Drei Tage intensive Wissensvermittlung zu Prozessoptimierung, alkoholfreien Innovationen und Versorgungssicherheit. Die traditionsreiche VLB-Frühjahrstagung bewies erneut: Offener Austausch macht die Braubranche stark.
Volle Aufmerksamkeit in der Stadthalle Erding: Zur 110. VLB-Frühjahrstagung diskutierten Braumeister, Techniker und Wissenschaftler drei Tage lang über die Zukunft der Branche – mit Simultanübersetzung und hochkarätigen Referenten aus Praxis und Forschung.
(Bild: VLB Berlin/Eva Wiesgrill)
Die Versuchs- und Lehranstalt für Brauerei in Berlin (VLB) lud zur 110. Internationalen Brau- und maschinentechnischen Arbeitstagung in die Stadthalle Erding ein. Die traditionsreiche „VLB-Frühjahrstagung“ bot drei Tage intensiven fachlichen Austausch, praxisnahe Vorträge und vielfältige Networking-Möglichkeiten für Fachleute aus der internationalen Brau- und Getränkeindustrie.
Internationale und fachliche Ausrichtung mit Simultanübersetzung
Die Veranstaltung wurde in deutscher und englischer Sprache mit Simultanübersetzung durchgeführt, was den internationalen Charakter der Tagung unterstrich und einen regen Austausch zwischen Fachleuten aus verschiedenen Ländern ermöglichte. Neben dem eigentlichen Vortragsprogramm bot die Tagung bereits am Dienstag mit den Sitzungen des Technisch-Wissenschaftlichen Ausschusses (TWA) der VLB eine Plattform für vertieften fachlichen Austausch in spezialisierten Gruppen. Hier wurden aktuelle Themen wie der Einsatz von Künstlicher Intelligenz und moderne Waschreinigungstechnologien in kleinerem Kreis diskutiert und Know-how ausgetauscht.
Ludger Hense, verantwortlich für den Bereich Abfüllung bei der Brauerei Krombacher, hob zwei wesentliche Aspekte der Tagung hervor: „Das eine ist tatsächlich das Fachliche. Wir hatten heute die technisch-wissenschaftlichen Ausschüsse der VLB, wo in Fachgruppen Vorträge gehalten werden. Für mich waren die Dinge zur Anwendung von KI und Waschreinigung sehr interessant. Das ist das Know-how, was man mit nach Hause nimmt. Und das zweite ist natürlich ganz stark in unserer Branche: das Networking.“
Besonders stolz zeigte sich Hense über die offene Kultur des Austauschs: „Ein Spezifikum dieser Branche ist, dass die Techniker untereinander, egal ob im Bereich der Brauereien selbst, im Getränkehandel oder im Zulieferbereich, ein sehr offenes, kollegiales Verhältnis haben. Das gilt auch für Wettbewerber. Fachliche Themen werden ganz offen miteinander besprochen, weil wir alle die gleichen Herausforderungen haben – egal ob wir über den Rohstoffsektor reden oder über die Abfüllung.“
Teilnehmer der Arbeitstagung konnten viel Neues mitnehmen. Als konkretes Beispiel nannte Hense den Vortrag zum Einsatz von Suchrobotern zur Detektion von Schwachstellen in Anlagen: „Für uns ist das aktuell noch nicht relevant, wir haben andere Prioritäten. Aber solche Dinge nimmt man mit und beobachtet sie. Irgendwann sagt man dann vielleicht: Okay, jetzt könnte das unter den Rahmenbedingungen auch bei uns passen.“
Vier zentrale Themenschwerpunkte prägten das Programm
1. Prozessoptimierung in der Brau- und Getränkeindustrie: Die Tagung widmete sich intensiv den neuesten Entwicklungen zur Effizienzsteigerung in der Produktion. Highlights waren:
Innovative Reinigungstechnologie: Tanja Redemsky-Meyer (Krones) und Dieter Lennackers (Coca-Cola Europacific Partners) stellten die „Lavasonic HI – Die Flaschenreinigungsmaschine der nächsten Generation“ vor und berichteten über Praxiserfahrungen am Coca Cola-Standort Lüneburg.
Digitalisierung: Laura Grotenhoff von Ziemann Holvrieka zeigte unter dem Titel „Digitaler Vorsprung für Brauereien – Aus Daten werden Lösungen“, wie moderne Datenauswertung konkrete Optimierungspotenziale erschließt.
