Dechema-Kolumne
Mit Präzisionsfermentation mehr Klimaschutz in die Lebensmittelproduktion bringen – Geht das?

Ein Gastkommentar von Dr. Sebastian Hiessl, Fachbereichsleiter Biotechnologie Dechema e.V. und Head of Business Development Dechema Analysis + Consulting. 2 min Lesedauer

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Um die Klimaziele zu erreichen, braucht es mehr Mut, sagt Dr. Sebastian Hiessl, Fachbereichsleiter Biotechnologie Dechema in seinem Gastkommentar, auch wenn es darum geht, die Lebensmittelproduktion neu zu denken. Kann Präzisionsfermentation dabei helfen Klimaschutz und Konsumentenwünsche zu verbinden?

Dr. Sebastian Hiessl, Fachbereichsleiter Biotechnologie Dechema e.V. und Head of Business Development Dechema Analysis + Consulting.(Bild:  Dechema)
Dr. Sebastian Hiessl, Fachbereichsleiter Biotechnologie Dechema e.V. und Head of Business Development Dechema Analysis + Consulting.
(Bild: Dechema)

Unsere Ernährungssysteme sind für bis zu 30 Prozent aller Treibhausgasemissionen (THG) verantwortlich. Ein großes Potenzial sie zu reduzieren, bietet die Herstellung von Proteinen und Lipiden über Präzisionsfermentation. Laut Lebenszyklusanalysen und Experteneinschätzungen sind hier THG-Einsparungen von über 70 Prozent möglich – abhängig von Produkt, Anwendung, Region und Szenario. Zwar sind die Investitionskosten für diese Technologie hoch und viele Prozesse noch in der Entwicklung. Wenn aber Proteine und Fette, die bisher aus tierischen Quellen oder von Palmölplantagen stammen, im Bioreaktor hergestellt würden, könnten Länder, Regionen und Unternehmen beispielsweise ihren gesteckte Nachhaltigkeitsziele näherkommen oder resilienter gegenüber Lieferkettenbrüchen werden.

In einer Studie hat die Dechema mit der Landesinitiative Ernährungswirtschaft Niedersachsen LI Food jetzt die Potenziale für den Aufbau einer Präzisionsfermentations-Industrie im „Agrarland Nr. 1“ untersucht. Der Fokus liegt nicht darauf zum Beispiel tierische Originalprodukte wie Voll-Ei oder -Milch in ihrer Komplexität nachzubilden. Dies kann und wird nicht Ziel einer solchen Branche sein. Es geht vor allem um einzelne Komponenten – bestimmte Anteile der Milch oder des Eis, einzelne Proteine, Lipide oder Gelatine, die bisher in vielen Lebensmitteln verarbeitet werden.

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