Kreislaufwirtschaft in der Brauwirtschaft Eat Beer entwickelt automatisierte Anlage, um Proteine aus Biertreber zu gewinnen

Von EAT BEER Biotech 3 min Lesedauer

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Das Start-up Eat Beer entwickelt eine vollautomatische Dark Factory, die aus Brauereiabfällen hochwertige Proteine für Fleischalternativen herstellt. Die Pilotanlage soll 2026 im Dauerbetrieb laufen und Daten für die Marktreife sammeln.

Jan Malte Nordmann mit Proben des Myzels(Bild:  Eat Beer)
Jan Malte Nordmann mit Proben des Myzels
(Bild: Eat Beer)

Eat Beer arbeitet an einer modularen Branchenlösung, mit deren Hilfe Brauereien im Dark-Factory-Prinzip, also ohne zusätzliche Arbeitskraft, und am eigenen Standort unkompliziert aus Biertreber Proteine für die Lebensmittelindustrie herstellen können. Die Pilotanlage mit einem 500-Liter-Fermenter, die in Zusammenarbeit mit dem norddeutschen Anlagenbauer TAB entstanden ist, bildet die Basis für die lebensmitteltechnologischen Prozesse. Daneben arbeitet das junge Unternehmen um die Geschäftsführer Malte Nordmann und Jens Reineke sowie CTO Dr. Mark Schneeberger an den logistischen und digitalen Grundlagen für das ganzheitliche System. „Was wir hier machen, ist pure Innovation – da gibt es keine Lösungen von der Stange“, so Dr. Mark Schneeberger. Und weiter: „Wir mussten jeden einzelnen Schritt im Prozess erst selbst erkunden, von der der richtigen Aufbereitung des Trebers bis hin zur Lagerung des Proteins.“ Mittlerweile fällt unabhängig von der Treberart – Weizen, Roggen, Gerste – am Ende des Prozesses gut verwertbare Myzelmasse aus. „Das Ziel für 2026 ist es, die Abläufe unter verschiedenen Bedingungen zu standardisieren und uns so schrittweise auf die Marktreife vorzubereiten“, so Mark Schneeberger.

Proteine aus Biertreber

Eat Beer Biotech aus Stralsund ist ein Biotech-Unternehmen, das sich auf die Transformation von Nebenströmen der Brau- und Lebensmittelbranche zu Pilz-Protein-Rohprodukten für die Nahrungsmittelindustrie mittels Fermentation spezialisiert hat. Das Schwesterunternehmen der Störtebeker Braumanufaktur ist eine Ausgründung aus dem vom Bund geförderten Forschungsprojekt MaltFungiProtein. Seit dem erfolgreichen Abschluss des Forschungsprojekts im Herbst 2025 dient dessen Pilotanlage Eat Beer für eigene Versuchsreihen. Dr. Mark Schneeberger, CTO von Eat Beer: „Wir nutzen das Technikum aktuell zur Optimierung des Fermentationsprozesses und des Endprodukts, ein proteinhaltiges Austernpilzmyzel. Gleichzeitig helfen uns die gewonnenen Daten bei der Weiterentwicklung unserer KI, die zusammen mit der Fermentationsanlage in Zukunft das Herzstück unserer Plattform sein wird.“

Daten sammeln und Proteine verarbeiten

Die Pilotanlage wird darum auch 2026 im Dauerbetrieb laufen. Zum einen verwenden Störtebeker, Eat Beer und Partner aus der Lebensmittelverarbeitung das Myzel für kulinarische Versuche im Bereich der Lebensmittelproduktion, etwa zur Herstellung von Fleischalternativen. Zum anderen generiert das Unternehmen fortlaufend valide Daten und erfasst dabei im Produktionsalltag gleichzeitig alle erdenklichen Vorkommnisse. Malte Nordmann: „Unser Ziel ist es, anderen Brauereien den Fermentationsprozess am eigenen Standort zu ermöglichen. Da jeder Braubetrieb mit anderen Rohstoffen, Rezepturen und Verfahren arbeitet, muss unser System flexibel auf die unterschiedlichsten Rahmenbedingungen anwendbar sein. Darum sind alle Abweichungen vom Normprozess, die wir heute erfassen, wertvolle Informationen für die Zukunft.“ Langfristig will Eat Beer eine skalierbare Plattformlösung an Brauereistandorten implementieren, die via KI-Software autonom und individuell den gesamten Fermentations- und Herstellungsprozess übernimmt.

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Die Weichen stellen für den Branchen-Kickoff

2026 will Eat Beer auch personell wachsen, unter anderem um Kapazitäten für Strukturprojekte zu schaffen. So drängt beispielsweise das Thema EU-Zulassung: Die Proteine, die Eat Beer herstellt, fallen in die Kategorie „Novel Food“ (neuartige Lebensmittel) und müssen von der EFSA, der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit, genehmigt werden. Dr. Mark Schneeberger: „Wir können den Zulassungsprozess nicht aktiv beschleunigen, aber wir können mit belegbaren Daten und Erkenntnissen sowie mithilfe von Reallaboren die Arbeit der EFSA unterstützen. Gleichzeitig werden wir die Zeit nutzen, um bei potenziellen Partnern, Kunden und Endverbrauchern Aufklärungsarbeit rund um unser Austernpilzprotein zu leisten, um die Verbraucherakzeptanz zu fördern und so der Branche den Weg für die Herstellung von Proteinen aus Biertreber zu ebnen.“

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