um die Gegner geht, dann befürchten diese beispielsweise, dass neue Gentechnikmethoden weitreichender genutzt werden könnten – also für deutlich mehr Manipulationen als für Veränderungen, die auch herkömmlich entstehen könnten. Die Ökologin Katja Tielbörger warnt etwa davor, dass sich gentechnisch veränderte Pflanzen in der Wildnis ausbreiten könnten, was das Gleichgewicht eines Ökosystems ins Wanken geraten lassen könnte. Man könnte aber auch Pflanzen züchten, die gegen Herbizide resistent sind oder eigene Pestizide erzeugen, was Bedenken aufkommen lässt, dass der Einsatz der Schutzmittel wiederum sorgloser stattfinden könnte. Diese Pflanzen sollen aber in Europa nicht zugelassen werden.

Es regt sich Widerstand gegen das EU-Gentechnik-Vorhaben

Der EU-Kompromiss erlaubt, wie man weiter erfährt, nun aber auch Patente für gentechnisch veränderte Pflanzen. Ausnahmen soll es laut Parlament für Merkmale geben, die in der Natur vorkommen, oder auf biologischem Wege hergestellt wurden. Der Deutsche Bauernverband sieht Patente auf neue Züchtungen allerdings kritisch, denn wenn zentrale Pflanzeneigenschaften von einzelnen Unternehmen monopolisiert werden, verlieren die Landwirte sowie kleine und mittelständische Züchter den Zugang zu wichtigem genetischem Material. Sollte es entsprechende Mehrheiten für die Lockerungen geben, dürfte das aber noch nicht das Ende des Widerstands gegen das Vorhaben sein. Denn die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft will zusammen mit anderen Organisationen und Verbänden die Verordnung rechtlich überprüfen lassen, um sie gegebenenfalls zu kippen. Der FDP-Europaabgeordnete Jan-Cristoph Oetjen merkt jedoch an: „Für den Verbraucher macht es keinen Unterschied, welches Endprodukt er im Supermarkt kauft!“ Es gebe eine klare Abgrenzung zur klassischen Gentechnik. Damit schaffe man einen sicheren Rahmen für neue Züchtungstechniken. Sein CDU-Amtskollege Peter Liese ist ähnlicher Meinung: „Als Arzt mit Erfahrung in der Humangenetik bin ich fest davon überzeugt, dass die Risiken vollständig unter Kontrolle sind.“

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