Neue Ideen für die Produktion hypoallergener Milchprodukte
Wenn's die Milch macht

Ein Gastbeitrag von Prof. Dr. Sascha Rohn Fachgebietsleiter, Dr. Helena Kieserling, Habilitandin, Daniel Güterbock, Doktorand, Technische Universität Berlin, Institut für Lebensmitteltechnologie und Lebensmittelchemie Fachgebiet Lebensmittelchemie und Analytik 5 min Lesedauer

Verbinden sich Grundlagenforschung und lebensmittelwirtschaftsnahe Anwendung können neue Konzepte entstehen, um Lebensmittelallergene zu reduzieren. Lesen Sie hier, wie ein neuer Ansatz Lebensmittelanalytik und in-silico-Modellierung vereint, um allergene Milchproteine mit pflanzlichen Extrakten zu modifizieren.

Abb. 1: Milch und Milchprodukte enthalten eine Vielzahl von Nährstoffen, doch nicht alle Menschen können sie unbeschwert genießen: Die Kuhmilchallergie gehört zu den häufigsten Formen einer  Lebensmittelallergie. (Symbolbild)(Bild:  © Irina Schmidt - stock.adobe.com)
Abb. 1: Milch und Milchprodukte enthalten eine Vielzahl von Nährstoffen, doch nicht alle Menschen können sie unbeschwert genießen: Die Kuhmilchallergie gehört zu den häufigsten Formen einer Lebensmittelallergie. (Symbolbild)
(Bild: © Irina Schmidt - stock.adobe.com)

Die Prävalenz von Lebensmittelallergien nimmt weltweit zu. Insbesondere im Säuglings- und Kindesalter stellt die Kuhmilchallergie mit etwa 3 % eine der häufigsten Formen dar. Von den Betroffenen bleiben ca. 15 % bis ins Erwachsenenalter von Lebensmittelallergien betroffen. Trotz intensiver Forschung bestehen bislang nur begrenzte Möglichkeiten, allergische Reaktionen auf Milchproteine ursächlich zu reduzieren. Die Herstellung hypoallergener Milchprodukte ist zwar bereits kommerziell möglich, aber energieintensiv, kostenaufwendig und mit komplexen Prozessschritten verbunden. Eines dieser Verfahren ist beispielsweise die enzymatische Hydrolyse, welche aber häufig zu sensorischen Einbußen wie Bitterkeit führt.

Parallel wächst der Anspruch an nachhaltige, ressourceneffiziente Lebensmittelnutzungskonzepte. Vor diesem Hintergrund gewinnen Forschungsansätze an Bedeutung, die gesundheitliche, technologische und ökologische Aspekte miteinander verbinden.