Robotik in der Instandhaltung: Tobias Saxler (Gerolsteiner Brunnen) präsentierte den Weg von der Vision zur Realität beim Einsatz von Robotern in der Instandhaltung.
Innovative Entkeimungsverfahren: Dr. Jasna Ivanovic (Uhde High Pressure Technologies) und Florian Schrickel (VLB Berlin) informierten über nicht-thermische Entkeimung alkoholfreier Getränke mittels Hochdruckbehandlung (HPP).
Würzequalität: Michel Werner (VLB Berlin) adressierte das Thema Zinkgehalt der Würze und wie man „das Problem an der Wurzel packen“ kann.
2. Alkohol – Alkoholfrei – Alternativen: Herausforderungen und Chancen: Dieser hochaktuelle Themenblock unter Vorsitz von Dr. Stefan Kreisz (Privatbrauerei Erdinger Weißbräu) widmete sich dem wachsenden Segment alkoholfreier und alternativer Getränke sowie den damit verbundenen technologischen und wirtschaftlichen Herausforderungen:
Praxisbeispiel Erdinger: Philipp Herold und Dr. Stefan Kreisz präsentierten den „Status quo alkoholfreie Biere am Beispiel Erdinger“ und gaben Einblicke in Entwicklung und Marktpositionierung.
Globale Perspektiven: Dr. Christian Schubert (VLB Berlin) referierte über „Weltweit fermentiert – Globale Stärkequellen für alkoholfreie Bieralternativen“ und zeigte neue Rohstoffmöglichkeiten auf.
Neue Geschäftsfelder: Dr. Mark Schneeberger (EatBeer) eröffnete mit „Beyond beer – Kreislaufsysteme für Brauereien der Zukunft“ innovative Perspektiven. Prof. Dr.-Ing. Tomas Kurz (ProteinDistillery) präsentierte "Ingredients aus der Hefe" als Beispiel für die Erschließung neuer Geschäftsfelder.
Gesellschaftliche Diskussion: Julia Busse (Deutscher Brauer-Bund) beleuchtete "Alkoholische Getränke in der öffentlichen Diskussion" mit Betrachtungen zu Politik, Medien und NGOs. Prof. Dr. Nicolai Worm (München) konterte mit dem provokanten Vortrag „Ist wirklich jeder Tropfen ein Risiko? Fakten und Fake News über moderaten Alkoholkonsum“.
3. Versorgungssicherheit in der Brau- und Getränkewirtschaft: Ein besonders zukunftsweisender Themenblock adressierte die existenziellen Herausforderungen der Branche:
Energiewende: Prof. Dr. Katharina Herkendell (TU Berlin) gab einen umfassenden „Status Quo Energiewende“ aus technologischer und wirtschaftlicher Perspektive.
Rohstoffversorgung: Walter König (Bayerischer Brauerbund) informierte über „Aktuelle Entwicklungen im Hopfen- und Malzmarkt aus der Sicht der Brauwirtschaft“.
Wasserversorgung: Dr. Alfons Ahrens (VLB Berlin) widmete sich der „Herausforderung Wasserversorgung: Monitoring und Risikomanagement beim Rohwasser“.
Führungsnachwuchs: Prof. Dr.-Ing. Philip Wietstock (TU Berlin) stellte die „Brau- und Getränketechnologie an der TU Berlin: Zwischen Tradition, Innovation und Moderne“ vor und thematisierte damit auch die Nachwuchsgewinnung.
Attraktives Rahmenprogramm mit exklusiven Einblicken: Die Tagung bot neben dem umfangreichen Vortragsprogramm vielfältige Networking-Möglichkeiten:
Betriebsbesichtigungen: An beiden Tagen konnten Teilnehmer wahlweise die Erdinger Weißbräu oder das renommierte Hopfenforschungszentrum Hüll besichtigen und praxisnahe Einblicke in moderne Produktionsanlagen und Hopfenforschung gewinnen.
Abendveranstaltungen: Das Get-together am Dienstagabend in der Stadthalle Erding sowie der Begrüßungsabend am Mittwoch im Gasthaus Erdinger Weißbräu boten ideale Gelegenheiten für persönliche Gespräche und den Austausch mit Kollegen aus aller Welt.
TWA-Sitzung: Der Technisch-Wissenschaftliche Ausschuss der VLB tagte am Dienstag und unterstrich damit die wissenschaftliche Fundierung der Tagung.
(ID:50801733)
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.