TDN-selektiver Geruchsrezeptor entdeckt Benzinnote in Riesling
Weine der Sorte Riesling zeichnen sich durch eine charakteristische benzinartige Geruchsnote aus. Verursacht wird diese durch 1,1,6-Trimethyl-1,2-dihydronaphthalin (TDN). Die UV-abhängigen TDN-Gehalte könnten mit zunehmender Klimaerwärmung zur Ablehnung europäischer Rieslinge führen. Erstmalig gelang nun die Entdeckung des TDN-selektiven Geruchsrezeptors OR8H1 [1].
Die Weinrebe (Vitis vinifera) ist eine der wirtschaftlich wichtigsten mehrjährigen Obstpflanzen und kommt in zahlreichen verschiedenen Rebsorten vor. Eine der klassischen Rebsorten der Welt ist der Riesling. Ein Riesling-typisches Bouquet mit blumigen, fruchtigen, honigartigen, aber auch petrol-artigen Noten wird durch flüchtige Verbindungen und ihre Vorstufen, z. B. Carotinoide, Xanthophylle, geprägt [2,3]. Eine petroleumartige Note im Riesling, die erstmals 1978 von Simpson beschrieben wurde, wird durch 1,1,6-Trimethyl-1,2-dihydronaphthalin (TDN) [2] verursacht. Der Geruchsschwellenwert für TDN in Rieslingwein liegt bei ca. 2 µg/L [4]. TDN ist in moderaten Konzentrationen ein normaler Bestandteil des Bouquets eines gereiften Rieslingweins [5] – Deutscher Riesling enthält z. B. bis zu 14,8 µg/L freies TDN [6].
TDN kommt in Rieslingweinen aus der südlichen Hemisphäre, z. B. aus Australien, jedoch in wesentlich höheren Konzentrationen bis zu 255 µg/L TDN vor [5]. Der Grund hierfür ist eine erhöhte Sonnen-/UV-Lichtexposition der Rieslingtrauben [7]. Dies kann durch photoselektive Beschattung der Traubenzone während der Beerenentwicklung oder durch Züchtung [8,9] moduliert werden. Eine durch den Klimawandel bedingte Petrol-Geruchsnote in europäischen Rieslingweinen, die auf höhere TDN-Konzentrationen zurückzuführen ist, könnte jedoch möglicherweise als Fehlgeschmack wahrgenommen werden, und daher zu einer Ablehnung des Weins führen.
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