Forschungskooperation Vom Labor auf den Teller: Magdeburger Forscher entwickeln Produktionssystem für kultiviertes Fleisch

Von Max-Planck-Institut für Dynamik komplexer technischer Systeme Magdeburg 2 min Lesedauer

Ein Kooperationsprojekt will kultiviertes Fleisch erstmals industriell produzierbar machen. Forscher aus Magdeburg nutzen bewährte Biotechnologie-Verfahren, um die Zelldichte massiv zu steigern und Kosten zu senken.

Vision einer nachhaltigen Lebensmittelproduktion: Magdeburger Forscher arbeiten an der Hochskalierung der zellbasierten Fleischproduktion.(Bild:  Gemini 3.1 Flash Image / KI-generiert)
Vision einer nachhaltigen Lebensmittelproduktion: Magdeburger Forscher arbeiten an der Hochskalierung der zellbasierten Fleischproduktion.
(Bild: Gemini 3.1 Flash Image / KI-generiert)

Um kultiviertes Fleisch als nachhaltige und bezahlbare Alternative zu herkömmlichem Fleisch anbieten zu können, müssen die bestehenden Prozesse aus der Pharma- und Lebensmittelindustrie neu gedacht werden. Zellen, Medien und Kultivierungsmethoden können und sollten neu optimiert werden. Das Rostocker Start-up Unternehmen Innocent Meat entwickelt ein automatisiertes End-to-End-Produktionssystem und Verfahren für eine intensivierte nachhaltige Produktion vor Ort in der fleischverarbeitenden Industrie. Dies soll Lebensmittelherstellern den Übergang zu einer zellbasierten Fleischproduktion ermöglichen.

Biotechnologische Bausteine für die Hochskalierung entwickeln

Für die Skalierung auf den industriellen Fertigungsmaßstab des kultivierten Fleischs müssen spezielle biotechnologische Bausteine entwickelt werden. Dafür haben Teamleiterin apl. Prof. Dr. Yvonne Genzel und M. Sc. Jan Küchler die Forschung in dem Kooperationsprojekt „Zelluläre Landwirtschaft und Prozessintensivierung“ (ZELPI) aufgenommen. Das Magdeburger Wissenschaftlerteam bringt sein Know-how der Prozessintensivierung mit verschiedenen kontinuierlichen Zellen und verschiedenen Zellrückhaltesystemen in das Projekt ein.

Innocent Meat verfügt über das Expertenwissen zur Kultivierung der Zellen und hat dazu schon Medien und erste Prozessentwicklungen etabliert. Das Magdeburger Team übernimmt zunächst diese Prozesse, Zellen und Medien und verwendet sie dann in den Reaktoren und Zellrückhaltesystemen am Max-Planck-Institut. Auf diesem Weg möchten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Vergleiche und Optimierungen für den Prozess erreichen. Ziel ist es, so viele Zellen wie möglich in hoher Konzentration herzustellen.

Auf diesem Gebiet, speziell der Hochzelldichte-Kultivierung mittels Perfusion zur Ertragsoptimierung, haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Forschungsgruppe Bioprozesstechnik (Leitung Prof. Dr.-Ing- Udo Reichl) bereits langjährig Erfahrung aufgebaut und weiterentwickelt. Insbesondere für virale Impfstoffe konnten sie bei der Hochskalierung der Virusausbeute für die Herstellung von Impfstoffen weltweit beachtete Erfolge erzielen.

In dem neuen Projekt möchte die Gruppe ihre Prozesskenntnisse auch auf andere Anwendungen übertragen und Erfahrungen mit anderen Zellen, Produkten und anderen Biotechnologie-Bereichen (Lebensmitteltechnologie) sammeln, um diese zukünftig für andere Fragestellungen nutzen zu können und somit einen Beitrag zu nachhaltigeren Prozessen zu leisten.

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) über das spezielle Förderprogramm Industrielle Bioökonomie, Baustein A für die Zusammenarbeit von Industriepartnern und Forschungseinrichtungen, gefördert. Das Max-Planck-Institut Magdeburg erhält davon eine Projektförderung über zwei Jahre von etwa 285.000 Euro.

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